Mehr Mut, mehr Neugier, mehr Kapital – Nachgefragt beim… innovator space e.V.!

Mehr Mut, mehr Neugier, mehr Kapital – Nachgefragt beim… innovator space e.V.!

Der neu gegründete innovator space e.V. will einen offenen Raum für Themen der Digitalisierung schaffen. Geplant ist eine Art Openlab und Netzwerk, um Visionen mutig anzugehen und neue Unternehmen zu schaffen. Gleichzeitig soll der innovator space ein Raum sein, in dem die breitere Gesellschaft „abgeholt“ wird und Berührungsängste verliert. Direkt an der Münchner Freiheit 7 ist der Verein bis Ende März beheimatet. Die Auftaktveranstaltung findet morgen, am 31. Januar, statt. Wir haben mit Vinzent Ellissen, Vorstand des Vereins, gesprochen.

Vinzent, Du und sieben weitere Entrepreneure habt Euch zusammen getan und einen Verein gegründet, den innovator space e.V. — was ist Euer Ziel?

Wir wollen Innovative Minds silo-übergreifend zusammenbringen, unabhängig von Ausbildung, Universität oder Arbeitgeber. Das alles frei von Partikularinteressen und maximal transparent, um eine solide Vertrauensbasis für alle Mitwirkenden zu schaffen.

Wir erhoffen uns, dass wir dadurch einen konstruktiven Beitrag zur Lösung aktueller und künftiger Herausforderungen in unseren Gesellschaften leisten und zugleich unseren Wirtschaftsstandort vor Ort stärken können.

Deutschland braucht eine offenere Fehlerkultur und mehr Neugierde

Warum macht Ihr das überhaupt?

Wir sind alle im Umfeld der Digitalisierung unterwegs und sehen die Entwicklungen teilweise mit Sorge. Während wir in Europa die erste Welle der Digitalisierung „verschlafen“ haben, droht uns die Gefahr, dass wir auch die nächsten Wellen nicht entschieden genug anpaddeln, um sie im Anschluss erfolgreich abreiten zu können.

In Deutschland brauchen wir dringend mehr kulturelle Offenheit für Innovation und Veränderung in den Köpfen der Menschen. Wir brauchen mehr tatsächliche Akzeptanz von „Fehlern“ und damit wieder mehr Mut, etwas Neues auch tatsächlich mit Neugier auszuprobieren oder zumindest konstruktiv zu unterstützen. Auch seitens der Politik erwarten wir mehr Mut zu etwas mehr visionären Richtungen.

„Vor Ort skalieren zu können – das müssen wir sicherstellen!“

Am Geld darf es am Ende ebenfalls nicht scheitern. Mehr Kapital von Privatpersonen, Unternehmen und dem Staat müssen unbedingt sicherstellen, dass unsere Unternehmen auch vor Ort skalieren können. Alternativ werden wir sie Stück für Stück an andere investitionsfreudigere Länder verlieren. Der Marktplatz ist mittlerweile häufig die Welt — ob wir das nun gut finden oder nicht.

Diese Erkenntnis ist jedoch noch nicht überall angekommen. Wenn wir mit unserem Projekt Impulse geben können, um unser Surfbrett etwas schneller in Bewegung zu setzen, und damit die Chance auf einen erfolgreichen Wellenritt zu erhöhen, haben wir viel erreicht. Am Ende des Tages wollen wir unser eigenes Leben, aber auch das Leben der nächsten Generationen — unseren Werten entsprechend — lebenswert erhalten.

Dafür brauchen wir Stabilität in der Wirtschaft, Stabilität in der Gesellschaft und Stabilität in der Umwelt — und dazu soll letztendlich auch der innovator space e.V. einen Beitrag leisten.

Wie wollt Ihr konkret das Thema Innovation auf die Straße und unter die Leute bringen?

Es gibt schon viele super Initiativen in München.  Viele davon haben jedoch aus unserer Sicht relativ hohe Zugangsbarrieren — entweder weil sie „zu weit draußen sind“, oder die Kultur vor Ort „noch nicht so ausgeprägt ist“, oder weil es abgeschlossene Räume im Stockwerk X eines Gebäudes sind.

„Innovation nahbar machen“

Vinzent Ellissen, Mitgründer und Vorstand im innovator Space e.V. — hier im Münchner Freiheit 7

Unsere Vision ist es, einen Ort dort zu schaffen, wo sich die Menschen auch gerne in ihrer Freizeit aufhalten, zum Beispiel am Abend auf ein Bier treffen. Einen Ort der am Tag, wie auch in der Nacht gut erreichbar ist. Einen Ort, der für den Durchschnitt unserer Zielgruppe mit möglichst wenig „Fahrerei“ verbunden ist. Einen Ort, der sich nicht abschottet, sondern nach außen hin offen zeigt.

Innovationen und insbesondere die Menschen dahinter sollten nahbarer werden. So können wir den Rest der Bevölkerung auch tatsächlich mitnehmen in die digitalisierte Zukunft mit all ihren Sonnen- aber womöglich auch Schattenseiten.

(Fast) Jede Veranstaltung ist willkommen

Wie genau wollt Ihr Euren aktuellen Innovator Space bis Ende März nutzen?

Wir wollen den Space u.a. für Vernetzungsveranstaltungen, Vorträge, Meetups, Diskussionsrunden, Workshops, Hackathons, Ausstellungen oder Experience-Labs öffnen. In kurz: jede Veranstaltung ist bei uns willkommen, die uns bei unserem Vereinszweck unterstützt. Wir sind aus eigener Erfahrung davon überzeugt, dass das Potenzial erst dann entsteht, wenn sich die richtigen Menschen treffen, kennenlernen und vertrauen lernen.

Wir freuen uns über jegliche Kooperationen, in denen wir Innovatoren mit Mittelstand und Industrie in einen Raum bringen. Denn aus unserer Sicht wird es allerhöchste Zeit, das aktuell (noch?) bestehende Potenzial an unserem Standort durch tägliche Anstrengungen für unsere eigene, aber auch die Weltgesellschaft zum Vorteil einzusetzen.

Ganz konkret: Gemeinsam Projekte und Produkte schaffen

Neben den Veranstaltungen formen sich bereits jetzt erste Teams, die voraussichtlich verschiedene Produkte in dem Zeitraum entwickeln werden. Ein paar davon zielen darauf ab, Hürden für Innovatoren oder Startups weiter zu senken. Ich denke da  an „Opensourcing von Standardverträgen“ wie Gesellschafterverträgen, NDAs oder Beteiligungsverträgen. Oder an das „Outsourcing von jeglichem bürokratischen Overhead“ wie FiBu, Steuer, Notar, Registeranmeldung oder Lohnbuchhaltung zu einem Preis, der durch economy of scale unschlagbar sein könnte.

Proof-of-Concept bis Ende März

Angenommen, Euer Konzept geht auf – wie geht es dann ab April weiter?

Unser Konzept ist aktuell im Proof-Of-Concept-Stadium, also eine Art Experiment. Wir wollen in den nächsten zwei Monaten herausfinden, ob es für ein derartiges Projekt einen tatsächlichen Bedarf gibt. Wir glauben fest daran, aber am Ende hängt es unter anderem davon ab, ob tatsächlich die Nachfrage besteht und ob wir zum richtigen Zeitpunkt das Projekt gestartet haben. Natürlich hängt es nicht zuletzt auch davon ab, ob wir als Team auf freiwilliger Basis die notwenige Umsetzungskraft aufbringen können.

Mitmacher gesucht

Wenn es klappt, bauen wir das Konzept sicherlich weiter aus — vor allem werden wir dann vermehrt Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik enger integrieren, um das Projekt langfristig zu stabilisieren. Wir freuen uns aktuell über jede(n), der etwas einbringen kann, Lust hat mitzuwirken und unseren Zweck unterstützen möchte.

Und zu guter Letzt: Was bedeutet München für Euch?

Wir alle lieben München — sonst würden wir a) nicht hier leben und b) nicht derart viel Energie in ein Projekt stecken, welches  auch unseren Standort stärken soll.

Für mich persönlich bedeutet München Heimat, Freunde und Familie, Sicherheit, Bayrische Tradition und all-in-all eine bombastische Lebensqualität! Let´s keep it this way or even make it better!

Vielen Dank, Vinzent für das offene Gespräch!

Wer auf den innovator space und den Verein neugierig geworden ist, sollte auf dem opening Event am 31.1. vorbeischauen — oder eines der vielen noch folgenden Events besuchen.

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).

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