© Shoemates

Shoemates oder auch: „Get one, give one“

Get one, give one – Mit diesem Konzept möchte ein Münchner Startup dazu beitragen, dass möglichst viele Schulkinder in Afghanistan nicht länger barfuß aus dem Haus müssen. Wie shoemates Espadrilles und Social Entrepreneurship zusammenbringt. 

Angefangen hat alles mit Mützen. Oder besser gesagt: Mit Mützen, die ältere Damen aus Passau aus peruanischer Wolle gestrickt haben.  Aus den Erfahrungen, dem Erfolg und den Werten von headmates, ist schließlich die Idee für shoemates entstanden: Einem Startup, das Espadrilles, Mokassins und viele weitere Schuharten für Frauen und Männer verkauft. Mit der Besonderheit, dass pro verkauftem Paar Schuhe das Startup auch ein Paar Kinderschuhe an bedürftige Schüler in Afghanistan spendet.  Get one, give one also!

shoemates
shoemates-Gründer Obaid Rahimi (© shoemates)

Im Rahmen eines 5-Euro-Business-Wettbewerbs an der Uni Passau wurde das Konzept von shoemates zum ersten Mal auf den Prüfstand gestellt, die Idee validiert und auf Realisierbarkeit getestet. Mit einem durchaus positiven Ergebnis: Das shoemates-Team rund um Gründer Obaid  Rahimi konnte sich gegen neun weitere Startups erfolgreich durchsetzen und den ersten Platz belegen.

Shoemates blieb danach nicht nur eine gute Idee, sondern wurde auch in die Tat umgesetzt. Das Ziel:

„Wir möchten uns in dem Bereich ‚Social Business für Schuhe‘ etablieren und für ein hochwertiges und modisches sowie nachhaltiges und soziales Produkt stehen.“

„Wir“, das sind aktuell Gründer Obaid (29), Julia (25), verantwortlich für Social Media, Content Marketing und PR und Anna (26), verantwortlich für Kundenbetreuung per Mail und Live-Chat auf der Website.

„Die gespendeten Schuhe werden in Afghanistan produziert“

Ein Blick in den Online-Shop zeigt die Bandbreite der angebotenen Schuhe: Neben Espadrilles, Mokassins, Wedges, Winterstiefel und Stiefeletten für Frauen werden auch Espadrilles und Halbschuhe für Männer angeboten. Die Schuhe sehen nicht nur gut aus, sondern werden auch nachhaltig produziert. Obaid dazu:

„Das Leder unserer Schuhe stammt aus zertifizierten Gerbereien und wird nach höchsten EU-Arbeitnehmer-richtlinien produziert. Zudem binden wir behinderte Menschen der Plattlinger Werkstätten und der Lebenshilfe Deggendorf in den Wertschöpfungsprozess von shoemates  […] ein. Sie sind  für die Verpackung und den Versand der Schuhe in Deutschland zuständig.“

Und freut sich hier ein Kunde über neue Schuhe, garantiert shoemates, dass sich auch in Afghanistan jemand freuen kann: Nämlich ein Schulkind, dessen Eltern sich keine Schuhe leisten können.

Shoemates Verteilung
Die Verteilung der Schuhe übernehmen erfahrene Organsiationen vor Ort (© shoemates)

Und wie steht es um die Produktionsbedingungen dieser Schuhe?

„Die gespendeten Schuhe werden in Afghanistan produziert, um die Wirtschaft vor Ort nachhaltig zu stärken.“

Produktion vor Ort (© shoemates)

Außerdem ist durch die Produktion vor Ort auch die Distribution der Spenden-Schuhe einfacher und zielgerichteter zu bewerkstelligen. Shoemates arbeitet hier mit kleinen Organisationen vor Ort zusammen, die sich auf das Verteilen von Sachgütern in abgelegenen Gebieten in Afghanistan spezialisiert haben. So soll sichergestellt werden, dass die Schuhe auch dort ankommen, wo sie benötigt werden.

Social Impact als wichtiges Kaufargument

Klingt nach einer runden Sache. Aber so gut wie shoemates sich mittlerweile auch aufgestellt hat, steht das Startup doch immer noch vor großen Herausforderungen. Dazu zählt vor allem,  Wachstumskapital zu generieren. Denn leben kann das Team noch nicht von seiner Arbeit.

Aber mit der Eröffnung eines eigenen Flagshipstores im Münchner Glockenbachviertel konnte im Oktober vergangenen Jahres zumindest ein Schritt in die richtige Richtung unternommen werden. Gründer Obaid, der übrigens selbst in Afghanistan geboren wurde, glaubt an seine Idee, denn:

„…gerade die Einfachheit und die Greifbarkeit des Social Impact stellt ein wichtiges Kaufargument für viele Kunden dar und macht unser Produkt besonders. Durch eine transparente Wertschöpfungskette können wir dem Kunden genau aufzeigen, was mit seinem Geld passiert und, wer davon profitiert.“

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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