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COVID-19: Hier finden Münchner Unternehmen Unterstützung

Die Corona-Krise bringt derzeit nicht nur das öffentliche Leben zum Stillstand, auch die Wirtschaft leidet. Besonders Selbstständige und KleinunternehmerInnen sind durch COVID-19 in ihrer Existenz bedroht, daher bieten der Bund ebenso wie Bayern finanzielle Unterstützung.

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) der Stadt München hat alles wichtige zum Thema Wirtschaftshilfe für Unternehmen in Zeiten von COVID-19 zusammengefasst. Diese Übersicht, die vom RAW ständig aktualisiert wird, enthält Informationen zu aktuellen Beschlüssen und erklärt konkrete Maßnahmen. Auch die IHK für München und Oberbayern hat eine Übersichtsseite hierzu online gestellt.

Finanzielle Unterstützung wegen COVID-19

Finanziell können von COVID-19 betroffene Unternehmen Unterstützung erhalten:

Unternehmen, die unmittelbar in Not geraten sind, erhalten unbürokratisch eine Soforthilfe der bayerischen Regierung. Die Soforthilfe richtet sich an Unternehmen, die Liquiditätsengpässe haben, und daher laufende Verpflichtungen nicht bedienen können. Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Kapital einzusetzen. 

Der Antrag auf „Soforthilfe Corona“ ist für Unternehmen im Stadtgebiet München bei der Stadt München an das RAW zu stellen. Befindet sich der Firmensitz im Münchner Umland, ist nicht die Stadt München, sondern die Regierung von Oberbayern zuständig. Die Höhe der Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten: Bis zu 5 Beschäftigte gibt es maximal 5000 Euro, bis zu 10 Beschäftigte maximal 7500 Euro, bis zu 50 Beschäftigte maximal 15.000 Euro, bis zu 250 Beschäftigte maximal 30.000 Euro. Inzwischen sind über 120.000 Anträge beim Freistaat eingegangen. (Update vom 25. März 2020)

Mit Universalkrediten, Akut-Krediten und Ausfallbürgschaften für Kredite an mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler bietet die LfA Förderbank Bayern bewährte Programme an. ierfür hat der Freistaat den Bürgschaftsrahmen der LfA von 500 Millionen auf 2 Milliarden Euro erhöht. Voraussetzung für die Unterstützung der Unternehmen ist ein grundsätzlich tragfähiges Geschäftsmodell und die Bereitschaft der Hausbanken, die LfA-Förderangebote in die Gesamtfinanzierung einzubinden. Die LfA bietet hierfür eine kostenlosen Beratung an. Hotline: 089 / 21 24 – 10 00.

Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet KfW-Unternehmerkredite und ERP-Gründerkredite an. Beantragen können Unternehmen diese bei den Banken und Sparkassen. Für kleine und mittlere Unternehmen liegen die Zinsen je nach Kreditlaufzeit zwischen 1,00 bis 1,46 Prozent, für größere Unternehmen zwischen 2,00 bis 2,12 Prozent. Die KfW hat eine Hotline für gewerbliche Kredite eingerichtet: 0800 539 9001.

Zudem können für wirtschaftlich gesunde Unternehmen Bürgschaften für Betriebsmittelkredite zur Verfügung gestellt werden.

Direkte Hilfe vom Bund

Die Bundesregierung hat sich ebenfalls zu weitreichenden Hilfen entschlossen: Wie Finanzminister Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) bekannt gaben, will der Bund in einem Nachtragshaushalt 156 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Davon sind 50 Milliarden Euro zur Unterstützung von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen vorgesehen. Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten erhalten daraus eine Einmalzahlung in Höhe von 9.000 Euro für 3 Monate, bei bis zu 10 Angestellten werden es 15.000 Euro. Die Mittel müssen nicht zurückgezahlt werden, Voraussetzung ist allerdings, dass das Unternehmen vor März nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war und der Schaden erst nach dem 11. März eingetreten ist. Das Programm ergänzt die Programme der Länder, somit müssen die Anträge in den einzelnen Bundesländern bearbeitet werden. Alle Details zur Beantragung veröffentlicht das Bundesfinanzministerium auf dieser Webseite. Zudem erhalten Soloselbstständige und Künstler erleichterten Zugang zu Hartz IV-Leistungen. (Update vom 25. März 2020)

Darüber hinaus planen die beiden Minister einen Rettungsschirm von maximal 600 Milliarden Euro, der größere Unternehmen entlasten soll. Dieser besteht aus 400 Milliarden Euro in Form von Bürgschaften des Bundes zur Absicherung betrieblicher Kredite, weitere 100 Milliarden Euro stehen für staatliche Beteiligungen an strauchelnden Unternehmen zur Verfügung. Mit zusätzlichen 100 Milliarden Euro sollen die Liquiditätshilfen der KfW-Bank refinanziert werden. Alle Maßnahmen müssen noch von Bundestag und Bundesrat genehmigt werden, was bereits in dieser Woche geschehen soll. (Update vom 23. März 2020)

Kurzarbeitergeld

Da die Hürden zur Beantragung von Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit (BA) deutlich gesenkt wurden, kann die Unterstützung schon bei einem Ausfall von 10 Prozent der Belegschaft beantragt werden. Schickt ein Arbeitgeber MitarbeiterInnen in Kurzarbeit, übernimmt die 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, bei ArbeitnehmerInnen mit Kind sind es 67 Prozent. Zudem wurde die Auszahlung von 12 auf 24 Monate verlängert und sie kann rückwirkend zum 1. März 2020 gewährt werden. Das Kurzarbeitergeld kann online bei der BA beantragt werden.

Stundungen von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und reduzierte Gewerbesteuern

Das RAW informiert weiter über die Möglichkeit zur Steuerentlastung. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, können Vorauszahlungen von der Finanzbehörde unkompliziert angepasst werden, wenn klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden.

Eine Alternative sind Steuerstundung für Unternehmen. Diese sind vor allem dann vorgesehen, wenn ein Unternehmen als Folge von COVID-19 nicht mehr über die erforderlichen Mittel verfügt, um seinen Zahlungspflichten nachzukommen. Dies betrifft unter anderem Umsatzeinbußen, Verlust von Einnahmemöglichkeiten und bereits getätigte Investitionen wie etwa für Messebauten. Die Stundung muss bei der Stadtkasse SKA beantragt werden.

Auch Sozialversicherungsbeiträge können gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre, wie etwa ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten. Über die Stundung entscheidet dann die Krankenkasse.

Einen Antrag auf eine Reduzierung der Gewerbesteuervorzahlungen können Steuerpflichtige unter Hinweis auf die für das laufende Wirtschaftsjahr erwartete verschlechterte Gewinnsituation entweder beim zuständigen Finanzamt oder bei der Stadtkasse SKA 4.1 Gewerbesteuer stellen.

Aufschub bei Mietzahlungen

Ein Teil des Gesetzespakets der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Krise beschäftigt sich auch mit Mietzahlungen. So ist vorgesehen, dass Mieter und Gewerbetreibende, die wegen COVID-19 Mietzahlungen schuldig bleiben, einen Aufschub von 3 Monaten erhalten. Normalerweise kann Mietern gekündigt werden, wenn sie zwei Monatsmieten nicht bezahlt haben. Die Mieter müssen allerdings nachweisen, dass die Corona-Pandemie die Ursache ihres Mietrückstands ist. Vermietern wiederum wird mit einem dreimonatigen Aufschub von Darlehenszahlungen unter die Arme gegriffen, damit diese nicht selbst durch die Einnahmeausfälle in Schwierigkeiten geraten. Der Gesetzesentwurf muss noch vom Bundestag verabschiedet werden. (Update vom 24. März 2020)

Förderung von Homeoffice-Plätzen

Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine neue Homeoffice-Förderung für kleine und mittlere Unternehmen ‎der gewerblichen Wirtschaft und des Handwerks gestartet. Mit ihr können die Betriebe IT-Dienstleistungen zur Einrichtung von Homeoffice-Plätzen fördern lassen. Hierzu zählt der ‎Aufbau sowie das Einrichten der zugehörigen Hardware sowie der Einsatz von Software, die über die gängigen Standards hinausgeht. ‎Betriebe, die von der Förderung profitieren wollen, müssen zunächst ein kostenloses ‎Erstgespräch mit einem Beratungsunternehmen führen. Dieses übernimmt danach alle weiteren Schritte von der Beantragung ‎der Förderung bis hin zur Einrichtung der Homeoffice-Arbeitsplätze.‎ Alle Informationen zum Vorgehen hat die IHK zusammengefasst. (Update vom 24. März 2020)

Weitere Informationen

Auch die IHK hat eine ähnliche Übersicht erstellt. Neben den oben dargestellten Themen weist sie auch auf vertrags- und reiserechtliche Themen, die Auswirkungen der Grenzschließungen auf Transport und Logistik und die Möglichkeit des Exportabsicherung durch Hermesdeckungen hin. Zudem sind innerbetriebliche Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 ein wichtiges Thema. Ebenfalls eine Übersicht bietet der Bundesverband Deutsche Startups, mit einigen Best Practices.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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