Denis Raskopoljac, CEO von Xpay.
© obs/XPAY Solutions GmbH

Xpay sichert sich 7 Millionen Euro Finanzierung

Prepaid-Kreditkarten und die dazu passende Datenanalyse — mit diesem Angebot hat das Münchner Fintech Xpay Investoren wie die Apeiron Investment Group, Grey Study Capital und den als ‚Unicorn Hunter‘ titulierten Schweizer Daniel Gutenberg von sich überzeugt. Insgesamt kamen bei der Series-A-Finanzierung 7 Millionen Euro zusammen.

Wie so oft im Handel macht Amazon es vor: Verbraucher erhalten über den Online-Riesen eine Visa-Karte, die sie nicht nur mit einer Startgutschrift lockt, sondern auch Vorteile in Form von Bonuspunkten bietet. Die gesammelten Punkte werden dann bei einem Einkauf auf Amazon.de in Guthaben umgewandelt. Damit animiert Amazon die Kunden, in Zukunft wieder auf der Plattform einzukaufen.

Prepaid-Kreditkarten als Bonusprogramm für KMU

Damit auch kleine und mittelständische Unternehmen solche Programme anbieten können, hat Denis Raskopoljac 2016 Xpay ins Leben gerufen. Das Unternehmen stellt Firmen Mastercard-Karten für 0 Euro zur Verfügung, die sie in Form eines Bonusprogramms an ihre Kunden weitergeben. Basis ist eine Lizenz des Münchner Zahlungsdienstleisters Wirecard. Der Endverbraucher erhält beim Einkauf mit den gebrandeten Prepaid-Kreditkarten verschiedene Rabatte und Vergünstigungen. Laut Angaben von Xpay nutzen bereits 80.000 Endkunden die Kartenprodukte, zum Ende des Jahres sollen es über 1 Million sein.

Sein volles Potenzial entfaltet das Geschäftsmodell des Fintechs allerdings erst nach dem Einkauf. Denn die beim Shopping erzeugten Daten nutzt das Unternehmen, um dem Verbraucher später passende Angebote zu unterbreiten — auch im Offline-Handel, wie COO Markus Shanek erklärt:

„Wir geben dem stationären Einzelhandel und kleineren Online-Händlern damit AI- und Machine-Learning-basierte Tools an die Hand, die sonst nur Amazon und andere große Online-Unternehmen haben.“

Geringe Kosten, großes Potenzial

Christian Angermayer begründet die Investmententscheidung der Apeiron Investment Group:

„An Xpay hat uns vor allem beeindruckt, dass das Unternehmen viele der Funktionalitäten sogenannter Challenger Banks aufweist, ohne deren größtes Problem: Exzessive Kundengewinnungskosten. Durch die Partnerschaften mit etablierten Unternehmen und Zugang zu deren bestehenden Endkunden hat Xpay quasi keine Customer Acquisition Costs und kann sich voll darauf konzentrieren, sowohl den Partnerunternehmen als auch deren Endkunden den perfekten Service zu bieten. Gleichzeitig sind die Endkunden nicht nur Millennials — die oft nur geringe Umsätze machen — sondern Kunden aus allen Alters- und Bevölkerungsgruppen.“

Zu den ersten Kunden von Xpay zählt der Spezialist für elektronischen Zahlungsverkehr sowie Prepaid- und Gutscheinlösungen Epay. Auch dort ist man überzeugt von der Lösung, wie Stephan Heintz, Senior Director Issuing Epay, erklärt:

„Wir haben mit Xpay unsere Epay Card, eine Prepaid-Kreditkarte, aufgesetzt und betreiben das Programm erfolgreich in Deutschland und Österreich.“

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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