Das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) ist das Entrepreneurship Center der Hochschule München, gegründet 2002 von Falk Strascheg. Über die Jahre hat das SCE ein mehrstufiges System aufgebaut, das Gründungsteams von der ersten Idee bis zur Finanzierung begleitet, mit Precelerator, Inkubator und Freiraum Ventures im Zentrum.
Precelerator und Inkubator
Der Precelerator ist ein offener Community Space für Gründungsinteressierte in einer sehr frühen Phase, unabhängig davon, ob schon ein Konzept oder Unternehmen vorliegt. Im Vordergrund stehen Arbeitsplätze, Prototyping und Austausch mit anderen Teams im Haus, oft der erste Kontaktpunkt vor strukturierteren Formaten wie dem Inkubator.
Teams mit tragfähigerer Idee bewerben sich für den Inkubator, der in festen Batches arbeitet. Herzstück ist das individuelle Coaching durch Gründungsberatung und die Biweekly-Treffen: Alle zwei Wochen besprechen die Teams eines Batches Fortschritt und Herausforderungen, etwa bei Kundenvalidierung oder Teamaufbau.
Freiraum Ventures: Anschlussfinanzierung
Für Teams nach der Aufbauphase bietet Freiraum Ventures, ein Frühphasenfonds eng verzahnt mit dem SCE-Ecosystem, eine Anschlussmöglichkeit bei der Kapitalsuche. Statt Teams ohne klaren nächsten Schritt zu entlassen, ist der Kontakt für die erste finanzielle Unterstützung direkt hergestellt. Ergänzend unterstützt das SCE beim EXIST-Gründerstipendium des Bundes, von der Einschätzung der Förderfähigkeit bis zur Antragstellung.
Erfolgsgeschichten
Dass aus der Unterstützung am SCE erfolgreiche Unternehmen entstehen können, zeigen verschiedene Beispiele. Eines der bekanntesten ist Freeletics. Das Münchner Startup meldete sein Unternehmen 2013 direkt am SCE an und entwickelte sich anschließend zu einem international bekannten Anbieter für digitales Fitnesstraining. Die Geschichte zeigt, welches Wachstum aus einer Gründung in einem Hochschul- und Startup-Umfeld entstehen kann.
Ein jüngeres Beispiel ist Omegga. Das Startup durchlief den „Strascheg Award“ und schaffte anschließend den nächsten großen Schritt in seiner Entwicklung: Zuletzt sicherte sich das Unternehmen eine Seed-Finanzierung über 10 Millionen Euro.
Beide Beispiele stehen für unterschiedliche Phasen und Wege, die das SCE begleitet. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes Programm als das Zusammenspiel der verschiedenen Angebote: Im Precelerator können aus ersten Ideen konkrete Gründungsvorhaben entstehen, im Inkubator werden Geschäftsmodelle weiterentwickelt und Teams intensiv begleitet. Geht es anschließend um Wachstum und Kapital, kommen Angebote wie Freiraum Ventures sowie die Unterstützung bei Förderprogrammen wie dem EXIST-Gründerstipendium ins Spiel.
Genau diese durchgängige Begleitung macht den Ansatz des SCE besonders: GründerInnen sollen nach dem Ende eines Programms nicht plötzlich auf sich allein gestellt sein. Stattdessen können sie innerhalb des Ökosystems den jeweils nächsten Schritt gehen, von der ersten Idee über die Unternehmensgründung bis hin zur Finanzierung und weiteren Skalierung.

Über den Autor: Liam Brömer absolviert ein halbjähriges Praktikum beim Strascheg Center for Entrepreneurship, parallel ist er in der Social Entrepreneurship Akademie tätig. Dies ermöglicht ihm Einblicke aus erster Hand in die Tiefen des Münchner Startup Ökosystems. Er ist 17 Jahre alt und besucht die 12. Klasse der Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung.
Wir haben in unserem Videocast Pitch & People mit SCE-Chef Klaus Sailer darüber gesprochen, warum Unsicherheit ein Wettbewerbsvorteil ist, was Europas Startup-Ökosystem noch fehlt und weshalb der Kontinent dringend seinen eigenen unternehmerischen USP finden muss. Hier geht es zur Folge.










