Surfen gehört zum Geschäftsmodell – 7 Fragen an… Tripstix!

Surfen gehört zum Geschäftsmodell – 7 Fragen an… Tripstix!

Das Münchner Startup Tripstix entwickelt aufblasbare SUPs bzw. Surfboards, welche eine ähnliche Performanz wie Hardboards aufweisen.

Surfer werden fragen, wie das geht. Erreicht wird das durch eine genaue Formgebung und eine hohe Biegesteifigkeit. Und die Angsthasen werden fragen, ob es nicht gefährlich ist, wenn auf dem Wasser die Luft ausgeht. Aber die Boards sind sehr sicher, da sie selbst bei Beschädigung eine Auftriebswirkung haben.

Klare stefan -tripstix

Stefan Klare im Interview

Unsere 7 Fragen hat der Erfinder der Technologie, Stefan Klare von Tripstix, beantwortet.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Unser Team besteht momentan aus drei Leuten. Ich, Stefan Klare, bin Ingenieur und Gründer, Geschäftsführer sowie der Erfinder der Technologie. Benedikt Becht ist Sportwissenschaftler und im Rahmen eines Praktikums 2015 dazu gestoßen. Er kümmert sich hauptsächlich um die Entwicklung. Anne Runau ist Sportökonomin und verstärkt unser Team seit März diesen Jahres im Marketing.

Blas‘ Dir Dein Board auf

Die Basis unserer aufblasbaren Surfbretter bildet das zum Patent angemeldete Zweikammer-System. Die erste Kammer wird aufgeblasen und gibt dem Board durch den entstandenen Überdruck die gewünschte Form. Die zweite Kammer, die Vakuumkammer, enthält Granulat. Sobald in dieser Kammer ein Vakuum erzeugt wird, verhärtet sie sich und sorgt für extra Steifigkeit. Darüber hinaus gibt das Granulat zusätzlichen Auftrieb, wenn das Board beschädigt wird.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Das stimmt, aufblasbare Stand-Up-Paddleboards, sogenannte iSUPs, gibt es seit mindestens zehn Jahren. Diese verwenden allerdings eine ganz andere Technologie, die sogenannte Dropstitch-Technologie und haben eine ganze Reihe von Nachteilen.

Gute Performance!

Bei der Formgebung von Dropstitch-Boards ist man sehr stark eingeschränkt, da diese nur mit einer einheitlichen Dicke produziert werden können. Eine ausgewogene Rockerlinie, also die Aufbiegung des Surfboards, ist nicht möglich. Die Form eines Surfboards bzw. SUPs ist aber eine der wichtigsten Eigenschaften für eine gute Performanz im Wasser. Außerdem ist eine zufriedenstellende Biegesteifigkeit bei Dropstitch-Material nur mit sehr dicken Konstruktionen möglich. Der Standard liegt momentan bei 6 inch, also ca. 15 cm Dicke.

Das Zweikammer-System der Tripstix-Technologie

Tripstix: Wesentlich mehr als nur eine Luftmatratze

Das alles führt dazu, dass wir es hier nicht mit einem Surfboard, sondern eher mit einer besseren Luftmatratze zu tun haben. Da die herkömmlichen iSUPs zudem nur eine Luftkammer aufweisen, bieten sie bei Beschädigung keinerlei Auftriebswirkung — was im Ernstfall zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann.

All diese Nachteile hat Tripstix bei der Konstruktion hinter sich gelassen. Mit dem röhrenförmigen Luftkammersystem können wir nahezu jede Boardform nachempfinden. Die Vakuumkammer liefert trotz dünnem Formdesign die nötige Steifigkeit und das in der Vakuumkammer enthaltene Granulat bietet genügend Auftrieb, falls das Board beschädigt werden sollte.

„Immer wieder aufstehen“ – für Startups wie Surfer gleichermaßen essentiell

3. Was sind die drei Hauptzutaten für Euer Erfolgsrezept?

Neben der Idee an sich ist die Beharrlichkeit ein ganz wesentlicher Faktor. In einem Startup erfährt man viele Höhen und Tiefen. Wenn man beim ersten Rückschlag den Kopf in den Sand steckt, ist man nicht für die Arbeit dort geeignet. Man muss sich stets seine Ziele vor Augen halten und nach Rückschlägen immer wieder aufstehen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unser Team. Die wichtigste Ressource eines Unternehmens bzw. Startups sind die Leute, die darin arbeiten. Wir können uns zu 100% aufeinander verlassen und ziehen an ein und demselben Strang.

Das Team mit Stefan, Benedikt und Anne (v.l.n.r.) ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Tripstix.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir sind mit unseren Boards leider (noch) nicht am Markt. Von der Idee im Jahre 2011 bis heute ist viel passiert und so langsam zahlt sich die Hartnäckigkeit auch aus: Wir haben im letzten Jahr den ISPO brandnew Award gewonnen und in diesem Jahr haben wir beim Edison Award die Silber-Medaille ergattert. Das hat uns einige wichtige Kontakte beschert und wir sind finanziell erst mal gut aufgestellt.

Boards exklusiv übers Crowdfunding kaufen

Die Boards sind nun zur Serienreife entwickelt. Seit Anfang dieser Woche bieten wir im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne unsere Boards erstmalig auf dem europäischen Markt an. Erst mal als Kleinserie, in 2018 möchten wir dann richtig durchstarten.

5. Was bedeutet München für Euch?

Alle im Team sind Surfer und sowohl Benedikt als auch ich toben uns gerne auf der Welle am Eisbach aus. Daher ist München für unser Projekt der denkbar beste Standort. Das hiesige Gründernetzwerk ist auch eines der besten in Deutschland.

Dankbar für das Münchner Ökosystem — und die Eisbachwelle

Wir haben Tripstix in den ersten beiden Jahren über Gründerstipendien (Exist und Flügge) finanziert und die UnternehmerTUM hat uns unterstützt, wo sie nur konnte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch an Herrn Professor Senner vom Lehrstuhl Ergonomie. Er hat uns seine Labors und Büroplätze zur Verfügung gestellt. Ohne diese Möglichkeiten hätten wir es weitaus schwerer gehabt.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Wir hoffen natürlich, dass wir etwas verändern können! Und das Feedback ist bisher auch durchweg positiv. Aus meiner Sicht ist die Kunst, sich den Erfolg vor Augen zu halten, aber trotzdem auf dem Teppich zu bleiben.

Wenn Surfen zum Geschäftsmodell gehört

Ich persönlich bin jetzt schon sehr zufrieden. Ich komme regelmäßig zum Surfen und freue mich sonntagabends schon auf die Arbeit am Montag.

7. Isar oder Englischer Garten?

Normalerweise bevorzugen wir den Englischen Garten. Dort ist der Eisbach und ich wohne ganz in der Nähe. Bei Hochwasser, wenn die ein oder andere Isar-Welle entsteht, finden wir aber auch an der Isar großen Gefallen.

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).

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