Städteübergreifend und smart ÖPNV-Tickets kaufen – 7 Fragen an… Bluego!
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Städteübergreifend und smart ÖPNV-Tickets kaufen – 7 Fragen an… Bluego!

Das Münchner Startup Bluego hat es sich zum Ziel gesetzt, den Ticketkauf im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu vereinfachen. Egal für welche Stadt, ganz ohne App. Eine große Herausforderung, doch mit ihrem innovativen Ansatz haben die Gründer Felix Pröhl und Marina Weinehl bereits erste Kooperationspartner gefunden. Mit dem „Gipfelstürmer“-Preis wurden die beiden bereits ausgezeichnet. Wir haben dem Werk1-Startup unsere 7 Fragen gestellt.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Produkt bitte kurz vor!

Marina Weinehl, Gründerin von Bluego.

Unsere Idee von Bluego ist es, eine Softwarelösung zu entwickeln, die den Prozess des Ticketkaufs im öffentlichen Personennahverkehr automatisiert und gleichzeitig Mehrwerte für Nutzer und Verkehrsgesellschaften schafft. Umgesetzt wird das durch eine modulare Lösung, die Daten einer Fahrt (wie beispielsweise die Anfangsstation und die passierten Stationen) mit Hilfe der Sensorik in Smartphones erhebt. Auf Basis dieser Daten können wir dem Fahrgast das optimale Ticket anbieten. Das Modul wird in bereits bestehende Applikationen der Verkehrsgesellschaften eingebunden.

Wir sind zwei Gründer mit unterschiedlichen Themenfeldern. Felix Pröhl (24), B.A. Businessadministration, ist verantwortlich für die technische Umsetzung des Produkts. Er ist die treibende Kraft, wenn es darum geht, Meilensteine in der Produktenwicklung zu planen und diese dann umzusetzen. Und ich, Marina Weinehl (21), ebenfalls B.A. Businessadministration, kümmere mich um den finanziellen Teil im Startup. Außerdem bin ich für die organisatorischen Aufgaben und Verwaltungsprozesse zuständig.

ÖPNV-Tickets überall kaufen — ohne zusätzliche App

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Es gibt ein paar Lösungen, die bereits auf dem Markt angeboten werden, aber nur in Kombination mit Hardware. Das heißt, damit diese Ticketsysteme funktionieren, müssen Beacons oder optische Signale in allen Fahrzeugen — egal ob Bus, Bahn oder Tram — installiert werden. Gerade große Verkehrsgesellschaften, die über riesige Fahrzeugflotten verfügen, müssen viel Geld für die Installation in die Hand nehmen. Zusätzlich fallen Kosten für regelmäßige Wartungen an.

Bluego verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Wir nutzen etwas, das heutzutage fast jeder ständig bei sich trägt: das Smartphone. Um das bestmögliche Ticket für den Fahrgast zu buchen, müssen wir wissen, wo er eingestiegen ist (die Station und die Linie), welche Stationen passiert wurden und wo er ausgestiegen ist. Mit Hilfe der Sensoren, die in Smartphones verbaut sind, können wir genau diese Informationen erheben. Die Vorteile für den Fahrgast: er muss sich nicht mehr mit den komplizierten Tarifsystemen auseinandersetzen, er hat immer ein gültiges Ticket und das zum besten Preis.

Hinzu kommt, dass sich der Fahrgast nicht noch eine weitere App herunterladen muss. Unser Modul wird in die bereits bestehende App der Verkehrsgesellschaft integriert. Wichtig: die Funktion kann jederzeit ausgeschaltet werden.

Druck, um innovative Projekte beim ÖPNV voranzutreiben

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Natürlich sind auch wir, wie viele andere Startups, etwas blauäugig an die Sache rangegangen. Wir haben schnell gelernt, dass die internen Entscheidungsprozesse in Verkehrsgesellschaften lang und träge sind. Das Wichtigste ist daher, dass die Geschäftsführung so früh wie möglich mit eingebunden wird. Erst dann ist der nötige Druck dahinter, um innovative Projekte voranzutreiben.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir haben einen tollen Kooperationspartner gefunden, der uns unterstützt. Nur dadurch sind wir überhaupt in der Lage, unsere Idee umzusetzen. Da Bluego erst letztes Jahr gegründet wurde, muss man realistisch sein und die Umsatzerwartungen runterschrauben. Nichtsdestotrotz ist unser Ziel für 2019, zwei bis drei Kunden zu akquirieren. 2019 steht bei uns ganz im Zeichen des Wachstums.

5. Was bedeutet München für Euch?

Der Standort München ist perfekt. Es gibt viele Startup-Programme, die Startups optimal unterstützen und untereinander vernetzen. Man kann sich super mit anderen Gründern austauschen und über gemeinsame Probleme diskutieren. Auch für uns persönlich hat München viel zu bieten. In München sitzt eine der größten und umsatzstärksten Verkehrsgesellschaften in Deutschland. Sowohl als Wirtschaftsstandort als auch aufgrund persönlicher Aspekte ist München daher sehr attraktiv.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Soweit denken wir noch nicht. Der Markt bietet viele Möglichkeiten für Innovationen. Durch alte Strukturen und eingefahrene Prozesse werden diese Innovationen aber oft nicht realisiert oder besitzen sehr lange Entwicklungszyklen. Das wollen wir ändern und andere Startups motivieren, im Bereich des ÖPNV zu agieren.

7. Bier oder Prosecco?

Abstimmungsergebnis: Für Bier sind vier, für Prosecco nur einer. Daher: Bier!

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).

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