Tag 2 auf der SXSW: Wer zu spät kommt, geht eben woanders hin
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Tag 2 auf der SXSW: Wer zu spät kommt, geht eben woanders hin

Tag 2 in Austin lässt mich Deutschland endgültig vergessen. Nicht nur verspricht das Tagesprogramm wieder viele interessante Einblicke und Begegnungen, auch das Wetter spielt mit: 32 Grad und Sonnenschein. Eine willkommene Abwechslung im März. Heute lautet der Plan: treiben lassen. Wie einfach das auf der SXSW ist und welche Tücken dieses Unterfangen gleichzeitig birgt, sollte ich schnell herausfinden.

Mein Tag in der City startet beim German Haus, das sich in die Bar Barracuda eingemietet hat. Wie schon im letzten Jahr, wie ich erfahre. Hier trifft sich in den nächsten Tagen die deutsche Tech-Szene. Das Programm reicht von Exhibitions über Vorträge zu Konzerten und gemeinsamen Partys. Rosige Aussichten also. Um 9:30 Uhr morgens sind die Vorbereitungen noch in vollem Gange. Im Inneren der Bar herrscht reges Treiben, während vor der Tür noch in großen weißen Lettern „GERMAN HAUS“ auf die Hausfassade gesprayt wird. DIY at its best. Dieses Bild zieht sich durch die gesamte Innenstadt. Diesmal soll es zum ersten Mal ein „Africa House“ geben, auch Peru ist vertreten. Es gibt also viel zu sehen. Als wir die ersten Blicke ins German Haus werfen wollen, werden wir umgehend von einer Mitarbeiterin angesprochen: „Seid ihr deutsch?“ Was für eine Frage. Wir sind 2,5h vor offizieller Eröffnung am Venue, natürlich sind wir deutsch. Um die Vorbereitungen nicht weiter zu stören, ziehen wir weiter durch die Stadt.

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Geduld ist eine Tugend — und manchmal fehl am Platz

Schnell stelle ich fest: Man darf sich nicht zu lange überlegen, wo es hingehen soll. Denn die Laufwege können sich ziehen und wer zu lang hadert, riskiert, nicht rechtzeitig am Veranstaltungsort anzukommen. Außerdem sind einige Veranstaltungen so beliebt, dass man Gefahr läuft, nicht mehr hineingelassen zu werden, sollte man sich zu viel Zeit lassen. Auf meiner kleinen Tour durch die Innenstadt lande ich unter anderem im Marriott Hotel, wo diverse Workshops und Vorträge abgehalten werden, mache mich aber nach kurzer Zeit wieder auf den Weg, um zufällig auf die Open-Air-Area von Mercedes im Rahmen der „me Convention“ zu stoßen. Sieht aus wie ein großer Spielplatz für Erwachsene: Muss ich hin! In einem trockengelegten Swimmingpool ist eine Bühne aufgebaut, eine schwedische Band spielt, daraufhin folgen Vorträge. Eine sehr entspannte und coole Atmosphäre, wie eigentlich auf der ganzen SXSW.

Welcome to the German Haus

Um 12 Uhr ist es dann so weit: Das German Haus öffnet seine Pforten und viele, auch Nicht-Deutsche, sind dem Ruf gefolgt und verteilen sich in der Barracuda Bar. Diese hat praktischerweise – und standesgemäß für ein German Haus – einen Biergarten im Hinterhof, wo man sich auf Bänken und in Liegestühlen eine kleine Auszeit gönnen und/oder sich auf einen Plausch treffen kann. Hier gibt es, genau wie im Inneren, eine Bühne, die die kommenden Tage bespielt werden wird.

Wer zu spät kommt…

Nach knapp zwei Stunden mache ich mich auf den Weg ins Convention Center. Die heutige Interactive-Keynote steht an: Die Journalisten Ta-Nehisi Coates und Jeffrey Goldberg, beide tätig für das US-amerikanische Magazin „The Atlantic“, sprechen zum Thema: „Journalism in the Age of Trump“. Klingt total spannend. Umso ärgerlicher, dass der Veranstaltungssaal maßlos überfüllt ist und ich kurz vor dem Ziel vor der Tür abgewiesen werde. Mein 16-jähriges Dorfdisco-Ich spürt das Salz in längst geheilt geglaubten Wunden meiner Jugend. Na gut, es gibt ja noch Alternativen. Doch auch ein Vortrag zum Thema „Wie AI die Film- und Fernsehbranche verändert“ ist mir nicht vergönnt.

Ich entscheide mich in der Folge gegen Vorträge und mache mich, auf Empfehlung hin, auf ins Mashable House. Auch hier heißt es natürlich wieder: anstehen. Aber zumindest bin ich nach einer Wartezeit von etwa 25 Minuten drin. Der Tritt über die Schwelle des Mashable House gleicht dem ersten Schritt ins Paradies. Wohin man blickt: strahlende Gesichter. Dafür sorgen unter anderem ein VRcade-Bereich, ein güldenes Bällebad, ein Hot Wheels Gewinnspiel und last but not least: zwei Bars. Es kommt also wirklich jeder auf seine Kosten.

Plan: Planung

Nachdem ich mich an meinen Plan gehalten habe und mich habe treiben lassen, bin ich froh, nun einen besseren Überblick über Innenstadt und Venues zu haben. Dennoch lautet der Vorsatz für morgen: wieder mehr planen, rechtzeitig vor Ort sein, mehr Inhalte mitnehmen. Aus dem Dorfdisco-Jugendlichen ist eben doch der typisch Deutsche geworden, der 2,5h vor Einlass vor dem Bareinlass steht.


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Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).

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