Hofmann & Stirner: „Fachliche Exzellenz statt Bullshit-Bingo“

„Zuführtechnik“ — Noch nie gehört? Ist aber wichtig! Warum, das erklären uns die Gründer von Hofmann & Stirner in unseren 7 Fragen.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Unternehmen bitte kurz vor!

Daniel hat zunächst eine Berufsausbildung in Ingolstadt absolviert, anschließend über den zweiten Bildungsweg Maschinenbau an der THI studiert und an der TUM promoviert. Florian kommt ebenfalls aus Ingolstadt und hat an der TUM Maschinenbau & Management studiert. Wir kannten uns aus frühen Kinderzeiten und haben uns nach rund 20 Jahren zufällig an der TUM wieder getroffen.

Nahezu alle Produkte werden automatisiert gefertigt. Die Einzelteile in hoher Stückzahl und richtiger Orientierung in die Produktionsanlage zu bringen, ist Aufgabe der Zuführtechnik. Ohne Zuführtechnik gibt es keine automatisierte Produktion. Wir haben dafür eine innovative Maschinenarchitektur entwickelt, die wir mit Hilfe von digitalen Zwillingen und KI auslegen. Damit bauen wir flexible Hochleistungszuführsysteme für 26 Zielbranchen.

Hofmann & Stirner: Wesentlich schneller als die Konkurrenz

2. Aber das gibts doch schon längst!

Sagte das Tastentelefon zum Smartphone und der Verbrenner zum E-Auto. Die bisherige Vibrationsfördertechnik, überwiegend als Schweißkonstruktion ausgeführt, wird seit Mitte der 1960er Jahre unverändert handwerklich hergestellt. Jedes Zuführsystem ist ein Trial-und-Error-basiertes Einzelstück, das nur für ein bestimmtes Produktionsgut funktioniert. Solche Systeme sind zwar leistungsstark, aber nicht flexibel und häufig störungsanfällig. Industrieroboter auf der anderen Seite sind hochflexibel, aber um den Faktor 5 bis 10 zu langsam bezüglich Zuführleistung.

Es ist uns gelungen, die Physik der Vibrationsfördertechnik zu entschlüsseln und mit Hilfe eigener digitaler Zwillinge eine neuartige Maschinenarchitektur zu entwickeln. Sie besteht aus einem standardisierten Grundkörper und einem wechselbaren Tooling für die Teilezuführung. Wir erzielen damit eine Leistungssteigerung um +350 Prozent bei einer Flexibilität mit Rüstzeiten von unter 2 Minuten. Durch die digitale Physik können wir bis zu 3 Monate vor dem Wettbewerber unser Zuführsystem ausliefern und das bei einer Null-Stunden-Inbetriebnahme. Künftig werden wir den Tooling-Entwicklungsprozess mittels KI weitgehend automatisieren und nutzen dafür die Daten unserer digitalen Zwillinge.

„Die Nachfragesituation ist gut“

3. Was sind die drei Hauptzutaten für Euer Erfolgsrezept?

Für den ersten Faktor können wir nichts, sind aber froh, dass er da ist — der Market Pull. Die Zuführtechnik ist zwar eine Schlüsseltechnologie der Produktion, wurde aber über Jahrzehnte außer Acht gelassen. Die Kernproduktionsprozesse haben sich weiterentwickelt, die Zuführtechnik blieb stehen. Mit unserem Ansatz aus digitalem Maschinenbau & KI werden wir einem angestauten Marktbedarf gerecht.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unser internationales Team. Unsere technologischen Herausforderungen sind anspruchsvoll und finden Anklang bei Leuten aus der ganzen Welt. Mit den unterschiedlichen Sichtweisen finden wir oft kreative Lösungen.

Kurz & Knapp: Fachliche Exzellenz statt Bullshit-Bingo.

Hofmann & Stirner bewegen sich auf einem Milliardenmarkt

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Aus dem Startup mit zwei Gründern ist innerhalb kurzer Zeit ein Unternehmen mit neun Mitarbeitern geworden. Wir haben neben dem Innovation Lab / Headquarter in München mittlerweile Produktionsfläche in Ingolstadt. Dort werden wir die serienmäßige Fertigung unserer Produkte aufbauen. Die Nachfragesituation ist gut, dass wir einen für Mitte 2019 geplanten Vertriebsmitarbeiter erstmal in 2020 geschoben haben. Momentan sind wir sehr zufrieden.

5. Was bedeutet München für Euch?

Das internationale Team interessiert sich natürlich nicht nur für die technologischen Aufgaben, die Attraktivität Münchens spielt bei der Standortwahl eine große Rolle. Zudem bietet München aus unserer Sicht eine für Deutschland hervorragende Infrastruktur zum Gründen.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Wir sehen die Produktion von morgen nicht mit der Technologie des letzten Jahrhunderts. Und das ist ein Milliardenmarkt.

7. Isar oder Englischer Garten?

Englischer Garten.

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