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Smartbax sichert sich 6,3 Millionen Euro für Antibiotika mit neuem Wirkprinzip

Smartbax sichert sich 6,3 Millionen Euro für Antibiotika mit neuem Wirkprinzip

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Bernd Heppel ist Online- und Multimedia-Redakteur bei Munich Startup. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in digitalem Journalismus, Social Media, Content-Produktion und PR– unter anderem beim Burda Verlag und bei der Bavaria Fiction.

6. Juli 2026

3 Min. Lesezeit

Es gibt Krankheiten, da helfen am Ende nur noch Antibtiotika. Doch immer häufiger treten in diesem Zusammenhang auch Antibiotikaresistenzen auf. Deshalb ist die stete Forschung in diesem Bereich unumgänglich. Ein Startup, das sich genau damit beschäftigt, ist Smartbax. Und dort kann die Forschung nun mit großen Schritten weitergehen, denn das Münchner Biotech-Startup hat nun seine Pre-Series-A-Finanzierungsrunde auf insgesamt 6,3 Millionen Euro erweitert. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen sein von Aicuris einlizenziertes Leitprogramm gegen multiresistente gramnegative Bakterien bis zur IND-Einreichung entwickeln und parallel seine eigene Antibiotika-Pipeline ausbauen.

Smartbax verfolgt gleich mehrere neuartige Wirkmechanismen gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger – einem der größten ungelösten Probleme der globalen Gesundheitsversorgung. Während viele klassische Antibiotika auf bekannte Angriffspunkte abzielen, setzt das Münchner Biotech auf innovative molekulare Strategien, die Resistenzen überwinden oder deren Entstehung verhindern sollen.

Pre-Series-A wächst auf 6,3 Millionen Euro

Mit dem zweiten Closing der Pre-Series-A-Finanzierungsrunde steigt das Gesamtvolumen auf 6,3 Millionen Euro. Die zusätzliche Finanzierung stammt von einem Single Family Office aus Frankfurt.

Bereits an der Finanzierungsrunde beteiligt sind Anobis Asset, Bayern Kapital, Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF), HTGF (High-Tech Gründerfonds) und UnternehmerTUM Funding for Innovators.

Dr. Robert Macsics, CEO von Smartbax, erklärt:

„Mit diesem zusätzlichen Investment können wir unser Leitprogramm bis zur IND-Einreichung voranbringen und damit einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung unserer Pipeline erreichen. Gleichzeitig investieren wir weiter in unsere proprietären enzymatischen Aktivatoren, die einen grundlegend anderen Ansatz zur Bekämpfung bakterieller Infektionen verfolgen. Zusammen unterstützen diese Programme unser Ziel, der wachsenden Herausforderung antimikrobieller Resistenzen zu begegnen.“

Leitprogramm zielt auf bislang ungenutzten Angriffspunkt

Das Kapital soll vor allem die Weiterentwicklung des Leitprogramms bis zur Einreichung eines Investigational New Drug (IND)-Antrags finanzieren. Mit einer erfolgreichen IND-Einreichung kann ein Medikamentenkandidat in den USA die Genehmigung für den Start klinischer Studien erhalten.

Im Mittelpunkt der Finanzierung steht ein Wirkstoffprogramm, das Smartbax kürzlich von Aicuris einlizenziert hat. Der niedermolekulare Wirkstoff greift einen bislang therapeutisch nicht genutzten Schritt der Biosynthese von Lipopolysacchariden (LPS) an. Diese bilden einen zentralen Bestandteil der äußeren Zellmembran gramnegativer Bakterien und stellen einen attraktiven Angriffspunkt für neue Antibiotika dar.

Nach eigenen Angaben des Unternehmens konnte das Programm bereits seine Wirksamkeit in vivo nachweisen. Der große Paukenschlag hierbei: auch gegen multiresistente Erreger. Zudem besteht Potenzial für eine orale Verabreichung, was die spätere Anwendung deutlich erleichtern könnte.

Proprietäre Pipeline setzt auf Selbstzerstörung von Bakterien

Parallel entwickelt Smartbax eine eigene Pipeline innovativer Antibiotika. Das Unternehmen arbeitet hauptsächlich an zwei Wirkstoffkandidaten, die bakterielle Hydrolasen aktivieren. Statt die Erreger direkt anzugreifen, lösen sie einen Selbstverdau der Bakterien aus – ein neuartiger Wirkmechanismus, der sich von etablierten Antibiotikaklassen deutlich unterscheidet.

Die Wirkstoffprogramme zeichnen sich durch mehrere vielversprechende Eigenschaften aus. So sollen sie sowohl gegen grampositive als auch gegen gramnegative Bakterien wirksam sein und zudem bakterielle Biofilme bekämpfen können. Darüber hinaus wurde bislang keine Resistenzentwicklung beobachtet. Die niedermolekulare Wirkstoffstruktur soll außerdem die Weiterentwicklung und spätere Anwendung der Substanzen erleichtern.

Sollten sich diese Ergebnisse in der weiteren Entwicklung bestätigen, könnten die Programme einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen leisten.

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