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Trotz ‚Corona-Effekt‘: Bayerische Startups sammeln fast viermal so viel Kapital ein

Trotz ‚Corona-Effekt‘: Bayerische Startups sammeln fast viermal so viel Kapital ein

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

13. Juli 2020

2 Min. Lesezeit

Die Zahl der Finanzierungsrunden für deutsche Startups ist im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent von 332 auf 360 gewachsen. Zugleich floss aber deutlich weniger Geld: In den ersten sechs Monaten 2019 sicherten sich deutsche Startups noch 2,813 Milliarden Euro, dieses Jahres nur noch 2,202 Milliarden Euro.

Besonders hart traf die Corona-Krise den VC-Markt in Berlin: Die Investments haben sich von 2,141 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,135 Milliarden Euro beinahe halbiert. Ähnliche Entwicklungen auf sehr viel geringerem Niveau finden sich auch in Nordrhein-Westfalen (Rückgang von 133 auf 60 Millionen Euro) und in Hamburg (Rückgang von 81 auf 26 Millionen Euro).

Ganz anders hat sich dagegen der VC-Markt in Bayern im bisherigen Jahresverlauf entwickelt: Nach 204 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahrs konnten bayerische Startups dieses Jahr bisher 773 Millionen Euro einsammeln. Der Vorsprung Berlins ist damit von knapp 2 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 362 Millionen Euro geschrumpft. Das größte Investment im bisherigen Jahresverlauf ging an ein Münchner Startup: 218 Millionen Euro sicherte sich das Flugtaxi-Startup Lilium im März. Im Juni wurde die Finanzierung dann noch auf fast 250 Millionen Euro erweitert.

„München bildet sich als zweiter großer Startup-Standort heraus“,

sagt Thomas Prüver, Partner bei EY.

„Das Profil des Münchner Startup-Ökosystem unterscheidet sich von dem der Bundeshauptstadt: Bayern ist vor allem im Technologie-Bereich stark. Damit ergänzen sich die beiden deutschen Top-Standorte hervorragend.“

„Corona-Effekt weniger massiv aus als zunächst befürchtet“

Prüver sieht den Einbruch bei den VC-Investments als Effekt der Corona-Krise:

„Die offensichtlichste Entwicklung ist der starke Rückgang bei sehr großen Deals: Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben auf zwei. Gleichzeitig gab es allerdings mehr kleine Transaktionen. Damit fällt der Corona-Effekt weniger massiv aus als zunächst befürchtet“.

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