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Weltmeister und Startup-Investor: Philipp Lahm im Interview

Weltmeister und Startup-Investor: Philipp Lahm im Interview

Credit: Philipp Lahm, die bayerische Wirtschatsministerin Ilse Aigner und Hauke Schwiezer, Gründer von Startup Teens (Foto: Munich Startup)

Credit: Philipp Lahm, die bayerische Wirtschatsministerin Ilse Aigner und Hauke Schwiezer, Gründer von Startup Teens (Foto: Munich Startup)

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

6. Februar 2018

3 Min. Lesezeit

In seiner Sportler-Karriere hat Philipp Lahm fast alles erreicht, was man im Fußball nur erreichen kann: Deutscher Meister, Pokalsieger, Gewinner der Champions League, Weltmeister. Seit dem Ende seiner Laufbahn als Sportler widmet sich der ehemalige Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern München einer neuen Aufgabe: Er investiert in Startups und unterstützt die Initiative Startup Teens. Wir haben mit Philipp Lahm über seine zweite Karriere als Startup-Investor und Förderer von Nachwuchsunternehmern gesprochen.

Seit Jahresbeginn sind Sie Kooperationspartner von Startup Teens. Wie unterstützen Sie das Projekt konkret?

Meistens bin ich natürlich Teil der öffentlichen Veranstaltungen wie zuletzt der Pressekonferenz, denn hier kann ich durch meine Anwesenheit Aufmerksamkeit erzeugen. Außerdem gebe ich gerne meine Erfahrungswerte als Profifußballer und Jungunternehmer an die jungen Leute weiter.

Warum sollten sich Jugendliche denn überhaupt mit Unternehmertum befassen?

Ich finde, wenn man eine gute Idee hat, in der man Potenzial sieht, sollte man als Teenager mutig und optimistisch sein. Junge Leute sollen etwas unternehmen, ohne Haus und Hof zu gefährden. Wichtig finde ich aber trotzdem eine abgeschlossene schulische Qualifikation als Rückhalt.

Naturkost, Körperpflege und ein Prämienprogramm für Fußballfans – Ihr Investmentportfolio klingt nach der Lebenswelt eines Profisportlers. Suchen Sie Ihre Investments selbst aus? Wie wichtig ist Ihnen der Sport- oder Gesundheitsbezug?

Der Gesundheitsbezug ist für mich wesentlich und wird bei allen meinen Investments berücksichtigt. Da ich Sixtus zu 100% übernommen habe und bei Schneekoppe seit kurzem Mehrheitsanteilseigner bin, habe ich hier eine besondere Verantwortung.  Alle Firmen müssen zu mir passen, da berate ich mich auch immer mit meinem Team. Beim Startup Fanmiles hat mich übrigens der große Mut der Gründer überzeugt und begeistert.

Philipp Lahm mit Gabriele Böhmer, Redaktionsleiterin von Munich Startup, im Münchner Werk1. (Foto: Munich Startup)

Philipp Lahm mit Gabriele Böhmer, Redaktionsleiterin von Munich Startup, im Münchner Werk1. (Foto: Munich Startup)

Woher ziehen Sie Ihr Wissen über Startups? Hilft Ihnen Ihre Erfahrung als Mannschaftskapitän auch auf dem „Spielfeld“ Unternehmertum?

Nein, im ersten Schritt nicht.  Mir hilft eine Organisation wie Startup Teens vor allem mit einem großen Netzwerk, mit dem ich mich austauschen kann. Mit gesundem Menschenverstand kann ich dann entscheiden, welche Firmen zu mir passen und welche nicht.

Ihre Investments sind über ganz Deutschland verteilt. Sind Sie auch in der Münchner Gründerszene unterwegs? Wie schätzen Sie das Startup-Ökosystem in Ihrer Heimatstadt ein?

Dass meine Unternehmen über ganz Deutschland verteilt sind, stimmt nicht ganz. Sixtus liegt am Schliersee, also direkt bei mir in der Nähe, sodass ich theoretisch jeden Tag vorbeischauen und nach dem Rechten sehen kann. Bezüglich Schneekoppe weiß ich so frisch nach der Übernahme noch nicht, ob der Sitz in Krefeld bleibt, der dort wegen dem vorherigen Mehrheitsanteilseigner platziert ist.

Investments machen Arbeit und bedeuten langfristige Verantwortung. Planen Sie dennoch eine Rückkehr zum Profifußball — etwa als Funktionär oder Trainer? 

Egal als Spieler, Trainer oder Funktionär — der Fußball wird immer mein Thema und meine Leidenschaft bleiben. Trotzdem sehe ich mich als Trainer erstmal nicht. In meiner neuen Rolle als EM-Botschafter 2024 fühle ich mich aber gut aufgehoben, denn meine Aufgaben sind spannend und vielseitig.

Ihr früherer Mannschaftskollege und Vorgänger als Bayernkapitän Oliver Kahn ist mit seiner Firma Goalplay ja ebenfalls in der Startup-Szene unterwegs. Tauschen Sie sich mit ihm übers Unternehmerdasein aus?

Bislang noch nicht, aber bestimmt gibt es da irgendwann eine passende Gelegenheit, bei der man über Erfahrungen und Tipps sprechen kann.

Wo trifft man Philipp Lahm an einem freien Tag am ehesten in München? Was sind Ihre Lieblingsplätze in der Stadt?

Momentan spiele ich in meiner Freizeit viel Tennis und nehme Stunden beim Trainer meines Sohnes, der mir viel beibringt.

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