Das Gründer-Team von Bean United.
© Bean United

Bean United oder die „sozialste Bürokaffeemarke Deutschlands“

Kaffee trinken und Gutes dabei tun — Bean United macht es möglich. Wie genau, das hat uns einer der beiden Gründer, Thomas Greulich, in unseren 7 Fragen verraten.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Thomas Greulich: Wir sind Bean United — das soziale Kaffee-Startup aus Oberhaching im Münchner Süden. Wir sind 80 Jahre alt — also 2×40. Da wir Zwillingsbrüder sind, kennen wir uns faktisch das ganze Leben lang. Philipp, der 2 Minuten Jüngere, hat Sportökonomie an TU München studiert, ich — Thomas — International Business an der FH Nürnberg und in Mexico City. Nach dem Studium waren wir gemeinsam im Traineeprogramm von Red Bull und sind dann verschiedene berufliche Wege gegangen, bis wir uns 2018 ein Herz gefasst haben, und gemeinsam ein „Social Business“ a.k.a. eine soziale Kaffeefirma gegründet haben. 

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Thomas Greulich: „Bildung ist die Basis jeder Entwicklung“ — Nelson Mandela. Wir finanzieren über den Verkauf von sozialem Bürokaffee Schulmahlzeiten in Burundi, Afrika, und fördern damit Bildung, da die Kinder im armen Norden des Landes auf Grund der freien Schulspeisung den Unterricht kontinuierlich besuchen.

Kaffeebohnen für Schulmahlzeiten

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Thomas Greulich: Jein, auch andere Marken wie beispielsweise Lycka oder ChariTea helfen, aber wir haben zwei Alleinstellungmerkmale: 

Zum einen geben wir prozentuell mehr ab, als jede andere Kaffeemarke, nämlich ganze 2,50 Euro pro Kilo, die genau 10 Schulmahlzeiten in Burundi bewirken. Das Projekt machen wir übrigens in Kooperation mit der Welthungerhilfe und besuchen es vor Ort so oft wir können.

Zum anderen konzentrieren wir uns als „sozialste Bürokaffeemarke Deutschlands“ zu 100 Prozent auf den B2B-Markt.

Munich Startup: Was waren bisher Eure drei größten Herausforderungen?

Thomas Greulich: 1) Die „Großen“ als Kunden zu gewinnen. Mittlerweile arbeiten wir u.a. mit Adobe, Allianz, Freeletics, Münchner Rück, Salesforce und Sono Motors zusammen — und das ohne Verträge, dafür aber mit Vertrauen.

2) Kommunikation von „Friendly Trade“ statt Fairtrade-Zertifikat.

3) Redesign unseres Markenauftritts mit tollen Freelancern statt teurer Agentur — boot-strapping eben. Nach einem Jahr sind wir jetzt in den letzten Zügen, auf Instagram gibt es bereits eine Preview.

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Thomas Greulich: Wir sind sehr zufrieden, und haben unsere Ziele übertroffen: 250.000 Schulmahlzeiten konnten wir 2019 in Burundi bereit stellen — und Bean United finanzierte sich von Anfang an aus den eigenen Einnahmen, ganz ohne Investoren.

Die deutschlandweite, exklusive Kooperation mit Dean&David war sicherlich der erste große Meilenstein, nun stehen wir in Gesprächen mit zahlreichen Topunternehmen, von denen jeder — in Zusammenarbeit mit Bean United — jährlich über hunderttausend Schulmahlzeiten ermöglichen könnte. Ebenso kommen aber immer mehr Startups und Mittelständler auf uns zu und meistens werden wir uns schnell einig. 

Unser Ziel, in 2021 über 1 Million Mahlzeiten pro Jahr zu ermöglichen, schaffen wir so eventuell sogar noch früher.

Smart-soziales Konzept passt nach München

Munich Startup: Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Thomas Greulich: Für uns ist es hier in unserer Heimat wirklich perfekt. Neben erfolgreichen Startups und Mittelständlern sitzen hier viele Großunternehmen, die immer mehr Ressourcen für die Themen Nachhaltigkeit, CSR, Mitarbeiterzufriedenheit und Employer Branding einsetzen. Hierzu passt unser smart-soziales Konzept.

Munich Startup: Coworking oder eigenes Office?

Thomas Greulich: Co. Unsere Firma sitzt in einem kleinen Co-Working Space in Oberhaching, zudem haben wir auf Abruf einen Platz im Wework in der Münchner City, wo wir zudem die Baristabar mit Bean United-Kaffee versorgen. Es ist sehr schön, sich mit anderen Freelancern und Machern gegenseitig zu befruchten — und a Gaudi gehört ja auch dazu.

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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