© Reflekt

Reflekt – Agilität, Geschwindigkeit und Drang nach Innovation

Das Münchner Startup Reflekt ermöglicht es Unternehmen, selbstständig Augmented- und Mixed-Reality-Anwendungen zu entwickeln und zwar ganz ohne Programmierkenntnisse. Damit ist das Unternehmen seit 2012 erfolgreich unterwegs, hat mittlerweile rund 60 Mitarbeiter weltweit und weitere Stellen sind ausgeschrieben. Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen nutzen Reflekt. Die Branche boomt, mit einem prognostizierten Wachstumsrate von fast 60% bis 2026. Wir haben mit Wolfgang Stelzle, CEO und Gründer des Jungunternehmens, gesprochen.

Welche Lösung liefert Ihr?

Unser Ökosystem unterteilt sich in zwei Bereiche. Eine Plattform zur Erstellung von Augmented-Reality (AR) Inhalten und ein Remote-Expert-Tool, das Mitarbeiter per Klick mit einem Experten für direkten AR-Support verbindet.

Wolfgang Stelzle
Wolfgang Stelzle ist CEO und Gründer des AR-Startups Reflekt. © Reflekt

In der Produktion, in der Montage und auch im Wartungsbereich führt der Einsatz von AR mit dem Reflekt Ökosystem dazu, dass die Arbeit schneller und mit weniger Fehlern erledigt wird. Dafür werden visuelle Schritt-für-Schritt Anleitungen genutzt, Anweisungen direkt ins Sichtfeld des Arbeiters eingeblendet oder es werden Soll-/Ist-Vergleiche auf verschiedene Komponenten eines Objekts projiziert.

Im Trainingsbereich geht es darum, wie man Lerninhalte visuell und interaktiv vermitteln kann. Unser Ziel ist es, Wissen nachhaltig zu vermitteln und zu vermeiden, dass Mitarbeiter nach dem Training direkt die Lerninhalte wieder vergessen.

Alles auf eine Karte gesetzt

Was war der wichtigste Meilenstein seit der Gründung? Und wer oder was hat Euch dabei gepusht?

Es ist schwierig, den einen wichtigsten Meilenstein seit der Gründung zu benennen, da es in verschiedenen Phasen viele wichtige Meilensteine gibt. Die Investitionsrunden mit Bosch, BASF und Prosegur gehören da sicherlich dazu (Anm. d. Redaktion: hier die Informationen zu den Finanzierungsrunden 2015 bzw. zur 5,7 Mio. schweren Series-A-Runde 2018).

Was uns als Gründer sicherlich am meisten geprägt hat, war ein Management Buy-Out in 2015. Damals haben wir alles auf eine Karte gesetzt, um einen Großteil der Firmenanteile wieder zurück zu kaufen, die wir einige Jahre zuvor zur Vermeidung einer Firmenpleite abgegeben hatten.

Auf dem Weg zum Erfolg gab es sicher Stolpersteine. Aus welchem Fehler hast Du am meisten gelernt?

Wir haben viele Fehler gemacht in der Vergangenheit, und vermutlich hätten wir die auch nicht alle vermeiden können. Schließlich trifft man Entscheidungen fast immer unter Risiko.

Würde ich ein Startup zum ersten Mal gründen, dann würde ich allerdings versuchen, mir schnellstmöglich einen erfahrenen Mentor an die Seite zu holen. Das kann ein Gründer über Acceleratoren-Programme, Konferenzen, Meetups etc. auch ohne bestehendes Netzwerk schaffen!

Was ist Dein ultimativer Tipp für Gründer?

Ich denke, jedes Startup bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Viele Entwicklungen folgen aber Mustern, die man erlernen kann. Dazu ist es wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die erfahrener sind als man selbst. Und nie aufhören zu lernen!

Aber vor allem ist es wichtig, niemals aufzugeben und nach Rückschlägen immer wieder aufstehen.

„Eine gute Idee mit einem genialen Team“

Was ist aus Deiner Sicht der ausschlaggebende Faktor für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung?

Das Team — eine geniale Idee mit gutem Team kann nie so erfolgreich sein wie eine gute Idee mit einem genialen Team.

Ihr wurdet 2012 gegründet. Seht Ihr Euch noch als Startup?

Ich denke schon, ja. Wir haben zwar 2012 gegründet, waren damals aber vor allem im Projektgeschäft unterwegs. Die Produktentwicklung für skalierbares Lizenzgeschäft haben wir erst mit dem Einstieg von Bosch gestartet.

Außerdem steht für uns immer noch die Unternehmensstruktur und -kultur viel stärker im Vordergrund. Bei uns gibt es kurze Entscheidungswege und jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, Dinge selbst anzupacken. Das ermöglicht eine schnelle Umsetzung von Ideen und Initiativen und wappnet uns für unvorhersehbare Ereignisse.

Ihr habt neben München und Düsseldorf auch einen Standort in San Francisco. Wie empfindet Ihr die Gründerstimmung in Deutschland? Und wo seht Ihr Vorteile eines Standorts in der Bay Area, wo liegen die Vorteile von München?

Interessante Frage, vor allem da ich mich als Vorsitzender einer Bundesarbeitsgruppe Startups im Wirtschaftsrat Deutschland auch für das Startup-Ökosystem in Deutschland einsetze. Das Rückgrat Deutschlands sind Industrie und Mittelstand. Dafür werden wir international beneidet und darin schlummert großes Potential für Startups.

Insbesondere München ist für B2B-Startups ein Schlaraffenland. Allerdings sind uns die USA und insbesondere die Bay Area in vielen Dingen um viele Jahre voraus. Dazu zählt allen voran die schiere Masse an Kapital und Strukturen, die Innovation fördern. So ist es ist Deutschland nach wie vor nahezu unmöglich, Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen. Das geht in frühen Startup-Phasen nur virtuell, was viele Nachteile hierzulande mit sich bringt.

Wo gehen die aktuellen AR-, VR- und Mixed-Reality-Trends aus Eurer Sicht hin?

Ein wichtiges Stichwort hier ist das Ökosystem. Während wir sowohl beim Thema Hardware als auch beim Thema Software mittlerweile viele AR-Angebote auf dem Markt sehen und jedes Jahr neue dazu kommen, besteht noch wenig Verknüpfung von verschiedenen Lösungen untereinander. Es wird allerdings immer mehr von Unternehmen gefordert, verschiedene Programme und Softwarelösungen in einer App zu vereinen, die in bestehende Infrastrukturen im Unternehmen integriert werden kann.

Agilität, Geschwindigkeit und der Drang nach Innovation

Wie wird Euer Unternehmen zum nächsten Unicorn?

Wir sind Vorreiter in einem spannenden Markt, haben ein ausgezeichnetes Produkt — im wahrsten Sinne des Wortes — und ein starkes Team. Wir werden Agilität, Geschwindigkeit und den Drang nach Innovation hochhalten und uns ein Ökosystem aufbauen, welches nur schwer durchbrochen werden kann. Dazu zählen auch Partnerschaften mit etablierten Unternehmen wie Bosch und Siemens, von denen wir viel lernen und die uns einen globalen Hebel geben.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke!

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