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Eine diversere Finanzierungskultur braucht weibliche Business Angel

Eine diversere Finanzierungskultur braucht weibliche Business Angel

Credit: Adobe Stock/KohXD

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Arno Eggers

Arno Eggers

Frauen sind im Bereich Business Angel Investing noch deutlich unterrepräsentiert. Doch sie investieren häufiger in Gründerinnenteams, setzen wichtige Impulse für die Startup-Szene und stärken mit ihrer Sichtbarkeit das Ökosystem. Wie gelingt der Einstieg?

5. September 2025

4 Min. Lesezeit

Die Verantwortung liegt bei allen Playern im Ökosystem

Frauen sind im Bereich Business Angel Investing nach wie vor stark unterrepräsentiert. Studien zufolge sind in Deutschland lediglich etwa 10 bis 15 Prozent weibliche Business Angel. Es entstehen immer mehr Programme, die gezielt daran arbeiten, diese Lücke zu schließen. Unter anderem verfolgt die Initiative Women Angels Mission ‚25 das Ziel, mehr Frauen für Angel Investing zu gewinnen, indem sie Investorinnen vernetzt, ihre Sichtbarkeit erhöht und konkrete Unterstützung beim Einstieg bietet. Auch die FIN-Academy des Female Investors Network bietet Workshops, Pitch-Trainings und Zugang zu relevanten Veranstaltungen. Business Angels Deutschland (BAND) möchte mit seiner Initiative Women Angels Mission ’25 durch mehr Sichtbarkeit und Mobilisierung von Investorinnen das Business Angels Ökosystem diverser machen und zugleich Gründerinnen ermutigen, ihre Geschäftsideen erfolgreich umzusetzen.  


Svenja Lassen, Gründerin des Female Investors Network und Leiterin der FIN-Academy, sieht die Verantwortung bei allen AkteurInnen im Ökosystem:

„Es braucht das Bewusstsein, dass wir alle von mehr Perspektiven und Diversität im Startup-Ökosystem profitieren und es nur gemeinsam schaffen, den Frauenanteil zu erhöhen. Etwa, indem jeder Akteur, Arbeitgeber und Veranstalter hinterfragt, ob im Team oder auf Events genug Frauen sind und diese gezielt anspricht sowie inhaltlich einbindet. Oder indem Investoren und Angels, aber auch Gründer aus München ihre Partnerinnen, Freundinnen, Schwestern oder Kolleginnen mitnehmen zu Veranstaltungen wie Festivals, Demo Days oder Pitch Events und gezielt Frauen nach ihrer Meinung zu einem Startup oder einer Geschäftsidee fragen, um sie für das Thema zu begeistern, aber vor allem, um gemeinsam zu besseren Entscheidungen zu kommen.“

Mit der FIN-Academy biete man einen niedrigschwelligen Einstieg:

„Wir bilden online Frauen aus, die Lust haben, die Grundlagen über Startup-Investments zu lernen und Business Angel werden wollen. Sie müssen kein Vorwissen mitbringen. Nach sechs Wochen haben sie nicht nur das nötige Wissen, sondern auch die Community, um gemeinsam mit Investments loslegen zu können.“ Auch wenn der Frauenanteil bis Ende des Jahres nicht die Zielmarke von 25 Prozent erreichen werde, sei ein Anstieg auf 30 Prozent Investorinnen bis 2030 machbar.“

Mehr als 200 Frauen haben das Programm bereits durchlaufen, die nächste Runde startet im Oktober. Interessentinnen können sich hier für die FIN-Academy anmelden und am 6. Oktober 2025 starten.

Wie gelingt der Einstieg ins Angel Investing?

Wer in München mit Angel Investing starten möchte, findet ein aktives Netzwerk und zahlreiche Anlaufstellen. Baystartup organisiert regelmäßig Matching-Events, bei denen InvestorInnen und Startups zusammengebracht werden. Auch das Werk1 im Münchner Osten sowie das InsurTech Hub Munich bieten Programme, bei denen GründerInnen und InvestorInnen ins Gespräch kommen können. Hinzu kommen Veranstaltungen wie die Münchner Startup Demo Nights oder das Munich Startup Festival, die sich für erste Kontakte eignen. 

Wer ganz neu ins Thema einsteigen will, kann sich beispielsweise über die FIN-Academy gezielt Know-how aneignen und in einer Community von InvestorInnen austauschen. 

Unsere Expertin Svenja Lassen fasst das so zusammen:

„Wer Interesse hat, folgt am besten den verschiedenen Akteuren in München via LinkedIn, informiert sich über ihre Events und geht dann einfach mal hin. Die Szene ist grundsätzlich sehr offen, auch unsere Mitglieder und ich freuen uns über jeden Austausch und vermitteln gern Wissen wie Kontakte. Keine Scheu, einfach starten!“

Damit haben EinsteigerInnen in München die Möglichkeit, sowohl Wissen als auch Netzwerke aufzubauen. Das sind die beiden zentralen Bausteine für einen erfolgreichen Start als (Female) Business Angel.

Mehr Sichtbarkeit, mehr Wirkung für Business Angel

Neben Kapital ist Sichtbarkeit entscheidend. Investorinnen, die sich in Panels, bei Award-Verleihungen oder in den Medien engagieren, stärken nicht nur ihr eigenes Profil, sondern fungieren gleichzeitig als Role Models. So tragen sie dazu bei, dass mehr Frauen Angel Investing überhaupt als Möglichkeit wahrnehmen. Sichtbare Vorbilder und gezielte Förderprogramme senken Hürden, schaffen Vertrauen und machen den Einstieg in ein noch immer exklusives Ökosystem leichter.

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