Finale des MBPW 2019 - Gruppenbild mit den drei Siegerteams
© Baystartup

Presize gewinnt Münchner Businessplan Wettbewerb 2019

Läuft gerade bei Presize: Erst kürzlich konnte das Münchner Startup eine sechsstellige Preseed-Finanzierung verkünden. Und nun kann es auch den Münchner Businessplan Wettbewerb (MBPW) 2019 für sich entscheiden.

Neben Presize schafften es auch M-Bee und Orbem auf das Siegertreppchen. Die drei Finalisten erhalten Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 Euro. Der Münchner Businessplan Wettbewerb wird von Baystartup ausgerichtet.

Die nachhaltigen Geschäftsmodelle können sich sehen lassen

„Mit smarten Technologien entwickeln die Gewinner und Nominierten überzeugende Lösungen für aktuelle Herausforderungen in unterschiedlichsten Branchen,“

sagt Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von Baystartup. Für die Jury war es äußert schwierig, sich für drei Gewinner zu entscheiden. Rudolph findet, die nachhaltigen Geschäftsmodelle der nominierten Startups können sich sehen lassen:

„Sie bilden die Grundlage für einen schnellen, erfolgreichen Markteintritt und erste Umsätze – Faktoren, die essenziell sind, um besonders auch Investoren zu überzeugen.“

Alle teilnehmenden Startups – nicht nur die Sieger – erhalten umfangreiches schriftliches Feedback auf ihre Geschäftsmodelle.

Sponsor des Wettbewerbs ist unter anderem die LfA Förderbank Bayern. Hans Peter Göttler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LfA, sagte bei der Prämierungsfeier:

„Die innovativen Ideen, das Talent und der Mut der Sieger des diesjährigen Wettbewerbs sind beeindruckend! Auf die nächsten Schritte der Gründerteams bin ich schon sehr gespannt.“

Schließlich sind viele Startups aus den vergangenen Wettbewerben heute erfolgreiche Unternehmen. Die LfA sieht sich hierbei auch als Partner der Gründer, so Göttler weiter:

„Damit der Start gelingt, ist auch eine passende Finanzierung notwendig. Die LfA unterstützt Gründer mit attraktiven Förderkrediten, Risikoübernahmen und Venture Capital.“ 

Prezise auf Platz 1, M-Bee und Orbem folgen

Platz 1: Prezise
Prezise ist das erste Unternehmen, das Menschen allein mit einem mit dem Handy aufgenommenen Video exakt vermessen kann. Bisherige Scan-Methoden sind im Vergleich entweder ungenau oder benötigen häufig eine Vielzahl von Kameras in einem separaten Raum. Beim Presize-Konzept dreht sich der Kunde dagegen einfach normal bekleidet vor seiner Smartphone-Kamera einmal im Kreis und lädt das kurze Video ins System.

Die Software erstellt daraufhin auf Basis des Videos ein 3D-Modell und berechnet die Körpermaße des Kunden. Dazu nutzt es Computer-Vision- und Deep-Learning. So erhalten Internet-Shopper optimale Größenempfehlungen für jedes Produkt und schicken schließlich weniger Ware zurück an den Händler. Für den sind Retouren ein wesentlicher Kostenfaktor. Und natürlich schonen weniger Retouren auch die Umwelt, so die Gründer bei der Prämierung.

Platz 2: M-Bee
Batteriespeichersysteme sind ein Schlüssel für die Energiewende, insbesondere für die Nutzung erneuerbarer Energien. Über Wind oder Sonne gewonnener Strom muss gespeichert werden – und das möglichst stabil und sicher. Heute verbreitete Batteriespeichersysteme bestehen aus einem zentralen Wechselrichter und einer problematischen Hochvoltbatterie. Dabei ist das Batteriemanagement aufwendig. Fällt hier ein Bauteil aus, wird das ganze System instabil. Die Gründer vergleichen das System mit einer Lichterkette am Tannenbaum, die erlischt, wenn ein Licht nicht mehr funktioniert.

M-Bee arbeitet daher an einem modularen B2B-Ansatz, der diese Herausforderung meistert, und entwickelt eine neuartige Technologie für stationäre und mobile Batteriespeicher ohne Hochspannung. Kern der Technologie ist es, die zentralen Wechselrichter für Hochvoltbatteriepacks zu ersetzen und stattdessen mit den Leistungsplatinen des Münchner Startups auszustatten. Das erhöht unter anderem die Ausfallsicherheit des Systems, vereinfacht Arbeitsprozesse, bringt höhere Energieeffizienz und mehr nutzbare Energiekapazität und verbessert zusätzlich den Umgang mit variierenden Batterieparametern.

Platz 3: Orbem
Gibt es ein anderes Wort für Kükenschreddern, das nicht so schrecklich klingt? Nein, stellte Fabian Brunner von Baystartup auf der Prämierungsfeier fest. Dabei ist das massenhafte Schreddern von männlichen Küken seit Jahren Anlass für kontroverse Diskussionen über Ethik in der Geflügelzucht. Das Münchner Startup Orbem will mit einer intelligenten Bildgebungstechnologie — einem „Eier-MRT“, wie es die Gründer erklären — nun die Klassifizierung von Eiern ermöglichen, was Befruchtung und Geschlecht angeht.

Das soll zwei Probleme der Geflügelindustrie lösen: die Verschwendung von jährlich mehr als 9 Milliarden unbefruchteten Eiern und das unnötige Töten von 7 Milliarden männlichen Eintagsküken. Das innovative Scan-Verfahren untersucht Eier berührungsfrei und sortiert sie automatisch nach ihrem Befruchtungsstatus oder dem Geschlecht des Kükens. Damit könnten Geflügelzüchter Milliarden von bisher unbrauchbaren Eiern für den menschlichen Verzehr vermarkten, das Kükentöten vermeiden und nicht zuletzt Energie, Kosten und Abfall einsparen.

Die übrigen Nominierten

Die weiteren nominierten Startups waren größtenteils ebenfalls aus München. Hier die Liste der Nominierten: 

  • Dermagnostix bietet eine vollautomatische Point-of-Care-Plattform für die molekulare Diagnostik von Hauterkrankungen.
  • Ebenbuild sorgt anhand patientenspezifischer Computermodelle für eine optimale Beatmung von Lungenpatienten.
  • Erium optimiert Fertigungs- und Entscheidungsprozesse durch die intelligente Kombination von Machine Learning mit dem Wissen der jeweiligen Prozessexperten mithilfe der Software-Plattform HALerium.
  • Repulping Technology aus Aichach-Friedberg entwickelt ein umweltfreundliches, physikalisches Verfahren zur Wiederverwertung von Faserstoffen aus Altpapier und Verbundmaterialien.

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