Munich Startup
Umfrage: Zu viele Unternehmen lassen Startups links liegen

Umfrage: Zu viele Unternehmen lassen Startups links liegen

Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

21. Februar 2018

2 Min. Lesezeit

Ob beim Thema Finanzen, in der Energiebranche, im Gesundheitswesen oder im Handel: Startups sind heute in allen Branchen aktiv. Sie sind innovativ, schnell und agil — und dennoch lässst  die große Mehrheit der Unternehmen sie links liegen. Das zeigt eine Bitkom-Umfrage.

Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen ab 20 Mitarbeiter geben an, dass sie mit Startups nicht zusammenarbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 505 Unternehmen aus allen Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 8 Prozent sagen, dass sie sich finanziell an Startups beteiligt haben, 28 Prozent arbeiten mit ihnen auf andere Art zusammen, etwa bei Gründerwettbewerben. Aber nur 14 Prozent entwickeln gemeinsam mit Startups neue Produkte oder Dienstleistungen.

Bitkom

© Bitkom

Es werden riesige Chancen verspielt

„Sowohl etablierte Unternehmen als auch Startups verspielen riesige Chancen, wenn sie nicht häufiger und enger zusammenarbeiten“,

sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Mittelständler ebenso wie Konzerne haben auf diese Weise die Chance, digitale Innovationen ins Unternehmen zu holen, und Startups können so leichter auf dem Markt Fuß fassen und erste Kunden gewinnen.“

© Bitkom

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Es mangelt vor allem am fehlenden Kontakt zu Gründern

Unternehmen, die nicht mit Startups zusammenarbeiten, haben meist schlicht keinen Kontakt zu Gründern. Das gilt für 77 Prozent aller Unternehmen. Rund jedes Zweite (56 Prozent) sagt, man sehe in der Kooperation keinen Mehrwert, ebenso viele haben kein konkretes Projekt im Blick. 4 von 10 Unternehmen (39 Prozent) haben keine Zeit für Startup-Kooperationen, jedem vierten (27 Prozent) fehlt das Geld.

„Es gibt keinen Grund, nicht zumindest das Gespräch mit Startups zu suchen“,

so Berg.

„Eine Vielzahl von Initiativen ermöglicht vor Ort einen Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Gründern. Und auch die bundesweite Digital Hub Initiative bringt Unternehmen und Startups aus den Leitbranchen zusammen und schafft Orte, um gemeinsam an ganz konkreten Projekten zu arbeiten.“

Dass die Zusammenarbeit von Startups mit größeren Unternehmen sehr fruchtbar sein kann, belegen auch zahlreiche Beispiele aus dem Münchner Ökosystem. Firmen wie Konux oder Bohéme haben Munich Startup von ihren Erfahrungen berichtet.

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