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Über eine viertel Milliarde Euro für Isar Aerospace

Über eine viertel Milliarde Euro für Isar Aerospace

Isar Aerospace

Credit: Foto: Isar Aerospace

Isar Aerospace – Credit: Foto: Isar Aerospace

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Großer Jubel bei Isar Aerospace. Das Spacetech-Unternehmen sammelt in einer Series-D-Finanzierungsrunde 270 Millionen Euro ein. Ein Multimillionen-Deal mit globalen Auswirkungen.

12. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

Isar Aerospace hat eine Series-D-Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro abgeschlossen. Neben der Höhe ist vor allem auch die strategische Ausrichtung spannend, denn Isar Aerospace positioniert sich damit einmal mehr als Infrastruktur-Anbieter für europäische und verbündete Raumfahrtsouveränität.

In einem Markt, in dem Europa 2025 deutlich weniger Orbitalstarts als die USA durchführte, wird verlässlicher Zugang zu kleinen und mittleren Satellitenstarts sicherheits- und industriepolitisch relevanter. In Zahlen wird das noch schneller bewusst, denn während im Jahr 2025 weniger als zehn orbitale Starts von Europa aus durchgeführt wurden, waren es in den USA mehr als 190.

Zudem ist Isar Aerospace das einzige private europäische Unternehmen, das die dafür notwendige Kapazität und Infrastruktur baut. Die Nachfrage spiegelt das wider. Inzwischen kommen 60 Prozent aller Anfragen an Isar Aerospace in den letzten zwölf Monaten von Regierungsseite, während die Nachfrage zuvor von kommerzieller Seite dominiert wurde.

Von wem kommt das Kapital?

Zu den neuen Investoren der 270-Millionen-Euro-Runde gehören Island Green Capital und Molten Ventures. Bestehende Geldgeber wie HV Capital, Lakestar, UVC Partners und KfW Capital beteiligten sich ebenfalls. Das Kapital soll vor allem in die Skalierung der Produktion fließen. Die neue Fabrik in Parsdorf bei München ist laut Unternehmensangaben auf bis zu 40 Spectrum-Trägerraketen pro Jahr ausgelegt. Ein hoher Automatisierungsgrad sowie die konsequente vertikale Integration ermöglichen es, Entwicklung, Fertigung und Tests nahezu vollständig inhouse abzudecken.

Was passiert mit dem Kapital?

Zahlreiche Meilensteine haben bereits die vergangenen Wochen geprägt. Durch die neue Finanzierungsrunde ist nun der Weg für die nächsten strategischen Schritte geebnet. So plant Isar Aerospace nach dem ersten Startplatz im norwegischen Andøya den Aufbau eines weiteren Standorts in Kanada. Eine Absichtserklärung mit Maritime Launch Services sieht Spaceport Nova Scotia in Canso als mögliche zweite Launch-Basis vor und wurde bereits unterzeichnet.

Damit könnte Isar Aerospace künftig unterschiedliche Orbit-Anforderungen für kommerzielle und staatliche Kunden abdecken, darunter Erdbeobachtung, Kommunikation und sicherheitsrelevante Missionen.

Isar Aerospace bereitet parallel auch den Start seines Qualifikationsflugs „Onward and Upward“ vor, bei dem fünf CubeSats und ein Experiment für das „Boost!“-Programm der ESA an Bord sein werden. Das Startfenster ist vom 15. bis zum 21. Juni geöffnet. Der Start erfolgt vom firmeneigenen Startkomplex bei Andøya Space aus, vorbehaltlich der Wetterbedingungen, der Sicherheitslage und der Verfügbarkeit des Startplatzes.

Verteidigung, Nato und Weltraumsouveränität rücken in den Fokus

Mitgründer und CEO von Isar Aerospace Daniel Metzler sagt:

„Der Weltraum ist längst kein Neuland mehr – er ist das Fundament staatlicher Handlungsfähigkeit. Mithilfe der strategischen Unterstützung unserer Investoren ermöglichen wir staatlichen und kommerziellen Kunden weltweit mit unseren Startsystemen den Zugang zum Weltraum.“

Das Unternehmen bekräftigt, dass sich die Nachfrage stark in Richtung Verteidigung entwickelt. In dem im Mai 2026 veröffentlichten Bericht Sparta 2.0 wird der souveräne europäische Zugang zum Weltraum als eine zentrale Fähigkeitslücke Europas genannt, die auf dem Weg zu eigenständiger Handlungsfähigkeit adressiert werden muss.

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