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Jedes zweite Startup konnte offene Stelle nicht besetzen

Jedes zweite Startup konnte offene Stelle nicht besetzen

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

9. August 2017

2 Min. Lesezeit

Der viel beschworene Fachkräftemangel — insbesondere bei IT-Spezialisten ist er laut einer neuen Bitkom-Studie Realität. Jedes zweite Startup konnte bereits Stellen nicht besetzen, weil es keine geeigneten Kandidaten fand.

Der ITK-Branchenverband hat mehr als 250 Startup-Gründer befragen lassen und 53 Prozent sagten, dass bereits mindestens einmal eine Position nicht besetzt werden konnte, weil sich kein qualifizierter Bewerber gefunden hat. Rund zwei Drittel der Befragten tun sich insbesondere bei der Suche nach IT-Experten schwer. 17 Prozent haben Probleme, Vertriebsmitarbeiter zu finden, 10 Prozent finden kaum Experten für Marketing und Kommunikation. Bitkom-Präsident Achim Berg sagt dazu:

„Wir sehen seit Jahren in der deutschen Wirtschaft einen gravierenden Fachkräftemangel, vor allem mit Blick auf IT-Experten. Startups konkurrieren an dieser Stelle mittlerweile nicht nur mit großen IT-Konzernen, sondern mit etablierten Unternehmen aus nahezu allen anderen Branchen, die gerade mit Blick auf das Fix-Gehalt häufig mehr bieten können als ein frisch gegründetes Startup.“

Umso wichtiger sei es für Gründer deshalb, „ein attraktives Paket für Bewerber zu schnüren und auch international nach Kandidaten zu suchen.“

Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte

Wie auch Studien aus anderen Branchen zeigen, ist besonders die Nachfrage nach Entwicklern groß. 17 Prozent der Gründer geben an, dass Backend-Entwickler besonders schwer zu finden sind, 13 Prozent beklagen allgemein ein Fehlen von Entwicklern und Programmierern. 8 Prozent finden keine Javascript-Entwickler, 7 Prozent keine Front-End-Entwickler und ebenso viele keine Mobile-Entwickler. Immerhin 6 Prozent der Befragten sagen, es sei besonders schwer, Big-Data- und Data-Science-Experten einzustellen. Bitkom-Präsident Berg warnt:

„Gerade bei Startups, die sich noch relativ leicht für einen Standort im Ausland entscheiden können, kann der Fachkräftemangel zu einem gravierenden Nachteil für den Standort Deutschland werden. Das Ziel, mehr junge Menschen für die Informatik zu gewinnen, etwa indem flächendeckend ein Schulfach Informatik eingeführt wird, ist nicht nur bildungspolitisch bedeutend, sondern auch konkrete Startup-Förderung.“

Für Fachkräfte aus dem Ausland, so Berg, müsse eine Willkommenskultur entwickelt werden, um diese verstärkt nach Deutschland zu ziehen.

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