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„Let’s Make Some Waves“ – Happy Ocean Foods und die pflanzliche Garnele

„Let’s Make Some Waves“ – Happy Ocean Foods und die pflanzliche Garnele

Das Happy Ocean Foods-Team.

Credit: © Happy Ocean Foods

Das Happy Ocean Foods-Team. – Credit: © Happy Ocean Foods

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Pflanzliche Alternativen für Fleisch und Milch gibt es mittlerweile in (fast) jedem Supermarkt, in vielen Restaurants und Cafés. Aber wie steht es um pflanzliche Alternativen für Fisch und Meeresfrüchte? Über ein Münchner Startup, das den deutschen Plant-Based-Fisch-Markt revolutionieren möchte.

6. August 2020

3 Min. Lesezeit

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind 33 Prozent aller erfassten Fischbestände überfischt. 60 Prozent der Bestände werden an der maximalen Grenze zur Nachhaltigkeit befischt. Auch der Einsatz von Chemikalien in der industriellen Garnelen-Zucht und die damit verbundenen Umweltbelastungen für Flüsse und andere Gewässer sind längst bekannt.

Keine guten Aussichten für Fischfreunde. Was also tun, wenn man trotzdem nicht auf Fisch oder Meeresfrüchte verzichten möchte? Immer eine gute Idee: auf regionale Produkte zurückgreifen. So stuft beispielsweise der Fischratgeber von Greenpeace den heimischen Karpfen als ‚unproblematisch‘ ein – übrigens der einzige Fisch, der das schafft – und Garnelen kann man mittlerweile aus einer bayerischen Züchtung beziehen. Oder aber: Man greift zu einer pflanzlichen Alternative.

Profitables Geschäftsmodell und nachhaltigere Welt

Mit Good Catch und New Wave Foods gibt es im amerikanischen Plant-Based-Fischsegement bereits Player, den deutschen Markt möchte jetzt Happy Ocean Food erobern. Das Gründerteam – bestehend aus Robin Drummond und Julian Hallet – will mit seinem ersten Produkt, der Happy Ocean Garnele, nicht nur Vegetarierinnen und Veganer überzeugen. Robin Drummond meint dazu:

„Wir haben große Ziele und eine klare Vision. Wir glauben daran, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Wenn du etwas in deinem Verhalten veränderst, wird dies andere beeinflussen und größere Wellen schlagen. Let’s make some waves. Das ist unsere Motivation. Denn mit Happy Ocean Foods wollen wir nicht nur ein sehr profitables Geschäftsmodell aufbauen, sondern zu einer nachhaltigeren und gesünderen Welt beitragen. […] Wir glauben daran einen großen Impact zu schaffen, indem wir eine international erfolgreiche Marke im Plant-Based-Segment für Fisch- und Meeresfrüchte werden, die am Ende den Fischesser und damit den Massenmarkt überzeugt.“

Tierische Garnele vs Happy Ocean Garnele(c) Happy Ocean Foods

Aus was genau besteht eigentlich die ‚glückliche‘ Garnele? Robin Drummond erklärt:

„Wir entwickeln Alternativen zu Fisch- und Meeresfrüchten auf pflanzlicher Basis. Dafür nutzen wir einen Mix aus pflanzlichen Proteinen kombiniert mit Algenextrakten, Gewürzen und natürlichen Aromen – extrahiert aus der Alge – um unser erstes Produkt, eine Happy Ocean Garnele herzustellen, die in Geschmack, Textur und Aussehen einer echten Garnele gleicht. Aufgrund unserer Zutaten ist sie reich an wichtigen Omega-3-Fettsäuren, die sonst vor allem in Fisch vorkommen und eine gute Proteinquelle.“

Zahlreiche Experimente und etliche Iterationsschleifen

Noch hat das Münchner Startup seine Garnele nicht gelauncht, für August ist aber ein erster Restaurantverkauf geplant. Was war bislang die größte Herausforderung für Happy Ocean Foods. Robin Drummond meint dazu:

„Das Entwickeln eines überzeugenden Produkts mit einem ausgezeichneten Geschmackserlebnis, das wirklich gesund ist. In der Produktentwicklung haben wir zahlreiche Experimente durchgeführt, etliche Iterationsschleifen gedreht und Kundenfeedback über Verkostungen eingesammelt, um ein Ergebnis mit Wow-Effekt zu erzielen. Wir sind geschmacklich und ernährungsphysiologisch sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand unserer Happy Ocean Garnele.“

Herausforderung wird auch immer sein, den Massenmarkt von dem Ersatzprodukt zu überzeugen, da nur so ein nachhaltiger Effekt erzielt werden kann. Dass es aber möglich ist, zeigen Marken wie Beyond Meat oder der schwedische Haferdrink-Hersteller Oatly, der es mit seiner Barista-Edition in Kühlschränke vieler Menschen geschafft hat, die bislang mit Ersatzprodukten nicht viel am Hut hatten.

Der Happy Ocean Garnele sollen übrigen noch weitere Fischersatzprodukte folgen. Wer aber als RestaurantbesitzerIn mit der Garnelen-Variante beginnen möchte, der kann sich jetzt als Verkaufspartner von Happy Ocean Foods registrieren und einen kleinen Beitrag zur Plant-Based-Fisch-Revolution beitragen.

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