Munich Startup
Erfolgreiche Wachstumsfinanzierung für Robotise

Erfolgreiche Wachstumsfinanzierung für Robotise

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

6. April 2020

3 Min. Lesezeit

Neue Finanzspritze für Robotise: Bayern Kapital und der Wachstumsfonds Bayern beteiligen sich erneut an einer Finanzierungsrunde für das Münchner Startup. Weitere Investoren sind mehrere Privatpersonen sowie ein Family Office eines mittelständischen Unternehmens. Das Investment soll sich auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag belaufen.

Das Münchener Startup Robotise hat einen Serviceroboter entwickelt, der autonom und mobil verschiedene repetitive Tätigkeiten im Bereich der Intralogistik innerhalb von Gebäuden übernimmt. Der erste, modular aufgebaute und über die Robotise-Cloud-Verbindung steuerbare und überwachte Serviceroboter namens Jeeves soll vor allem in Kliniken, Reha-Zentren, großen Arztpraxen und Pflegeheimen, sowie in Hotels, Bürogebäuden als auch an Flughäfen zum Einsatz kommen. Dort sollen die Roboter das Pflege- und Servicepersonal von einfacheren Tätigkeiten entlasten.

Mit den Mitteln der aktuellen Finanzierungsrunde sollen eine weitere Steigerung des Reifegrades der Service-Roboter, die Vorbereitung der Kleinserien-Fertigung, die Optimierung der Softwarekomponenten sowie die Etablierung der Technologie zunächst in der DACH-Region erfolgen. Mit Abschluss dieser Finanzierungsrunde beläuft sich das von Robotise insgesamt eingeworbene Kapital auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag.

Erhebliches Wachstumspotenzial für die Technologie von Robotise

Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital, meint zum Investment:

„Wir sind überzeugt, dass Service-Robotik gerade in Zeiten besonderer wirtschaftlicher und personeller Herausforderungen in vielen Bereichen, vor allem auch in der Gesundheitsbranche, eine zentrale Rolle spielen wird. Damit können einfache, laufend wiederkehrende Aufgaben automatisiert werden. Genau hier liegt erhebliches Wachstumspotenzial für die Technologie von Robotise. Der Serviceroboter eröffnet neue Möglichkeiten für die Automatisierung von Prozessen in der Dienstleistungsbranche und kann viele Unternehmen dabei unterstützen, das Personal für komplexere Arbeiten einzusetzen — was letztlich sowohl Patienten, Kunden und Gästen als auch den Mitarbeitern selbst zugutekommt.”

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagt:

„Die Robotik hat für Bayern eine strategisch bedeutende Funktion — nicht nur im produzierenden Gewerbe, sondern auch in allen Bereichen des Dienstleistungssektors. Daher ist es wichtig, jungen und aufstrebenden Unternehmen wie Robotise ausreichend Wachstumskapital zur Verfügung zu stellen, um sie unternehmerisch voranzubringen. Deshalb kommt dem Wachstumsfonds Bayern eine wichtige Rolle zu, um den Hightech-Standort Bayern weiterhin an der Spitze zu halten und gerade in Zeiten von Corona Innovationen zu fördern, die den Menschen zugutekommen.“

Einsatzort: Isolierstationen

Und Robotise-Gründer und CEO Oliver Stahl erklärt:

„Wir sind hochzufrieden mit dem Kreis an Investoren und freuen uns über das entgegengebrachte Vertrauen. Diese erste Wachstumsfinanzierungsrunde ist für uns sehr wichtig, um unser Produkt weiterzuentwickeln und im Markt zu etablieren — gerade für ein Produktunternehmen im Hightech-Bereich ein großer Schritt. In der aktuellen Situation kann Jeeves die Versorgung von isolierten COVID-19-Patienten erleichtern, sie zum Beispiel mit Getränken oder Snacks versorgen. Während Ärzte und Pfleger für diese Aufgaben umständlich Schutzkleidung anziehen müssen, kann Jeeves unproblematisch in Isolierstationen arbeiten. Dadurch wird der Kontakt von COVID-19-Patienten zu anderen Menschen und somit die Ansteckungsgefahr für das Klinikpersonal auf ein Minimum reduziert. Wir sind davon überzeugt, dass Service-Robotik sich zu einem wichtigen Zweig der hiesigen Wirtschaft entwickeln kann und der Bedarf im Markt vorhanden ist.“

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