© Der Kontext

Porträt: „Der Kontext“ – Das Online-Hintergrundmagazin

Als eines der ersten Startups ist „Der Kontext“ Mitte Juli 2015 in das neue Media Lab Bayern in München eingezogen. In dem Inkubator und Co-Working-Space der BLM, erhalten ausgewählte Teams Büroräume, Coaching, Kontakt zu anderen Startups, Medienschaffenden und allerlei weiteren Support.

Was steckt hinter „Der Kontext“?

Die Gründer der Kontextlab GmbH Bernhard und Julia, unterstützt von Web-Spezialist und Programmierer Erich, möchten ihren Usern ein journalistisch sorgfältig aufbereitetes Online-Hintergrundmagazin bieten. Wie sie auf die Idee kamen? Jeden Tag ist der Mediennutzer einer schier nicht zu bändigenden Flut an Informationen ausgesetzt. Dass es da schwerfällt, Zusammenhänge zu verstehen und alle nötigen Hintergründe zu kennen, steht außer Frage.

Deswegen beschäftigt sich „Der Kontext“ monatlich mit einem speziellen Thema, z.B. der Griechenlandkrise, und arbeitet dieses redaktionell auf. Dafür werden unterschiedliche Inhalte gesammelt und verlässliche Quellen genutzt: „Wir befragen zu den jeweiligen Themen Experten, die wissen, wovon sie reden“, erklärt Bernhard, „und ergänzen das mit Artikeln, Fakten oder auch passenden kulturellen Beiträgen, wie etwa einer Fotostrecke von Graffitis in Athen“. An Authentizität und fachlicher Expertise mangelt es also nicht.

Skype-Interview mit Experten
Wenn ein Experte im Ausland sitzt, findet das Interview eben per Skype statt. © Der Kontext

Bei der Themenauswahl können User aktiv mitmachen, indem sie einen von mehreren Vorschlägen der Redaktion favorisieren und somit darüber abstimmen, was als nächstes kommen soll. Die Leser können außerdem ihre Anregungen per Mail, über das Feedback Formular sowie über die Social Media Kanäle an die Kontext-Redaktion schicken.

Auf Tauchgang mit „Der Kontext“

Die Bedienung des Magazins orientiert sich an der Struktur bekannter Navigationsprogramme – Programmierer Erich hat hierfür eigens das Webkonzept umgesetzt – ,sodass der User immer tiefer in das Informationennetz eintauchen kann und selbst auf Entdeckungsreise geht. Hierbei dienen Artikel, Videos, Audiodateien, Interviews und vieles mehr als multimediale Informationsträger.

Der volle Zugriff auf das Magazin wird voraussichtlich als Abo möglich sein. Die ersten Themen werden für alle, die sich auch schon jetzt auf derkontext.com anmelden, kostenfrei sein. Ab wann das Bezahlmodell gelten wird, ist noch offen.

Bereits 2009 entwickelte Julia das Grundkonzept zu „Der Kontext“, damals allerdings noch in einer Printversion. 2010 folgten Auszeichnungen wie der „European Newspaper Design Award“ oder auch die Nominierung für den „Bayerischen Staatspreis“.

„Die Coachings haben uns extrem viel gebracht“

In den Folgejahren holten sich die Gründer Feedback bei renommierten Journalisten und Verlegern. Von vielen Seiten schwappte dem Projekt Begeisterung entgegen. Motiviert von der positiven Rückmeldung bewarben sich Julia und Bernhard für das EXIST-Stipendium, das sie 2014 erhielten. Dadurch war zum einen finanzielle Stabilität für ein Jahr garantiert, zum anderen konnten die beiden auch viel von anderen EXIST-Teams dazulernen. Julia: „Gerade, weil viele Teams einen ganz anderen Ansatz hatten und auf andere Felder spezialisiert waren, konnten sie uns mit ihrer Perspektive immer wieder sehr interessantes Feedback für unser Startup geben“. Das Stipendium bot den beiden Gründern außerdem viele Hilfestellungen und machte sie fit fürs Business: „Die Coachings haben uns extrem viel gebracht. Gerade, als es darum ging, wie wir Geld verdienen wollen, wie man richtig kalkuliert, wie man überhaupt einen Businessplan erstellt usw., dabei wurden wir wirklich exzellent beraten“, sagt Bernhard.

Der Kontext
© Der Kontext

Frisch raus aus dem EXIST-Stipendium ging es nahtlos in die nächste Förderung: Seit Juli 2015 arbeitet das Kontext-Team in seinem neuen Büro im Media Lab Bayern und erhält dort neben den Räumlichkeiten und dem finanziellen Support ebenfalls Beratung zu offenen Fragen. Außerdem befindet man sich in bester Gesellschaft anderer kreativer Köpfe, die in den Nachbarbüros arbeiten. Gegenseitig kann man sich so jederzeit Feedback geben. Es entstehen wertvolle Synergien.

„Der Kontext“ erfreut sich bei bei Nutzern immer größerer Beliebtheit, Luft nach oben ist aber natürlich noch. Für den Aufbau des Magazins ist das Team momentan auf der Suche nach einem Business Angel, obwohl die Entwicklung sowie der Betrieb von „Der Kontext“ in einem kleinen Team möglich sind. Bevorzugt suchen die Gründer einen Angel, der Erfahrungen in der Verlagswelt und im digitalen Publizieren vorweisen kann. Erstes Interesse gibt es bereits.

Parallel plant das junge Startup eine Crowdfunding-Kampagne: „Weniger allerdings, um Geld einzusammeln, sondern vielmehr, um noch größere Bekanntheit zu erlangen und die Herzen und das Interesse der Crowd zu gewinnen. Wir wollen unseren Kundenstamm erweitern und wenn das klappt, dann dementsprechend auch unser Team“, verrät Bernhard. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und sind sehr gespannt, wie es mit „Der Kontext“ weitergeht.

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

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