GreenTech stagniert: Finanzierung als Problem

Stagnation bei grünen Gründungen: Die Kapitalbeschaffung stellt GreenTech-Startups vor große Herausforderungen. Unternehmen anderer Branchen tun sich bei der Finanzierung offenbar wesentlich leichter. Das berichtet der  Green Economy Gründungsmonitor 2017.

Kapitalbeschaffung problematisch: Forderungen an die Politik

Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium und der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Vorhabens „Green Start-up Investment Alliance (GreenUpInvest)“ wurden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Startup Monitor (DSM) 2017 des Bundesverbands Deutsche Startups (BVDS) Daten zu Finanzierungsbedingungen und -herausforderungen von GreenTech-Startups und nicht-grünen, innovativen Startups ausgewertet.  Die Ergebnisse zeigen, dass der zukünftige Finanzierungsbedarf bei den GreenTech-Startups (im Mittel 200.000 €) höher liegt als bei den nicht-grünen Startups (im Mittel 35.000 €).

Dies begründet auch, warum GreenTech-Startups die Kapitalgewinnung als größere Herausforderung betrachten als Unternehmer aus anderen Branchen. Dadurch erklärt sich wohl, dass sich die befragten GreenTech-Startups von der Politik vor allem mehr Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung erhoffen. Die anderen Startups erwarten dahingegen vor allem den Abbau regulatorischer und bürokratischer Hürden. Auffällig ist auch, dass sich die GreenTech-Startups deutlich stärker als andere Startups eine Verbesserung des Austausches mit der Politik wünschen.

Münchner GreenTech-Startups unter den Top-Deals der Jahre 2016 und 2017

In den Jahren 2016 und 2017 wurden im Rahmen der zehn größten bekannten deutschen Deals — darunter unter anderem Lilium und tado° — insgesamt über 367,5 Millionen Euro in allein acht Startups investiert. Die meisten Unternehmen befanden sich dabei in der Wachstumsphase. Am häufigsten wurde in den Green Economy-Bereichen Energieeffizienz sowie Erneuerbare Energien investiert.

Bemerkenswert ist, dass die beiden einzigen Unternehmen in der Startup-Phase im Bereich nachhaltige Mobilität mit E-Multikoptern bzw. Flugtaxis aktiv sind. Dies spricht gleichzeitig für einen hohen Innovationsgrad aber auch ein erhöhtes Risikopotenzial. Die Investoren sind überwiegend (Corporate) Venture Capital-Gesellschaften, gefolgt von Privatinvestoren sowie privaten Unternehmen. Hier handelt es sich häufig um Investoren, deren Portfolios schwerpunktmäßig aus Investments in den Bereichen Cleantech und Energie bestehen (z.B. eCapital, innogy SE). Ebenso finden sich jedoch auch konventionelle Investoren wie Rocket Internet oder Daimler. Die Anzahl an Kapitalgebern variiert von zwei bis zwölf Investoren pro Deal.

Neben getätigten Deals in Deutschland wurden auch internationale Deals erfasst. Zu den drei größten identifizierten grünen Deals zählt ein Investment über eine Milliarde US-Dollar in den E-Fahrzeug-Hersteller NIO aus Shanghai. Weitere 60 Millionen US-Dollar erhielt Ayla Networks, ein Anbieter einer Internet-of-things-Plattform aus Kalifornien. 50 Mio. US-Dollar wurden in das israelische E-Mobility-Unternehmen Phinergy investiert.

Informationen über alle vergangenen und zukünftigen in Deutschland sowie international getätigte Deals findet Ihr auf der Gründungsplattform StartGreen.

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

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