In Zeiten wachsender globaler Spannungen und sicherheitspolitischer Herausforderungen intensivieren das Münchner Startup Arx Robotics und der Kölner Industriekonzern Deutz ihre Kooperation. Beide Unternehmen wollen künftig gemeinsam unbemannte, software-definierte Systeme in Serie produzieren und so dem wachsenden Bedarf an skalierbarer Verteidigungstechnologie in Europa begegnen.
Im Rahmen eines Roundtables im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterzeichneten Arx Robotics und Deutz im Beisein von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit.
Die Partnerschaft wurde bereits im Oktober 2025 angekündigt (Munich Startup berichtete), der nun gefolgte Ausbau der Kooperation markiert einen wichtigen Schritt. Während Arx Robotics die Software- und Robotikkompetenz liefert, bringt Deutz seine Erfahrung in Antriebs-, Energie- und Produktionssystemen ein. Gemeinsam soll so eine skalierbare Produktionsplattform entstehen, die Europas Landstreitkräfte unabhängiger von außereuropäischen Zulieferern macht.
Deutz beteiligt sich als Minderheitsinvestor an dem Münchner Startup und stellt damit die langfristige Zusammenarbeit auf eine solide Basis. Beide Unternehmen finanzieren die Technologieentwicklung und Produktionsausweitung aus eigenen Mitteln, um so die wirtschaftliche Unabhängigkeit und strategische Flexibilität zu sichern.
Marc Wietfeld, CEO und Mitgründer von Arx Robotics, erklärt:
„Mit dieser Partnerschaft zeigen wir, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit aus eigener Kraft stärken kann. Arx bringt unbemannte, software-definierte Systeme ein, Deutz industrielle Power und Antriebskompetenz – gemeinsam liefern wir unseren Landstreitkräften die nötige Masse an unbemannten Systemen.“
Industrie trifft Hightech: München wird zum Knotenpunkt
Die Kooperation geht über eine reine Produktintegration hinaus. Beide Unternehmen entwickeln eine Schnittstelle, welche die KI-Plattform Mithra OS von Arx Robotics mit den Antrieben von Deutz verbindet. Damit entsteht eine modulare Architektur, die unterschiedliche Antriebsformen – batterieelektrisch, hybrid oder konventionell – mit intelligenten Steuerungssystemen verknüpft. Deutz liefert zudem mobile Energieinfrastruktur, darunter Stromgeneratoren, Speicherlösungen und Wechselbatterien.
Marco Herre, CEO von Deutz Defense, betont:
„Unbemannte und teilautonome Verteidigungssysteme werden immer wichtiger und zentraler Bestandteil zukünftiger Streitkräfte sein. Es sind diese Partnerschaften made in Germany, die wir brauchen, um Europas Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“
Durch den Zugriff auf das internationale Produktions- und Servicenetzwerk von Deutz kann Arx Robotics künftig größere Aufträge schneller realisieren. Damit vereint die Partnerschaft die Agilität eines Startups mit der Fertigungstiefe eines Industrieunternehmens – ein Modell, das europaweit Schule machen könnte.