Munich Startup
Porträt: smartpatient will mit App Therapietreue steigern

Porträt: smartpatient will mit App Therapietreue steigern

Credit: Foto: Smartpatient

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Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

15. Juli 2015

2 Min. Lesezeit

Mit der App MyTherapy verfügt das Münchner Startup smartpatient über ein wirksames Werkzeug zur Steigerung der Therapietreue im Patientenalltag. Gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Berlin-Chemie unterstützen sie nun Patienten und Ärzte bei der Behandlung ausgewählter Volkskrankheiten.

Die Therapietreue rückt zunehmend in den Fokus der pharmazeutischen Industrie. Denn: Nur eingenommene Medikamente können ihre Wirkung entfalten. Unternehmen, die ihren Erfolg über das therapeutische Outcome definieren, denken vermehrt über die Verordnungsentscheidung des Arztes hinaus. Damit nimmt sich die Industrie eines volkswirtschaftlichen Problems an, dessen jährlicher Schaden alleine in Deutschland auf bis zu 75 Milliaren Euro geschätzt wird.

MyTherapy_Screen

Bisher setzten die sogenannten „Patient-Support-Programme“ der Industrie vor allem auf Informationsmaterial sowie telefonische Betreuung. Der Haken: Wenig Kontaktpunkte mit dem Patienten bei hohen Kosten. Deshalb findet man diese Programme heute vor allem in „teuren“ Indikationen wie z.B. Multiple Sklerose.

Das Smartphone als Therapieassistent

smartpatient und Berlin-Chemie wollen dies ändern: Smartphones und der steigende Einsatz von Tablet PCs erlauben erstmals, eine zunehmende Anzahl an Patienten in ihrem Alltag direkt und wirtschaftlich zu erreichen. „Mehr als 120 Minuten schaut jeder deutsche Smartphone-Nutzer täglich auf sein Gerät. Diese Aufmerksamkeit möchten wir für den Therapieerfolg nutzen„, so Torsten Flöttmann, Leiter Marketing Deutschland der Berlin-Chemie. Aus seiner Sicht besonders wichtig ist dabei Akzeptanz und Einsatzbereitschaft, insbesondere seitens der Ärzteschaft: „Nur wenn Arzt und Patient dauerhaft einen Mehrwert in unseren neutralen digitalen Angeboten erkennen, können wir erfolgreich unterstützen.“

MyTherapy macht das Smartphone des Patienten zum Therapieassistenten. Die App erinnert an Medikamente und dokumentiert den Krankheitsverlauf. Dabei erfüllt sie auch die Bedürfnisse solcher Patienten, die unter mehreren Krankheiten leiden. Und: Trotz Kooperation mit ausgewählten Arzneimittelherstellern ist die Anwendung für jeden Nutzer offen und unterstützt alle Medikamente. Sebastian Gaede, Geschäftsführer bei smartpatient, erklärt: „MyTherapy ist ein neutrales Angebot, das Patienten und Ärzte unabhängig von unseren Partnern in Anspruch nehmen können.“

Diese Neutralität, gepaart mit dem kompromisslosen Schutz personenbezogener Daten, sind Gaede besonders wichtig. „Um die Therapietreue zu verbessern, müssen uns Patient und Arzt vertrauen können. Dazu gehört, dass MyTherapy jede therapeutische Empfehlung des Arztes unterstützt und dass wir personenbezogene Daten mit niemandem, auch nicht mit unseren Industriepartnern, teilen.“

Hier geht’s zur Webseite von smartpatient.

MyTherapy im iTunes Store

MyTherapy im Google Play Store

 

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