Wie Software die Lebensqualität erhöhen kann – Cunesoft im Porträt

cunesoft gründer schwarz

Cunesoft Gründer Rainer Schwarz

Cunesoft bietet cloudbasierte Software as a Service (SaaS) Lösungen für regulierte Prozesse in der Life Sciences Industrie — was darunter zu verstehen ist, erklärt uns Rainer Schwarz, einer der Köpfe hinter dem 2013 gegründeten Münchner Startup.

Arzneimittelzulassung auf Knopfdruck

Rainer, Ihr bietet eine Regulierungsplattform und eine Content-Analyse-Software. Was können wir uns darunter vorstellen und wer nutzt Euer Produkt?

Die pharmazeutische Industrie ist genau wie andere regulierte Industrien — sei es Chemie, Aerospace oder Banking — nach wie vor geprägt von papierintensiven, manuellen Abläufen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die regulatorischen Abläufe in ebendiesen Industrien zu beschleunigen und zu automatisieren. Unsere intelligente, selbstlernende Software für regulierte Prozesse kann Unternehmen bis zu 80% Prozesszeit einsparen.

Beispielsweise baut die Software anhand der verfügbaren Daten den Antrag für eine Arzneimittelzulassung selbständig zusammen. Der Mensch braucht dann nur mehr die vorgeschlagene Arbeit freigeben.

Mehr Lebensqualität durch intelligente Software

Das ist vergleichbar mit der Einführung des Fließbandes am Beginn der Industrialisierung! Und auch diesmal werden die Nutzer die Bevölkerung sein. Denn ihnen steht dadurch eine größere Vielfalt an medizinischen Präparaten zur Verfügung. Und das kann die Lebensqualität signifikant erhöhen.

Was macht die Konkurrenz? Gibt es noch keine Regulierungsplattformen am Markt?

Wir möchten Prozesse neu definieren, denn einen falschen Prozess schneller zu machen, bringt einen nicht nach vorne. Unser Arbeitsansatz kommt in der Industrie sehr gut an. Auch wenn neue Ideen immer etwas Zeit brauchen, bis der Markt sie verinnerlicht hat. Unser Wettbewerbsvorteil: Wir sind günstiger als die Konkurrenz. Wer unsere Lösung nutzt, spart bis zu 70% seiner Kosten. Und wir sparen zusätzlich Zeit. Denn den Aufwand des regulatorischen Datenmanagements können wir um 80% reduzieren.

Gleichzeitig arbeiten wir sehr hart daran, unseren Entwicklungsvorsprung zu halten, um auch zukünftig einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Die Kombination aus regulatorischem Know-how gebündelt mit für die Industrie adaptierten künstlichen Intelligenz-Algorithmen macht uns einzigartig. Es gibt derzeit kein Vergleichsprodukt auf dem Markt.

Wie kamt Ihr auf die Idee zu so einem Nischenprodukt?

Ich hatte nach meinem Studium der internationalen BWL meinen beruflichen Fokus auf IT, vor allem Software-Lösungen für die Pharmaindustrie, gelegt. Meinen Gründerkollegen, Daniel Koppers, der einen Abschluss in Business Informatics hat, habe ich bei einem gemeinsamen Projekt kennengelernt. Wir verstanden uns gut und entwickelten dann gemeinsam die Idee, Cunesoft zu gründen.

„Wir setzen auf ein super Team“

Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Als junges Unternehmen in einen bestehenden Markt einzutreten, der bisher von wenigen Unternehmen bedient wurde, das ist bis heute eine Herausforderung. Cunesoft ist noch eine kleine Firma und um unser Potenzial voll auszuschöpfen, setzen wir auf ein super Team.

Die Suche nach intelligenten Köpfen, die uns bei dieser Entwicklung unterstützen, ist eine Challenge, der wir besondere Aufmerksamkeit schenken. Bisher hatten wir hier Glück und haben zur richtigen Zeit die richtigen Menschen getroffen.

Ihr habt vergangenes Jahr eine erfolgreiche Serie-A-Finanzierung abgeschlossen und in die USA expandiert. Wie läuft das Geschäft sonst so?

Das Geschäft läuft sehr gut. 2016 war ein super erfolgreiches Geschäftsjahr für uns. Wir hatten einen Kundenzuwachs von 300 Prozent und unser Team hat sich weiter vergrößert. Mittlerweile haben wir 20 Mitarbeiter.

Durch frisches Kapital konnten wir vergangenes Jahr nochmals das Wachstum ankurbeln und auch unser internationales Geschäft ausbauen. Wir haben unseren Hauptsitz in München, und mittlerweile drei internationale Niederlassungen – in Frankreich, den USA und Indien.

Trotzdem hat sich auch für uns gezeigt: Alles kostet doppelt so viel und dauert dreimal so lang.

Was sind die nächsten Schritte, wo geht die Reise hin?

Für 2017 haben wir natürlich große Pläne. Wir werden unser Angebot weiter verbessern und den Technologievorsprung ausbauen. Dazu zählen bessere Benutzeroberflächen, intelligentere Algorithmen und weitere Schnittstellen. Natürlich werden wir auch weiterhin eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Dafür werden wir unser Team weiter vergrößern und denken über neue Niederlassungen nach.

cunesoft messe

Cunesoft hat nicht nur weltweit Niederlassungen, sondern ist auch international viel auf Messen unterwegs.

Euer Hauptsitz ist in München – was bedeutet die bayerische Landeshauptstadt für Euch?

München ist nicht nur eine der schönsten Städte Deutschlands, es ist auch aus Gründersicht eine gute Alternative zu Berlin. Für uns sind außerdem die zahlreichen Münchner Biotechnik-Firmen als Zielgruppe interessant.

Und zu guter Letzt: Was bedeutet der Name Eurer Firma?

Der Name ist abgeleitet vom Wort Cuneiform, auf Deutsch Keilschrift, der ersten bekannten Dokumentationsmethode. Als Firmenname haben wir uns für „Cunesoft“ entschieden, da es die erste Methode der Dokumentation „cune-“ mit „-soft“ für Software verbindet, die modernste Methode der Speicherung von Informationen.

Vielen Dank, Rainer Schwarz, für das Gespräch!

Helen Duran

Als Redakteurin ist unser Münchner Kindl Helen für Euch in der hiesigen Gründerszene unterwegs. Und sie kommt Euch auch besuchen – wenn Ihr eine spannende Erfolgsgeschichte erzählt!

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