Das Gründerteam von Air Up.
© Air Up

Air Up: Luft mit Duft für Wasser mit Geschmack

Das Münchner Startup Air Up hat eine innovative Technologie auf den Markt gebracht, die Wasser allein über Duft aromatisiert. Die Weltneuheit ist seit Anfang August auf dem Markt, unter anderem unterstützt von den Seed-Investoren Frank Thelen und Ralf Dümmel. Anfänglich erforschten Lena Jüngst und Tim Jäger diese Innovation, nun ist das Gründerteam mit Jannis Koppitz, Simon Nüesch und Fabian Schlang komplett. COO Fabian Schlang stellte sich unseren 7 Fragen.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Unser Interviewpartner, Air Up-COO Fabian Schlang

Wir von Air Up haben eine weltweit neue Getränketechnologie entwickelt, die Wasser nur über Duft aromatisieren kann. Die Flasche von Air Up macht sich dabei einen Trick zu Nutze — das retronasale Riechen durch den Mund. Über die austauschbaren Duft-Pods der Trinkflasche wird einfachem Wasser beim Trinken duftende Luft hinzugefügt. Beim Schlucken trennt sich diese wieder vom Wasser und steigt über den Rachenraum zum Riechzentrum auf, wo sie als Geschmack wahrgenommen wird. Das Getränk selbst bleibt dabei 100 Prozent natürliches Wasser.

Vom Prototyp bis zum Markteintritt vergingen mehrere Jahre

Drei Jahre lang haben wir unsere Idee entwickelt, bis die Flasche nach mehr als 200 verschiedenen Entwürfen und Weiterentwicklungen endlich bereit für den Markteintritt war. Begonnen hatte das Projekt ursprünglich mit dem Produktdesignstudium von Lena und Tim an der Hochschule in Schwäbisch Gmünd im Jahr 2016. Nachdem Jannis, Simon und ich als Studenten der TU München als weitere Gründer hinzustießen, verlagerte sich unser Büro in den Inkubator der TU nach Garching. Mit Hilfe von verschiedenen Gründungsstipendien konnten wir letztes Jahr Investoren wie Ralf Dümmel und Frank Thelen für uns gewinnen und so die Produktion der ersten Flaschen starten. Mittlerweile sitzen wir mit unserem 14-köpfigen Team in der Schillerstraße im Herzen Münchens.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Einfache Antwort: nein! Wir sind wirklich eine absolute Weltneuheit. Es gibt zwar bereits Trinksysteme, die Geschmack über Geruch verleihen wollen. Diese funktionieren aber bisher über die Nase, was nicht besonders gut klappt. Bei uns kommt der Geruch durch den Mund, also retronasal, sodass unser Gehirn ihn als Geschmack deutet.

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Aktuell ist eine unserer größten Herausforderung, den Menschen unser neuartiges System zu erklären. Viele Menschen haben noch nie davon gehört, dass der Mensch Geruch über den Mund wahrnehmen kann und können sich deshalb nicht vorstellen, dass das mit Geschmack nur durch Duft wirklich funktioniert.

Ansonsten hatten wir natürlich mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen wie andere Gründer: Woher nimmt man Geld für die Produktion? Wie findet man gute Mitarbeiter? Oder was macht man, wenn man seine Umsatzsteuer-Nummer einfach nicht bekommt, weil ein Amt gerade im Urlaub steckt?

Büro im ‚Shillicon Valley‘

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir sind sehr zufrieden damit, wie der Verkauf auf QVC und Amazon angelaufen ist. Gerade bei Amazon konnten wir in nicht einmal 24 Stunden Bestseller in unserer Kategorie werden und auch ‚Amazons Choice‘, was natürlich super cool war.

Seit 5. August gibt es uns auch im stationären Handel. Unter anderem bei Real National im Regal. Und das ist nicht nur für den Reim toll, sondern nationale Verfügbarkeit ist natürlich wichtig. Deswegen sind wir auch bei Rewe, Edeka und Co.

5. Was bedeutet München für Euch?

Nicht nur weil Lena, Jannis und ich echt Münchner sind, sind wir auch der Meinung, dass München in Deutschland den besten Standort für Startups bietet. Hier finden Gründer nicht nur Unterstützung durch die Universität, sondern auch durch die Industrie und zahlreiche Förderprogramm. Und in der Schillerstraße — oder wie wir es nennen ‚Shillicon Valley‘ — gibt es zum Glück auch noch für Münchner Verhältnisse bezahlbare Büroflächen.

6. Wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Wenn wir nicht daran glauben würden, hätten wir uns längst Jobs mit bequemeren Arbeitszeiten gesucht. Aber natürlich sind wir Realisten. Scheitern kann man nie ausschließen.

Air Up als Radlerersatz?

7. Wandern oder Biergarten?

Wandern! Und dann eine Gipfel-Hoibe. So ist’s am Schönsten. Dank unserem Radler-Duft-Pod können wir das jetzt auch ganz sportlich-alkoholfrei machen. Und wir müssen dabei nicht mal schwer tragen, sondern füllen unsere Air Up Flasche unterwegs einfach immer wieder am Trog auf und haben fünf Liter Geschmack dabei — in der Hosentasche.

Anm. d. Red.: Unser Test ergab: Ganz so süß und intensiv wie ein Radler schmeckt das aromatisierte Wasser von Air Up nicht. Das liegt aber in der Natur der Sache — wie sollte Wasser ohne Zucker auch süß schmecken. Wir finden aber: Zuckerfrei ist fürs Wandern nicht verkehrt.

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