Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Hiring Pace“ betrachtet, wie viele offene Stellen ein Startup hat und wie schnell es diese besetzen kann; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Capmo hat eine App für digitales Projektmanagement und Baudokumentation entwickelt. Sie erfasst die Baupläne digital und macht sie auf allen angemeldeten Geräten verfügbar — auch im Offline-Modus. Fotos von der Baustelle werden dabei direkt in der App gespeichert und automatisch im Bauplan verortet. Außerdem können mit der App die Aufgaben unter allen Beteiligten des Bauprojekts verteilt werden, was die Zusammenarbeit erleichtern und die Mängeldokumentation vereinfachen soll. Die letzte Finanzierungrunde liegt für Capmo allerdings schon eine Weile zurück: Im Sommer 2021 sicherte sich das Startup 25,5 Millionen Euro (30 Millionen Dollar) in seiner Series-B. Das Dealroom Signal des Startups erreicht daher 73 Zähler, mit 100 Punkten im Segment „Timing“. (Bild: Capmo)Kinexon: Der Münchner Spezialist für vernetzte und automatisierte Prozesse Kinexon liefert Cloud-Software zur Erfassung, Optimierung und Automatisierung von Prozessen in Produktion, Logistik und Sport. Dabei wird durch die Kombination der Software des Startups mit beliebigen Sensoren und vernetzten Geräten eine End-to-End-Lösung für Automatisierung geschaffen. Im Sport-Bereich konnten die Münchner bereits große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als sich sowohl die FIFA als auch ein Großteil der NBA-Teams für die Lösungen zur Analyse von sportlicher Performance sowie Anreicherung von Sportübertragungen mit neuartigen Daten entschieden. Mit 122,5 Millionen Euro (130 Millionen Dollar) konnte sich Kinexon Anfang 2022 zudem eine beeindruckende Series-A-Finanzierung sichern. Mit 110 Punkten Im Bereich „Timing“ sagt das Dealroom Signal nun, es wäre an der Zeit für das nächste Investment. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 72 Zählern.Navvis: Auch für die Navvis liegt die letzte Finanzierungsrunde bereits einige Zeit zurück. Das Startup, das Hard- und Software zur Erfassung (Kartierung) von Innenräumen entwickelt und vermarktet, hat zuletzt Ende 2021 ein Investment bekommen. Damals gab es 25 Millionen Euro für die Münchner. Bei der Lösung von Navvis kommen mobile Laserscanner zum Einsatz, aus deren Daten das Startup „digitale Zwillinge“ der gescannten Räume erstellt. Diese werden vor allem in der Überwachung und Dokumentation von Bauprojekten sowie der Produktions- und Fabrikplanung eingesetzt. Zu den Kunden des Startups zählen Unternehmen wie BMW, Daimler, Allianz, Audi und Skoda. Das Dealroom Signal bewertet Navvis mit insgesamt 71 Punkten, im Segment „Timing“ kommt es auf 100. (Bild: Navvis)Usercentrics bietet eine Consent Management Platform (CMP) an, die Unternehmen und WebseitenbetreiberInnen dabei hilft, die Einwilligungen ihrer BesucherInnen technisch einzuholen, zu verwalten und für den Fall einer Prüfung zu dokumentieren. Das ist wichtig, da die Nutzereinwilligung gemäß der EU-weit gültigen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in den meisten Fällen die Rechtsgrundlage für den Einsatz von Webtechnologien zu Marketing- und Werbezwecken ist. Zu den zahlreichen Kunden des Startups gehören auch Shopify, Daimler, die KfW und Personio. Was Finanzierungen anbelangt, erhielt Usercentrics zuletzt Ende 2020 Kapital von Investoren. Das Dealroom Signal bewertet das Unternehmen mit insgesamt 71 Punkten. (Bild: Usercentrics)Temedica: Das Münchner Health-Startup Temedica entwickelt verschiedene digitale Therapiebegleiter und verknüpft diese Apps mit seiner Insights-Plattform Permea. Dabei führt das Unternehmen Daten aus verschiedensten Quellen zusammen, etwa Registerdaten, Verkaufsdaten von medizinisch relevanten Produkten und auch Versicherungsdaten. So will Temedica einen vollständigen Blick auf die Versorgungsrealität von PatientInnen ermöglichen und die individuelle, patientenorientierte Versorgung verbessern. Investoren unterstützten dieses Vorhaben zuletzt Ende 2022, als sie in einer Erweiterung der Series-B-Runde weitere 25 Millionen Euro in das Startup steckten. Mit 71 Punkten in der Dealroom Signal Gesamtbewertung nähert sich nun die Zeit für das nächste Investment. (Bild: Temedica)
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