Munich Startup
„Ziele identifizieren und kämpfen, bis sie erreicht sind“ — Katharina Jünger von Teleclinic im Interview

„Ziele identifizieren und kämpfen, bis sie erreicht sind“ — Katharina Jünger von Teleclinic im Interview

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin war Helen Duran bis 2026 in der Münchner Startup-Szene für Munich Startup unterwegs.

29. Januar 2019

3 Min. Lesezeit

Katharina Jünger, CEO des Münchner Startups Teleclinic, verrät uns im Interview, wieso Richard Branson und ihre Mutter für sie Vorbilder sind. Und wurde sie als Gründerin auch mal unterschätzt? Sicher nicht von ihren Investoren, denn von diesen sammelte Katharina Jünger kürzlich 7 Millionen Euro in der Series-A-Finanzierung für ihr Health-Startup ein. Sowohl in ihrem Unternehmen als auch beim Wandern geht sie so lange weiter, bis sie ihr Ziel — bzw. den Gipfel — erreicht.

Katharina, was hat Dich zur Gründung motiviert?

Ich wollte schon immer einen Beitrag zu einer echten Verbesserung für den Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganzes leisten. Und genau das ist das treibende Motiv für Teleclinic: Durch die Verknüpfung von Arzt und Patient hat der Patient schnelleren und einfacheren Zugang zum richtigen Arzt. Ärzte haben die Möglichkeit, flexibler und besser mit der Familie vereinbar ihre Expertise anzubieten. Gesamtgesellschaftlich werden wir durch Telemedizin sowohl die Qualität der Versorgung erhöhen als auch Kosten senken können.

Hattest Du Vorbilder beim Gründen?

Persönlich ist meine Mutter für mich ein Vorbild, die als Ärztin und Unternehmerin bis heute leidenschaftlich arbeitet. Sie hat mir vorgelebt, wie erfüllend eine unternehmerische Tätigkeit ist.

Darüber hinaus sind Richard Branson und Warren Buffet für mich Vorbilder, weil sie unbeirrt ihrer Leidenschaft nachgehen. Gleichzeitig wirken sie auf mich trotz ihres Erfolges herzlich, bescheiden und hungrig.

Teleclinic Katharina JüngerWann und wo bekommst Du die besten Ideen?

Beim Besteigen eines Berggipfels.

Dein größtes Talent?

Identifikation der relevanten Ziele und konsequentes Kämpfen, bis diese Ziele erreicht sind.

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Der größte Irrtum, dem Du je unterlegen bist?

Ich war früher tendenziell eher ein Einzelkämpfer und habe unterschätzt, wie groß der Hebel von Teamwork ist. Auch wenn es dabei auf den ersten Blick nicht immer ganz so effektiv zugeht, wie wenn man alleine arbeitet.

Deine Geheimwaffe beim Networking?

Echtes Interesse an Menschen und den Themen, die sie bewegen.

War es für Dich von Vorteil oder von Nachteil, eine Gründerin zu sein? 

Eine Gründerin zu sein hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil war zum Beispiel die schnellere Wahrnehmung, beispielsweise in der Presse, aufgrund der Tatsache, dass es relativ wenige Gründerinnen gibt.

Ein Nachteil war hingegen, dass es immer noch viele Männer gibt — sei es im Bereich Kunden, Investoren oder Mitarbeiter — die Frauen weniger als Männern zutrauen und deshalb nicht ganz so offen sind, mit mir als Frau zusammenzuarbeiten.

Die drei übelsten Vorurteile, die Dir im Gründeralltag begegnet sind?

Ich habe persönlich relativ wenig Vorurteile erlebt. Aber vielleicht fehlt mir an dieser Stelle einfach ein sensibles Organ dafür. Ein Thema, das insbesondere mit Kunden aus der eher konservativen Gesundheits- und Versicherungsbranche aufkommt: Es besteht dort die Ansicht, als Startup müsse man kein Geld verdienen, weil man ja Investoren habe. Das ist natürlich total falsch und schädlich.

Was liegt auf Deinem Schreibtisch gerade ganz oben?

Definitiv Recruiting. Wir suchen junge und engagierte Talente in vielen Bereichen wie zum Beispiel Tech und IT.

Was wolltest du den Münchnern schon immer mal sagen?

Ursprünglich bin ich ja Nicht-Münchnerin und kann daher nur bestätigen: München ist einfach eine der schönsten Städte! Stadt und Umgebung bieten unheimlich viel Lebensqualität.

Mehr davon

Passende Beiträge zum Weiterlesen

Gründen braucht Vielfalt: Das Munich Startup Doppelinterview
Inside Stories

Gründen braucht Vielfalt: Das Munich Startup Doppelinterview

25.08.26
5 Min.
Silvernova: KI-Unterstützung für komplexe Mandate
Interviews

Silvernova: KI-Unterstützung für komplexe Mandate

24.08.26
3 Min.
Ambuflow: Das Betriebssystem für ambulante OP-Zentren
Interviews

Ambuflow: Das Betriebssystem für ambulante OP-Zentren

21.08.26
4 Min.
Knowmanity: Damit Wissen im Unternehmen bleibt
Interviews

Knowmanity: Damit Wissen im Unternehmen bleibt

03.08.26
3 Min.
Blitzbee: Funktionale Limonaden für Frauen
Interviews

Blitzbee: Funktionale Limonaden für Frauen

31.07.26
7 Min.
Dean&David-Gründer David Baumgartner: „Da gibt es häufig leider nur böses Blut“
Interviews

Dean&David-Gründer David Baumgartner: „Da gibt es häufig leider nur böses Blut“

28.07.26
4 Min.
SkyLanx: Warum Drohnenabwehr neu gedacht werden muss
Interviews

SkyLanx: Warum Drohnenabwehr neu gedacht werden muss

27.07.26
6 Min.
Qtas: Auf der Suche nach der einen Zelle
Interviews

Qtas: Auf der Suche nach der einen Zelle

24.07.26
5 Min.
Women in Tech: Hanh Nguyen von Alqem
Interviews

Women in Tech: Hanh Nguyen von Alqem

21.07.26
4 Min.
Patalyze: KI für Patententscheidungen
Inside Stories

Patalyze: KI für Patententscheidungen

17.07.26
4 Min.
Women in Tech: Jessica Krauter von Buah
Interviews

Women in Tech: Jessica Krauter von Buah

14.07.26
4 Min.
Alqem: Neue Materialien dank KI
Inside Stories

Alqem: Neue Materialien dank KI

13.07.26
3 Min.