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Startup-Verband fordert konsistente Innovationspolitik

Startup-Verband fordert konsistente Innovationspolitik

Credit: Foto: Patrycia Lukas

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Saskia Müller

Saskia Müller

Innovationspolitik und entschlossene Reformen – Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, sieht darin die wichtigsten Treiber für Wachstum.

4. September 2025

2 Min. Lesezeit

Deutschland steckt im dritten Rezessionsjahr in Folge. Erstmals seit zehn Jahren liegt die Zahl der Arbeitslosen wieder über drei Millionen. Gleichzeitig gehen Reformen zum Bürokratieabbau und Digitalisierung nur schleppend voran. Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, fordert daher eine konsistente Innovationspolitik:

„Deutschland kann sich keine politische Trägheit mehr leisten. Wir müssen alles auf Innovation setzen, statt uns mit politischen Grabenkämpfen zu blockieren. Nur so wird unser Land wieder zum Innovations- und Wachstumsmotor Europas.”

Gründungsdynamik trotz Krise

Die gute Nachricht: Im ersten Halbjahr 2025 entstanden in Deutschland dennoch 1.500 neue Startups – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr. Allen voran Software und industrielle Lösungen, befeuert durch KI. Gleichzeitig steigen jedoch die Insolvenzen, vor allem im B2C-Segment. Pausder betont:

„In Deutschland geht was in Sachen Zukunftstechnologien. Doch viele Startups und Scaleups stehen massiv unter Druck. Jetzt braucht es eine Startup-Strategie, die neuen Schwung bringt: Startups müssen endlich Top-Priorität haben.“

Regierung ohne klare Zuständigkeiten

Der Startup-Verband kritisiert bei der Bundesregierung mangelnde Verantwortlichkeiten in der Innovationspolitik und Kompetenzgerangel zwischen Ministerien, die Fortschritt verhindern. “Verlässlichkeit und Tempo” werden gefordert.

Zudem warnt der Verband, dass das Tariftreuegesetz junge Unternehmen faktisch von staatlichen Aufträgen ausschließe, da diese die vorgesehenen Anforderungen kaum erfüllen könnten.

Auch das Standortfördergesetz bekommt nur eingeschränkte Zustimmung. Zwar könne es den Finanzstandort stärken, doch ohne Korrekturen bei Reinvestitionen, Kapitalmarktöffnung und Mitarbeiterbeteiligungen bleibe es unzureichend.

Besonders problematisch ist nach Ansicht des Startup-Verbandes das Fondsrisikobegrenzungsgesetz. Die geplante Umstellung der Bewertungsregeln würde kleinere Fonds unverhältnismäßig belasten und deren Fortbestand gefährden.

Kapital mobilisieren

Im ersten Halbjahr 2025 flossen 4 Milliarden Euro Venture Capital nach Deutschland, davon 1,7 Milliarden in KI-Startups. Rund ein Drittel stammt aus den USA, während Europa schwache Exit-Märkte bietet.

Das ursprüngliche Versprechen der WIN-Initiative, 12 Milliarden Euro bis 2030 für Startups zu mobilisieren, müsse jetzt mit Transparenz und Tempo umgesetzt werden, heißt es.

Eine europäische Kapitalmarktunion, die Öffnung institutioneller Quellen in Deutschland,  attraktivere Exit-Kanäle sowie schnelle Reformen seien elementar für die Startup-Szene, um international zu bestehen.

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