Munich Startup
Automobilbranche: Jeder Zweite meidet Startups

Automobilbranche: Jeder Zweite meidet Startups

Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

24. Oktober 2017

2 Min. Lesezeit

Fahrassistenzsysteme, Elektromobilität oder autonome Fahrzeuge: In kaum einer Branche prägen digitale Innovationen bereits heute so stark den Markt und werden für so gravierende Veränderungen in der Zukunft sorgen wie in der Automobilbranche. Dennoch macht derzeit mehr als jeder zweite Automobilhersteller bzw. -zulieferer (56 Prozent) einen Bogen um Startups und arbeitet nicht mit ihnen zusammen.

Nur 3 von 10 Unternehmen (29 Prozent) entwickeln zusammen mit Startups neue Produkte oder Dienstleistungen, 15 Prozent unterstützen Startups, etwa durch Förderprogramme. Gerade einmal 7 Prozent beziehen Produkte oder Dienstleistungen von Startups und nur 2 Prozent haben in Startups investiert.

Mit Startups vorne mitmischen!

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie mit 20 oder mehr Mitarbeitern.

„Für die Automobilindustrie gilt wie für wohl kaum eine andere Branche: Digital first. Wer bei der Digitalisierung auf der Überholspur sein will, der muss mit innovativen, technologiegetriebenen Startups zusammenarbeiten“,

sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Die Automobilbranche ist von herausragender Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Ziel muss sein, dass sie bei disruptiven Technologien eine weltweite Spitzenposition erobert und Motor der digitalen Wirtschaft wird.“

Automobilbranche beklagt sich: Zu wenig Automotive Startups

Vor allem kleineren Unternehmen fehlt es aktuell an Kontakt zu Startups. Unter den Unternehmen der Automobilbranche mit 20 bis 99 Mitarbeitern arbeiten 62 Prozent nicht mit Startups zusammen, bei jenen ab 100 Mitarbeitern sind es 49 Prozent. Gleichzeitig sagt jedes dritte Automobilunternehmen (34 Prozent), die Innovationsfähigkeit der gesamten Branche werde gehemmt, weil es in Deutschland zu wenige Automotive Startups gibt.

Anfang des Jahres ist auch aus diesem Grund in München der Digital Hub Mobility an den Start gegangen. Im Rahmen einer bundesweiten Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums arbeiten dort Automobilhersteller, Mittelständler, Startups und Wissenschaftler gemeinsam an der vernetzten Mobilität der Zukunft und entwickeln neue Lösungen.

Weitere Ergebnisse der Befragung der Automobilhersteller hat Bitkom zum Start der IAA vorgestellt, die Ergebnisse sind zum Download verfügbar.

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