© Konfuzio

Ein Schweizer Taschenmesser für Dokumente

Versicherungsverträge, Exposés, Rechnungen — um nicht unterzugehen in der täglichen Dokumentenflut hat das Münchner Startup Konfuzio eine Softwarelösung entwickelt, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz diese Dokumente nicht nur sortiert, sondern auch auf wichtige Informationen scannt. Wie genau das passiert, erklären uns die Gründer Christopher Helm und Florian Zyprian im Interview.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor.

Konfuzio: Wir, Christopher und Florian, haben uns im Masterstudium Finanz- und Informationsmanagement an der TUM kennengelernt und diverse Hackathons gewonnen. Während dieser Zeit entstand die Idee für die KI-Software Konfuzio, dem “Schweizer Taschenmesser zur Verarbeitung von komplexen Geschäftsdokumenten”. Seit 2016 arbeiten wir gemeinsam in einem wachsenden Team für unsere Firmenkunden.

Konfuzio automatisiert die Verarbeitung von unstrukturierten Dokumenten wie Versicherungsverträgen, Exposés und Rechnungen, durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Um dies zu erreichen, erkennt unsere Software, um welche Art von Dokument es sich handelt und extrahiert anschließend alle relevanten Informationen. 

Mit Konfuzio werden nicht nur Back-Office-Prozesse schneller und kostengünstiger, sondern Konfuzio öffnet auch bisher ungenutzte Datenschätze in Echtzeit. Strukturiert aufbereitete Geschäftsberichte ermöglichen eine präzise Selektion von neuen Firmenkunden und einen umfassenden Gesprächsleitfaden für Vertriebsmitarbeiter. Konfuzio stellt dabei die passenden Informationen für die Kundenakquise zur Verfügung, die zuvor in Geschäftsberichten mit mehreren hundert Seiten verborgen waren.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Konfuzio: Konfuzio verarbeitet Dokumente unabhängig von ihrem Layout. Das manuelle Anlegen und Nachpflegen von Regeln, wie es bisher üblich war, entfällt komplett. Der Konfuzio-Algorithmus lernt selbständig, auch bisher ungesehene Dokumente zu verstehen. Dies funktioniert mit Fotos, Scans und digitalen Dokumenten.

Challenge: Erste Kunden gewinnen

Munich Startup: Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Konfuzio: Im Bereich von B2B-Softwarelösungen ist es erfahrungsgemäß schwierig, die ersten Kunden zu gewinnen. Mit Siemens, verschiedenen Töchtern der WWK Versicherungen, einem großen Immobilienfond in Frankfurt und einer Bank in München, sowie diversen Mittelständlern haben wir allerdings gezeigt, dass wir moderne Technologien sowohl bei Großunternehmen als auch dem deutschen Mittelstand in den Alltagseinsatz bringen können.

Munich Startup: Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Konfuzio: Wir verfügen über eine mittlere zweistellige Anzahl an zahlenden Kunden aus der Versicherungs- und Finanzbranche. Unsere Gewinne investieren wir fortlaufend seit der Gründung in 2016.

Gut aufgehoben in der “Versicherungshauptstadt” Europas

Munich Startup: Was bedeutet München für Euch?

Konfuzio: München als “Versicherungshauptstadt” Europas bietet uns einen direkten Zugang zu einer unserer größten Kundengruppe. Insbesondere der Insurtech Hub München hat es uns ermöglicht, mit den richtigen Ansprechpartner von (fast) allen großen, deutschen Versicherern in Kontakt zu treten. Mit unserer Teilnahme bei der DIA (Digital Insurance Agenda) Conference konnten wir von München aus auch Versicherungen aus dem Ausland erreichen. Programme wie Xpreneurs der UnternehmerTUM und Angebote des LMU Entrepreneurship Centers haben uns geholfen, in der frühen Gründungsphase die richtigen Entscheidungen zu treffen und Kontakte zu anderen Gründern zu knüpfen.

Munich Startup: Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Konfuzio: Das Potential, das sich durch den KI-gestützten Zugang zu unstrukturierten Daten für Versicherungen und Finanzdienstleistern ergibt, ist riesig. Das Übertragen der relevanten Eckdaten eines 8-seitigen Dokumentes in ein IT-System verursacht beispielsweise Kosten von 8 Euro und führt im Schnitt zu 3 Übertragungsfehlern. 

Der Lernprozess des Algorithmus Konfuzio ist nicht auf bestimmte Sprachen oder Industrien beschränkt. Wir gehen zudem davon aus, dass in einer zunehmend vernetzen Welt auch die Menge an unstrukturierten Informationen, die ausgetauscht werden, weiter zunimmt.

Munich Startup: Helles oder Prosecco?

Konfuzio: Helles.

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