Stimmung in ITK-Branche erholt sich

Mit dem Corona-Schock hat die Stimmung in der IT- und Kommunikationsbranche einen historischen Tiefststand erreicht. Im Juni ging es schon wieder deutlich bergauf.

In der ITK-Branche wächst bereits wieder die Zuversicht und die Stimmung hellt sich auf – darauf deuten zumindest die Indikatoren des Branchenverbands Bitkom hin. Auch die Umsatzprognosen für die kommenden anderthalb Jahre fallen erfreulich aus. So erwartet Bitkom für dieses Jahr zwar einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent auf 163,5 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr soll der Markt jedoch bereits wieder um 2 Prozent auf 166,7 Milliarden Euro wachsen. Der Digitalverband erwartet, dass die Beschäftigtenzahl im Krisenjahr 2020 konstant bei 1,2 Millionen bleibt und im Folgejahr um 20.000 zusätzliche Jobs ansteigen wird.

„Mitten in der Krise mit ihren vielen Unbekannten bieten Prognosen vor allem Orientierungswerte. Sicher ist: Der Digitalisierungsschub bringt der ITK-Branche langfristiges Wachstum“,

sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Digitalisierung mit Mut, Entschlossenheit und Tempo vorantreiben“

Die Indikatoren für die Stimmung in der ITK-Branche zeigen alle deutlich nach oben. Der Index für die aktuelle Geschäftslage stieg im Juni zum Vormonat um 9,3 Zähler auf 11,6 Punkte. Im Durchschnitt beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage damit erstmals seit Beginn der Krise wieder eher positiv. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate kletterten noch stärker um 12,3 Zähler auf noch immer negative -8,0 Punkte. Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus aktueller Lage und Erwartungen berechnet, dreht im Juni erstmals seit Februar wieder ins Plus und notiert mit 1,5 Punkten nun 11,0 Zähler höher als im Vormonat. Berg sagt:

„Für die Unternehmen der Digitalbranche hat sich die Geschäftslage den zweiten Monat in Folge verbessert. Die Hoffnungen sind groß, dass der konjunkturelle Tiefpunkt der Corona-Krise für die digitale Wirtschaft überwunden ist und der allgemeine Digitalisierungsschub die Nachfrage nach digitalen Lösungen ankurbelt.“

Der Bitkom-Präsident hofft, dass die Wochen des Lockdowns „ein Weckruf“ gewesen sind. Digitale Technologien hätten das öffentliche Leben und unsere Wirtschaft erst am Laufen gehalten.

„Die Corona-Krise ist ein Digital Turning Point. Unsere digitalen Defizite wurden in den vergangenen Wochen schonungslos offengelegt, in Unternehmen, der Verwaltung und insbesondere der Bildung. Jetzt gilt es umso mehr, die Digitalisierung in allen Bereichen mit Mut, Entschlossenheit und Tempo voranzutreiben.“

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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