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Isar Pyrolysis wandelt dezentral Plastikmüll in wertvolle Treibstoffe um

Isar Pyrolysis wandelt dezentral Plastikmüll in wertvolle Treibstoffe um

Credit: © Frimufilms / Freepik

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Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 sind seit der Erfindung des Plastiks rund 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll entstanden. 79 Prozent davon befinden sich auf Mülldeponien oder direkt in der Umwelt – in Flüssen, an Stränden, als Teil der berüchtigten Müllinseln oder auch als Mikroplastik in der Nahrungskette. Und jedes Jahr kommen rund 350 Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu, von denen lediglich knapp 15 Prozent recycelt werden. Ein gigantisches Problem, dem das Startup Isar Pyrolysis etwas entgegensetzen will. Das Münchner Unternehmen entwickelt eine flexibel einsetzbare Anlage, die aus Plastikmüll Treibstoff herstellt. So will es nicht nur den Müll reduzieren, sondern auch abgelegene Orte mit Treibstoff versorgen. Ein Interview mit dem Gründerteam.

23. August 2024

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was macht Euer Startup Isar Pyrolysis? Welches Problem löst Ihr?

Isar Pyrolysis: Wir entwickeln und bauen kleinskalige, mobile und energieautarke Pyrolyseanlagen für den dezentralen Einsatz. Diese können überall auf der Welt eingesetzt werden, um dezentral Plastikmüll in wertvolle Treibstoffe wie Benzin und Diesel umzuwandeln.

Wir tragen dazu bei, dass Plastikmüll, der ansonsten zu Mikroplastik abgebaut oder verbrannt worden wäre, aus der Umwelt verschwindet. Gleichzeitig versorgen wir abgelegene Orte mit Treibstoffen.

Energie aus Plastik für abgelegen Orte

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Isar Pyrolysis: Die Plastikpyrolyse gibt es bislang nur in größere bis deutlich größere Skalen. Unser Pyrolysesystem kann einfach dorthin transportiert werden, wo es gebraucht wird, ohne jegliche Anforderungen an die Infrastruktur vor Ort. Dadurch sind wir eine Lösung für das Plastikmüllproblem an Orten, wo es sonst keine Lösung gibt.

Außerdem produzieren wir direkt Treibstoffe aus dem Plastikmüll. Üblicherweise muss Pyrolyseöl noch in Raffinerien weiterverarbeitet werden. Diese ganzen Transportwege sparen wir uns.

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Isar Pyrolysis: Die Idee zur Plastikmüllpyrolyse kam ursprünglich von Elias, der das Projekt bereits in seiner Schulzeit verfolgt hat. Während seines Studiums ist er auf den Lehrstuhl zugegangen, wo Marc promoviert, um Unterstützung im Bereich Konstruktion, Fertigung und Auslegung zu erhalten. Zusammen gewannen sie den zweiten Preis beim TUM IDEAward und führten das Projekt in Richtung Startup fort. Dazu wurden noch Daniel fürs Prototyping und Florian für Administrative Aufgaben und IT an Bord geholt. Aktuell sind wir in den TUM VentureLabs und arbeiten von dort aus an unserem neuesten Prototypen, den wir zum Ende des Jahres im Ausland testen wollen.

Isar Pyrolysis mit TUM IDEAward ausgezeichnet

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Isar Pyrolysis: Die Konstruktion und Fertigung unseres Produktes sind definitiv die größten Herausforderungen. Durch unseren Anspruch, dass unsere Anlage günstig und wartungsarm laufen soll, gibt es einige technische Herausforderungen, die wir mit möglichst einfachen, aber wirkungsvollen, Methoden gelöst haben. Dadurch können wir eine simpel zu bedienende und wartungsarme Pyrolyseanlage verkaufen, die überall auf der Welt von jedem eingesetzt werden kann.

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Isar Pyrolysis: In einem Jahr möchten wir unsere Kernkomponenten getestet und optimiert haben, sodass wir eine marktreife Version der Pyrolyseanlage auf den Markt bringen können. In fünf Jahren möchten wir unsere Produktion ausgebaut und die Lieferketten gesichert haben, sodass wir die potenziellen Kunden auf unserer Warteliste beliefern können.

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Isar Pyrolysis: Bislang haben wir nur positive Erfahrungen gemacht. Das TUM-Ökosystem rund um die UnternehmerTUM liefert ein leistungsstarkes Netzwerk, wo man viel Unterstützung erhalten kann, wenn man fragt. Angefangen bei Gründungsberatungen, über Förderungen, Workshops bis zu Räumlichkeiten und andere Gründer gibt es viele Möglichkeiten das eigene Startup voranzubringen.

Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?

Isar Pyrolysis: Eine gesunde Mischung aus beiden. Wir wählen die goldene Mitte.

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