© Unsplash / Uwe Jelting

Traveltech: Auf und davon mit Münchner Reise-Startups

Wenn wir schon nicht verreisen können, dann wollen wir zumindest übers Reisen sprechen. Daher dreht sich in Folge Nummer 11 unseres Podcasts alles ums Thema Traveltech. Außerdem sprechen wir über Fulfin und eine VC-Firma aus der aktuellen Finanzierungsrunde.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden

Ihr findet unseren Podcast auf SpotifyiTunesDeezerGoogle PodcastsPocket CastsRadio PublicBreakerOvercastCastboxPodcast Addict und Anchor.

Können digitale Konferenzen nach so vielen Online-Veranstaltungen noch spannend sein? Wir sagen: Ja! Wieso, das erfahrt Ihr in unserem Event-Rückblick zur 1E9-Konferenz im 11. Munich Startup Podcast. Es geht um „A New Humanity“, also seid gespannt.

Ein Überblick der Traveltech-Branche

Traveltech-Startups treffen hierzulande auf jahrelang etablierte Tourismus- und Reisekonzerne, und eine in Deutschland sehr analog funktionierende Hotellerie. In diesem Bereich passiert jedoch aktuell unglaublich viel (ab Minute 5:17). Dabei haben einige amerikanische Player damit angefangen, den Markt aufzumischen. Aber auch viele Münchner Startups sind an der Digitalisierung der Reise- und Touristikbranche mit beteiligt. Auf unserem Munich Startup Insights Dashboard sind unter ‚Travel Industry‘ in München mehr als 40 Startups gelistet. Hier sehen wir ganz klar: Einige haben starke Wachstumstendenzen, und konnten – auch 2020 – sehr erfolgreiche Finanzierungsrunden abschließen. Dabei hat die Corona-Krise nun zusätzlich Bewegung in diesen Bereich gebracht.

Nachdem wir einige Zahlen zur Branche analysieren sprechen wir im Podcast über sechs verschiedene Münchner Startups, die die Reise- und Tourismusbranche bereichern. Erstens, Startups, die die Reisebuchung- oder -planung über Plattformen digitalisieren. Zweitens, Startups die für Reiseanbieter die Prozesse digitalisieren, und damit oft gleichzeitig auch für Reisende. Drittens, Startups, die den ganzen Markt revolutionieren und ein komplett neues Angebot erschaffen.

Wie Fible und Unplanned bei Planen und Nicht-Planen helfen

Weil es gerade so schwierig ist, Reisen zu planen, blicken wir als erstes auf diesen Teil. Wie sprechen über das gerade erst gelaunchte Münchner Startup Fible (ab Minute 11:24). Die drei Gründer wollen mit ihrem digitalen Reiseassistenten Individualreisende unterstützen. Bei Fible finden Urlaubsplanende eine zentrale Plattform für Reiseblogs, die detaillierte Such- und Filterfunktion, ein Bewertungs- und Empfehlungssystem, Buchungsmöglichkeiten und vieles mehr vereint. So soll das Planen einer Reise wieder Spaß machen.

Diejenigen wiederum, die das Planen einer Reise nicht mögen, sind bei Unplanned gut aufgehoben (ab Minute 14:51). Das B2C-Startup richtet sich an mutige UrlauberInnen, die sich überraschen lassen wollen. Mit Hilfe des angegebenen Reisetermins und ein paar weiteren Informationen (urbane Kultur, Natur, oder doch eher sportliche Aktivitäten?) bucht das Unplanned-Team den kompletten Trip. Wo es hingeht erfährt man erst am Tag der Abreise. Die Kundenzufriedenheit ist sehr hoch, allerdings steht das Unplanned-Gründerteam – Christian Diener und Frauke Schmidt – aufgrund von Corona vor einigen Herausforderungen.

Digitale Prozesse für Tourismusunternehmen

Auch das nächste von uns vorgestellte Startup – Holidu – richtet sich an Individualreisende, um ihnen die günstigste Ferienunterkunft zu finden (ab Minute 17.34). Gleichzeitig geht die Plattform aber weiter und unterstützt die VermieterInnen mit einer eigenen Software. Das 2014 von den Brüdern Johannes und Michael Siebers gegründete Startup hat mehrere Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen. Zuletzt eine 40 Millionen Euro schwere Series-C-Runde, die 2020 erneut um 5 Millionen Euro erweitert wurde. Mit über 200 MitarbeiterInnen bespielt das Startup mehr als 20 Märkte weltweit.

Ebenfalls eine Plattform, diesmal aber für Hotels, bietet Apaleo (ab Minute 21:01). Das Münchner Software-Startup will mit seinem Property Management System die Hoteliers von bestehenden Systemen unabhängiger und flexibler machen. Das vierzehnköpfige Gründerteam konnte mit dieser Idee bereits VC-Geber überzeugen. Auch die Zahl der MitarbeiterInnen wächst aktuell.

Die Traveltech-Disruptoren

Um das Thema abzurunden blicken wir auf zwei Traveltech-Startups, die grundlegend die Branche umkrempeln und digitalisieren (ab Minute 23:01). Limehome fährt hier einen ganzheitlichen Ansatz. Die Gründer Josef Vollmayr und Lars Stäbe klassifizieren sich selbst gleichzeitig als Proptech, denn Limehome baut Gewerbeflächen zu ‚Serviced Appartments‘ um. Hier ist die Customer Journey komplett digitalisiert. So erschafft das 2018 gegründete Münchner Startup eine ‘digitale Hotelkette‘. Für ihr Unternehmen haben die Gründer bereits rund 35 Millionen Euro Wagniskapital erhalten. Ihr Geschäftsmodell zeigte sich krisenresistent und weiterhin stark skalierbar.

Hotelbird (ab Minute 26:50) wiederum nimmt sich den Bereich der digitalen Rezeption vor, und hilft bereits bestehenden Hotels dabei, sich zu digitalisieren. Neben einer Software-Lösung bietet das Startup auch Self-Service-Terminals. Die waren gleich zu Beginn der Corona-Krise schnell ausverkauft. Das 2015 gegründete Unternehmen gewann in den letzten Monaten viele neue Hotels als Kunden.

Und noch Fulfin mit dem VC Lakeside

Nach dem Ausflug in die Reisewelt stellen wir Euch im Podcast das Fintech Fulfin vor (ab Minute 31:00). Die digitale Plattform, über die Online-Shops Darlehen beantragen können, hatte kürzlich ein Investment im mittleren siebenstelligen Bereich erhalten. Also werfen wir auch einen Blick in die Schweiz, um Euch die VC-Firma Lakeside Invest & Consult vorzustellen – denn der Early-Stage-Wagniskapitalgeber war an dieser Runde beteiligt.