InsurTech-Startups verunsichern die Branche

InsurTech-Startups verunsichern die Branche

Untergang der Versicherungsbranche oder willkommener Impulsgeber? Mit weltweit insgesamt 2,7 Milliarden US-Dollar Risikokapital und einer Menge Gründerspirit im Rücken krempeln InsurTech-Startups eine angestaubte Branche auf links. Doch wo graben die jungen Wilden den Platzhirschen tatsächlich das Wasser ab?

InsurTechs konzentrieren sich bisher vor allem auf den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Ein bekanntes Beispiel  ist der Münchner Branchenprimus unter den Onlinemaklern Check24.  Angebotsinnovationen kommen dagegen noch immer von den Versicherern selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman und des Versicherungsvertriebs Policen Direkt.

Nikolai Dördrechter, Geschäftsführer von Policen Direkt und Co-Autor der Studie, fasst die Ergebnisse in markigen Worten zusammen:

„Der Weckruf der InsurTechs ist unüberhörbar. Die digital agierenden InsurTechs, befeuert von kühnen Wachstumsphantasien, frischem Wagniskapital und einer Menge Gründergeist, haben einen längst überfälligen Strukturwandel in der Versicherungswirtschaft ausgelöst.“

Verunsicherte Branche

Im Kontrast dazu stehen die Ergebnisse der Untersuchung: InsurTech-Startups gelingt es noch nicht, für Innovation beim Aufbau neuer Angebote zu sorgen. Zwar ermöglichen es InsurTechs beispielsweise, situativ per Smartphone einen Versicherungsschutz abzuschließen oder Policen für spitze Zielgruppen aufzusetzen. Das seien allerdings Nischenthemen ohne großes wirtschaftliches Potenzial, meint Dietmar Kottmann, Partner und Digital Insurance Lead Europa bei Oliver Wyman. Er sagt:

„Bisher schwankt die Branche zwischen Hype und Hysterie. Es ist an der Zeit, das Thema nüchtern und analytisch zu betrachten.“

Spannende neue Felder sieht die Studie eher in der Absicherung neuer digitaler Risiken sowie in innovativen Versicherungsprodukten rund um das Internet der Dinge und Produkte, die Big-Data-Technologien nutzen. Eigentlich handelt es sich hierbei um Technologie-Themen und damit eine Domäne junger Startup-Firmen.

Kooperation von Alt und Neu

Die Zukunft der Branche sieht Oliver Wyman-Partner Kottmann in der Zusammenarbeit bestehender und neuer Spieler:

„ Es besteht viel Potenzial zur Partnerschaft zwischen Alt und Neu.“

Der Versicherungs-Standort München mit den globalen Riesen Munich Re und der Allianz sowie einer Vielzahl weiterer Unternehmen ist hierfür schon jetzt gut aufgestellt.

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München
und die Region, das von der Stadt München, der IHK für München und Oberbayern und dem Zusammenschluss 4Entrepreneurship entwickelt wurde. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH). Unterstützt wird die Initiative u.a. vom Freistaat Bayern.