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Spot the Refugee: Neue Kampagne von Social-Bee

Spot the Refugee: Neue Kampagne von Social-Bee

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin war Helen Duran bis 2026 in der Münchner Startup-Szene für Munich Startup unterwegs.

19. August 2019

3 Min. Lesezeit

‚Spot the Refugee‘ hat Social-Bee die neue Werbekampagne getauft. Die Plakate der sozialen Zeitarbeitsfirma bilden Albert Einstein, Freddie Mercury und Marlene Dietrich ab — an diesen drei Flüchtlingen will Social-Bee zeigen, wie unberechtigt Vorurteile über Geflüchtete sind. Das Münchner Sozialunternehmen war bereits 2018 durch eine provokante Werbekampagne aufgefallen.

Mit einer deutschlandweiten Plakat-Aktion, Anzeigen und Social-Media-Aktionen will Social-Bee folgendes Problem angehen: Noch immer zögern viele Arbeitgeber, Geflüchtete einzustellen.

„Vorurteile sind überall. Das müssen wir ändern.“

So lautet das Ziel der ‚Spot the Refugee‘-Kampagne.

Mit den drei Kampagnenmotiven will der Münchner Integrationsdienstleister ein Umdenken auf dem Arbeitsmarkt erreichen. Wer heute an Albert Einstein, Freddie Mercury oder Marlene Dietrich denkt, stellt weder ihr Können noch ihre Leistung in Frage. Gleichzeitig haben viele Menschen vergessen, dass Einstein und Dietrich vor den Nazis flohen, Mercurys Familie wiederum durch die Flucht nach England der Revolution auf Sansibar entging.

Zarah Bruhn, Gründerin von Social-Bee, zu den Protagonisten der aktuellen Kampagne:

„Die Idee zeigt eindrücklich, dass ein Fluchthintergrund keine Auswirkung auf Talent hat.“

Ergänzend erklärt Mitgründer Maximilian Felsner die Ziele des Projekts:

„Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jeder zum Geflüchteten werden kann und zeigen, dass man Menschen nicht nach ihrer Geschichte bewerten kann.“

Spot the Refugee ist die zweite Kampagne des Sozialunternehmens

Die Kampagne ist die zweite ihrer Art. Die erste Werbekampagne, ebenfalls pro bono von der bekannten Werbeagentur Jung van Matt kreiert und von Ströer unterstützt, hatte große Wellen geschlagen. Vier Flüchtlinge erzählten ihre persönliche Fluchtgeschichte, begleitet von der provokativen Aussage: „Fluchterfahrungen schaffen Soft Skills“.

Das Ziel war jedoch, auf Geflüchtete als Arbeitnehmer aufmerksam zu machen und Unternehmen auf die Idee zu bringen, Flüchtlinge einzustellen. Anfangs von Unternehmen wie Medien ignoriert, kam der Stein nach dem ersten Social Media Post zu der Kampagne ins Rollen. Neben unzähligen Hasskommentaren erhielt Social-Bee viel positive Resonanz.

„Sogar das Flüchtlingshilfswerk der UN teilte unseren Beitrag. Und wir erhielten einige Anfragen interessierter Unternehmen, die gemeinsam mit uns Geflüchtete einstellten,“

sagt Sarah Schilberg, Marketing-Verantwortliche bei Social-Bee. Und von rechter Hetze lässt sich Social-Bee nicht einschüchtern.

Positive Resonanz und über 85% Wachstum

Neben Anfragen von über 40 Unternehmen bewarben sich außerdem viele Geflüchtete um einen Job. Das Sozialunternehmen wuchs um 85%, stellte selbst mehr Mitarbeiter ein.

Denn das Problem von Unternehmen — dass diese aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands trotz Arbeitskräftemangel keine Geflüchteten einstellen — löst Social-Bee als soziale Zeitarbeitsfirma. Als zwischengeschalteter Arbeitgeber stellt das Startup die Geflüchteten für ein bis eineinhalb Jahre bei sich an und vermittelt sie dann im Idealfall an Partnerunternehmen. Mittelständler wie Würth, Vollcorner oder Krones arbeiten bereits mit Social-Bee zusammen.

Mehr als 180 Flüchtlinge wurden vermittelt

Mittlerweile hat das Social-Bee über 180 Geflüchtete vermittelt. Auch die vier Kandidaten der ersten Kampagne. Das Lieblingsbeispiel der Gründerin ist jedoch Talal. Ihr erster Mitarbeiter arbeitet — ursprünglich an einen Lieferservice vermittelt — nun wieder in seinem alten Job als Architekt, wie Zarah Bruhn in einem Interview mit der Zeitung ‚Die Welt‘ erzählt.

Mit der neuen Kampagne will Social-Bee erneut dafür sensibilisieren, dass eine Flucht keine Auswirkung auf Talent hat und somit keinen negativen Einfluss auf den Zugang zum Arbeitsmarkt haben sollte. Die hohe Integrationsrate von 80 % bei den vermittelten Angestellten gibt dem Sozialunternehmen recht.

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