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Fulfin: FinTech Kreditgeber für Ecommerce-Verkäufer

Fintech verortet man oft in Frankfurt, Ecommerce in Berlin und Logtech in Hamburg — warum das Startup Fulfin — das in allen drei Bereichen unterwegs ist — trotzdem München als perfekten Standort für sein Vorhaben sieht, jetzt in unseren 7 Fragen.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Ecommerce wächst 6 mal so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt. Aufgrund der Entwicklungen in den Online-Marktplätzen ist eine neue Art von Online-Verkäufern entstanden. Sie sind jung, extrem schnell wachsend und haben die Mehrheit der Wertschöpfungskette outgesourced. Diese jungen Entrepreneure leiden unter mangelnder Kreditversorgung, was ihr Wachstum sehr beschränkt. Wir wollen das ändern.

Wir sind ein innovatives Fintech, gegründet von Experten in Ecommerce und Supply Chain Finance. Unser Team ist heterogen und erfahren und stammt aus England (Nathan, 43), Österreich (Fredi, 44), Schweden (Peter, 38) und Deutschland (Tobias, 35). Nathan hat Peter vor 10 Jahren in der Schweiz kennengelernt und Fredi vor über 2 Jahren in Deutschland. Tobias kam letztes Jahr dazu.

Unser Startup Fulfin bietet Ecommerce-Händlern Darlehen über eine digitale Platform mit API Schnittstellen zu Online Marktplätze (wie Amazon), Banken, Zahlungsdienstleistern, Logistikern und Lageristen. Damit schaffen wir uns ein sehr exaktes Bild von unseren Kunden. Unser Scoring Model betrachtet die Ecommerce-Verkaufsdaten, Produkt- und Finanzdaten unserer Kunden. Kein anderer Finanzdienstleister schaut so intensiv auf die Daten von Ecommerce-Verkäufern wie wir das tun.

2. Aber das gibt es doch schon längst!

Nein, das gibt es bisher wirklich nicht. Wir ermöglichen unseren Kunden ihre Inventur als Sicherheit für die Darlehen zu verwenden und uns von ihrem Verkaufserfolg zurück zu bezahlen. Das ist in diesem Segment absolut einzigartig. Unser innovativer Collateralprozess und Ecommerce Scoring ermöglicht uns nicht nur, die Risikoprofile unsere Kunden besser zu verstehen, sondern auch das Risiko der Darlehenvergabe drastisch zu reduzieren.

Größte Herausforderung: Bootstrapping

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Das ist eine sehr gute Frage. Alles lief von Anfang an so gut, dass wir uns gar nicht beschweren wollen. Die größte Herausforderung, die wir hatten, war die Firma so lang zu bootstrappen bis der Punkt kam, an dem wir unserem Wunschinvestor beweisen konnten, dass wir ein spannendes Geschäftsmodell haben. Dafür haben wir nicht nur unsere Technologie mit sehr eingeschränkten Ressourcen aufbauen müssen, sondern auch die ersten Darlehen mit unserem eigenen Geld vergeben.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir kommen sehr gut voran. Wir bekommen fast jeden Tag Anträge, obwohl wir immer noch sehr wenig Marketing machen. Genau so erfreulich ist für uns, wie gut das Team geworden ist und dass wir einen wirklich tollen Investor überzeugt haben. Wir kommen jetzt in die nächste Phase der Firma, wo es um die Skalierung geht und fühlen uns sehr gut ausgestattet für die Reise.

Motivierte und sehr gut ausgebildete Mitarbeiter extrem wichtig

5. Was bedeutet München für Euch?

Wir sind Wahlmünchner und lieben, was die Stadt uns anzubieten hat. Ich bin bereits 2001 nach München gekommen und, obwohl ich zwischenzeitlich auch in Zürich gewohnt habe, war ich gefühlsmäßig nie weg. 

Für unsere Firma ist München ein perfekter Standort. Wir haben schon in unserem ersten Jahr sehr viel von unserer gute Beziehung mit der TUM profitiert und zurzeit sind wir Teilnehmer in dem LMU EC Accelerator-Programm. Wir sitzen im Werk1 und fühlen uns sehr gut aufgehoben im Münchner Startup Ecosystem.

Bei Fintech würde man vielleicht erst an Frankfurt denken, bei Ecommerce an Berlin und bei Logtech an Hamburg, aber keine diese Städte hätte mehr Vorteile für uns als München. Fintech ist spannend, jedoch nicht einfach und motivierte und top ausgebildete Leute sind für unsere Firma extrem wichtig. In München haben wir bereits viele Top Talents für unsere Vision gewinnen können.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Unser erstes Produkt ist eine Warenfinanzierung für Händler auf Amazon, aber wir planen sehr viele weitere Produkte für andere Segmenten. Die Säulen unseres Konzepts sind, aussagefähige Kundeninformation aus digitale Quellen zu gewinnen und das Risiko der Darlehen durch Sicherheit drastisch zu reduzieren. Darunter ist wirklich sehr viel möglich. Banken sind nicht in der Lage, die Kunden zu bedienen, die wir bedienen können und daher ist die Gelegenheit zu wachsen, auf alle Fälle vorhanden.

7. Isar oder Englischer Garten?

Oh, schwierig. Aber in Nordteil vom Englischen Garten kann mann beides haben und das finden wir sehr schön.

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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