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Fineway: Die Reise des Traveltech-Startups

Fineway: Die Reise des Traveltech-Startups

Credit: © Fineway

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Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin war Helen Duran bis 2026 in der Münchner Startup-Szene für Munich Startup unterwegs.

10. Oktober 2019

4 Min. Lesezeit

Das Münchner Traveltech-Startup Fineway wurde 2015 von Markus Bohl und Markus Feigelbinder gegründet. Über die Plattform können Nutzer vollautomatisiert komplexe Rundreisen mit Hilfe eines kurzen, digitalen Konversation buchen. Fineway bezeichnet sich selbst als eines der ersten Unternehmen weltweit, das künstliche Intelligenz (KI) für die Planung individueller Reisen entwickelt und einsetzt, um in Echtzeit personalisierte Reisen zusammenzustellen. Mittlerweile arbeiten über 70 Mitarbeiter für Fineway. Finanziert ist das Startup laut eigenen Angaben mit rund 20 Millionen Euro. Der überwiegende Teil des Risikokapitals kommt von Investoren wie Bayern Kapital, Axel Springer und Mairdumont Ventures sowie mehreren Family Offices. Welche Herausforderungen die beiden Seriengründer meistern mussten, und wo die Reise des Travel-Startups hingeht — wir haben mit Co-Founder und COO Markus Feigelbinder gesprochen.

Markus, wie ist Eure Geschäftsidee entstanden und wie habt Ihr als Gründer zusammengefunden?

Die erste Idee zu Fineway entstand aus einem ganz persönlichen Umstand heraus. Fast immer, wenn ich selbst in den Urlaub fahre, wird diskutiert, wer diesmal die Reiseplanung übernimmt. Das liegt vor allem an mangelnder Zeit, sich neben der Arbeit damit zu beschäftigen. Markus Bohl, meinen Mitgründer und CEO von Fineway, kenne ich schon aus meiner Zeit als Berater. Auch er hatte dieses Problem und so ist recht schnell die Idee entstanden, zusammen ein Unternehmen zu gründen, dass dafür eine Lösung schafft. 

Markus Feigelbinder, COO von Fineway, im Interview.

Ihr habt bereits vorher erfolgreich gegründet. Welchen Vorsprung hat Euch das verschafft?

Durch unsere vorherigen Gründungen hatten wir beide vor allem schon ein solides Netzwerk aus Investoren, Beratern und Unterstützern. Das hat den Start sicherlich etwas erleichtert. Zudem waren wir mit den ersten Schritten und Prozessen vertraut. Das beschleunigt und hilft ungemein.

Erfahrung und Kreativität halfen Fineway bei Herausforderungen

Gibt es trotzdem etwas, wo Du sagst: Das hätte ich lieber vor der Gründung gewusst?

Wir waren durch unsere früheren Unternehmen sehr gut vorbereitet. Dadurch konnten wir der einen oder anderen Herausforderung mit der nötigen Erfahrung und Kreativität begegnen.

Was waren für Euch denn die größten Herausforderungen im Verlauf der Gründung?

Die größten Herausforderungen ergaben sich dadurch, dass wir einen Service entwickeln, den die Kunden in dieser Form noch nicht kennen. Dadurch hatten wir auf der einen Seite bei der technischen Entwicklung unseres Reiseplanungsservice keine Vorbilder, an denen wir uns orientieren konnten. Einhergehend damit, dass die Kunden solch einen Service noch nicht kannten, war es auf der anderen Seite herausfordernd, diesen am Markt zu etablieren und die Kunden dafür zu begeistern. Rückblickend können wir aber sagen, dass wir diese Herausforderungen sehr gut gemeistert haben.  

Tipp für andere Gründer: „Seid schnell und flexibel“

Und was waren die wichtigsten Meilensteine?

Ein wichtiger Punkt war der Startschuss zum Aufbau unseres R&D-Bereiches. Seitdem können wir uns noch intensiver um die Weiterentwicklung unseres Services, dem Herzstück von Fineway, kümmern. Ein besonders wichtiger Meilenstein war auch der Tag, an dem wir die ersten 1000 User für unseren Reiseplanungsservice verzeichnen konnten. Das zeigt uns, wie gut der Dienst ankommt und bestärkt uns zusätzlich in unserer Idee. Wichtige Meilensteine gibt es allerdings kontinuierlich, da wir den Service laufend erweitern – sei es um zusätzliche Reiseziele oder mit besserer KI.

Welchen Rat gebt Ihr anderen Gründern mit auf den Weg?

In erster Linie schnell und flexibel zu sein. Findet schnell heraus, was Eure Kunden wollen, und iteriert ebenfalls schnell. Nur so kann sich die Gründungsidee weiterentwickeln, ohne in einer Sackgasse zu enden.

Mehrwert für Kunden: Zentrales Argument für Investoren

Was ist für Dich der ausschlaggebende Faktor für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung?

Da gibt es meiner Meinung nach zwei essentielle Punkte. Zum einen ist es wichtig, ein Produkt zu entwickeln, das den Nerv des Kunden trifft und ihm einen wirklichen Mehrwert bietet. Zum anderen ist es notwendig, Investoren zu finden, die zu 100 Prozent hinter den Gründern oder der Gründungsidee stehen. Auch hier spielt der Mehrwert für den Kunden eine wichtige Rolle. Er ist einer der zentralen Gründe, warum Investoren jungen Unternehmen ihr Kapital zur Verfügung stellen.

Wo seht Ihr euch in fünf Jahren? Wohin geht Eure eigene Reise?

In fünf Jahren sind wir an dem Punkt, an dem das Instant Trip Planning, so wie wir es anbieten, zum Standard gehört und ein völlig neuer Markt entstanden ist. Langwierige Such- und Vergleichsprozesse zum Buchen einer ganz individuellen Reise werden nur noch die Wenigsten nutzen und für viele undenkbar sein.

In fünf Jahren möchten wir unseren Technologievorsprung und unsere Data Science-Plattform weiter ausgebaut haben. Mit der Zunahme von Voice Assistants sind wir zudem überzeugt davon, dass wir künftig Reisen über Smart Conversations planen und buchen.

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