Mit einem Pilz das Steak neu erfinden, das ist die Mission von Sarah Schlingloff und ihrem Team von Justake. Die Lebensmitteltechnologin entwickelt gemeinsam mit ihren Co-Foundern Tim und Timo eine innovative Fleischalternative, die auf Pilzbasis hergestellt wird. Das junge Team steht kurz vor der Gründung und arbeitet aktuell noch aus der Universität heraus an seinem marktfertigen MVP.
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„Wir wollten eine Fleischalternative schaffen, die nicht hochverarbeitet ist, sondern natürlich, gesund und lecker“,
sagt Schlingloff im Videopodcast Pitch & People. Das Ergebnis: ein saftiges Pilzsteak mit hohem Proteingehalt und einem ganz eigenen Charakter.
Vom Superfood zum Steak
Das Besondere an Justake ist der Rohstoff: der Lion’s Mane, auch bekannt als Igelstachelbart oder Pompompilz. In Asien wird er seit Jahrhunderten als Heilpilz geschätzt und auch wissenschaftlich sind seine positiven Eigenschaften belegt. Schlingloff betont:
„Dieser Pilz hat ein großartiges Nährstoffprofil. Er ist nicht nur gesund, sondern bringt auch eine tolle Textur und einen einzigartigen Geschmack mit sich.“
Während viele pflanzliche Fleischalternativen auf stark verarbeiteten, texturierten Pflanzenproteinen basieren, geht Justake einen anderen Weg.
„Unser Produkt ist gering verarbeitet und nutzt die natürlichen Eigenschaften des Pilzes. Das schmeckt man auch.“
Das bestätigt auch Pitch & People-Moderator Kyrill Ring, der das Pilzsteak im Interview mit der Gründerin probiert.
Von der Idee zum Prototyp
Die Idee entstand im Rahmen eines Innovationswettbewerbs für Getränke und Lebensmittel.
„Ich bin total pilzverrückt. Ich war Pilze sammeln und dachte: Da steckt so viel ungenutztes Potenzial drin.“
Was zunächst als Experiment begann, entwickelte sich zu einem preisgekrönten Projekt – und schließlich zu einer Gründungsidee.
Heute arbeitet das Team an der Optimierung seines Produkts: Der Proteingehalt soll auf 20 Prozent steigen, eine leichte Bitternote noch verschwinden. Parallel laufen Zertifizierungen, um das Steak marktfertig zu machen. Verkostungen – etwa bei der CSU Summer Lounge – haben bereits gezeigt, dass das Produkt überzeugt:
„Viele wollten gleich nachnehmen“,
erzählt Schlingloff stolz.
Authentisch statt Imitat
Trotz Steakform versteht sich Justake nicht als klassischer Fleischersatz, sondern als eigenständige Alternative.
„Wir wollen das Pilzige gar nicht ganz rauskriegen. Es ist ein Pilz, aber eben einer, der wie ein Steak zubereitet werden kann.“
Genau diese Balance zwischen Vertrautem und Neuem sei die größte Herausforderung gewesen: Das Team geht dabei der Frage nach, wie man sich zwischen Imitat und Innovation am besten positioniert. Unterstützung bekommt Schlingloff dabei von MentorInnen der UnternehmerTUM und durch direkte Kundengespräche.
Förderung, Female Founding und Durchhaltevermögen
Finanziell setzt Justake derzeit auf Fördermittel: den Startup Booster Grant über 45.000 Euro sowie das Exist-Gründungsstipendium, das die GründerInnen bereits zugesagt bekommen haben. Noch studiert Schlingloff parallel ihren Master und steckt viel Eigenkapital und Herzblut in das Projekt. Was auch bedeutet, dass sie finanziell in Vorleistung gehen muss.
Als junge Gründerin hat Schlingloff bisher vor allem positive Erfahrungen in der Münchner Startup-Szene gemacht:
„München ist ein tolles Umfeld. Ich glaube, die größere Herausforderung kommt erst mit den Investments.“
Große Vision: Pilz statt Rind
Die Vision von Justake ist ambitioniert:
„Wir wollen die Hälfte des konsumierten Rindfleischs durch unsere Pilzprodukte ersetzen. Wenn wir mit Genuss etwas Gutes für Mensch, Tier und Planet tun können, dann ist das unser Ziel“.
Damit möchte das Team nicht nur den Fleischkonsum senken, sondern auch einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten.