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Origin.Bio sichert sich 12 Millionen Euro

Origin.Bio, das mit seiner Technologie Petrochemikalien überflüssig machen will, erhält ein Investitionskapital von 12,3 Millionen Euro. Das frische Kapital soll in den Ausbau des Teams und neue Technologien fließen.

Update Datum: Origin.Bio hat sich in der Zwischenzeit umbenannt in Insempra.

Origin.Bio, ein Unternehmen im Bereich der synthetischen Biologie, das Stoffe herkömmlicher chemischer Produktionsverfahren biologisch nachbildet und verbessert, um so die Abhängigkeit von Herstellern klassischer Petrochemikalien zu beenden, kann sich Investitionskapital in Höhe von 12,3 Millionen Euro sichern (15 Millionen US-Dollar). Die Finanzierungsrunde wurde von EQT Ventures angeführt, der bisherige Investor Blueyard Capital sowie die neuen Investoren Taavet Hinrikus und Sten Tamkivi, Acequia Capital, Inventures und Charlie Songhurst beteiligten sich ebenfalls. Das neue Kapital will Origin.Bio für den Ausbau von Technologien und des Teams einsetzen.

Das Münchner Startup will den Wechsel von einer Produktion mit Rohstoffen, die der Erde entnommen wurden, hin zu einer Produktion von Endprodukten (wie beispielsweise Konsumgüter oder Markenartikel) mit Rohstoffen unterstützen, die auf biologischem Weg hergestellt wurden. Origin.Bio entwickelt dafür synthetische Mikroorganismen, die die gleichen Materialien herstellen können wie die aktuellen Verfahren der chemischen Industrie, jedoch nach eigenen Angaben mit einem geringeren Energieverbrauch und weniger Abfall. Ziel ist es, Petrochemikalien letztlich überflüssig zu machen.

Vom Ausbeuter zum Teil eines nachhaltigen Kreislaufs

Jens Klein, Gründer und CEO von Origin.Bio, erklärt:

„Indem wir die Natur als Vorbild und Partner ansehen, kann Origin.Bio den Menschen vom Ausbeuter und Nutznießer der Erde zu einem nachhaltigen Teil eines Kreislaufs machen, der Ressourcen auf biologischem Weg erschafft, statt sie der Erde einfach zu entnehmen. Die meisten der heutzutage von uns genutzten Produkte basieren auf Petrochemie, wie etwa Kunststoffe, Arzneimittel, Kleidung und Kosmetikartikel. Die bei ihrer Produktion benötigte Energie und die erzeugten Abfälle sind wesentliche Gründe für die sich verschärfende Klimakrise. Das zunehmende Umweltbewusstsein der Verbraucher muss jetzt durch verstärkte Bemühungen zur Dekarbonisierung durch die weltweit größten Unternehmen und darüber hinaus ergänzt werden. Origin.Bio unterstützt diese Unternehmen durch die biotechnologische Herstellung nachhaltiger Materialien mit einer günstigeren CO₂-Bilanz und bietet dadurch Verbrauchern weltweit die Chance, aktiv Veränderung zu leben und das Leben auf unserem Planeten zu verbessern. Wir sind stolz auf die Unterstützung von EQT Ventures und die Investition bestärkt uns, diesen ambitionierten Weg weiterzugehen.“

„Neues Zeitalter in der Herstellung von Gütern“

Und Gregory Bernstein, Investor und Venture Lead bei EQT Ventures, meint:

„Wir sind davon überzeugt, dass ein neues Zeitalter in der Herstellung von Gütern bevorsteht, in dem synthetische Biologie das Potenzial hat, die Beziehung der Menschheit zur Natur und deren begrenzten Ressourcen zu erneuern. Jens Klein und das Team von Origin.Bio sehen sich als Vorreiter für diesen Paradigmenwechsel. Dieser biowirtschaftliche Markt bietet Chancen in Höhe von 4 Billionen US-Dollar. In Europa herrscht das richtige politische Klima, um einen globalen Champion hervorzubringen: Die technischen Universitäten sind weltweit führend, und die Bedingungen für Startup-Unternehmen verbessern sich ständig. EQT Ventures unterstützt Jens Klein und Origin.Bio voller Überzeugung bei ihrem Unterfangen, die Produktion von Waren und Rohstoffen zum Wohl des Planeten zu revolutionieren.“

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Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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