Die Gründer Jonas Girardet und Paul Günther mit dem US-Team am ProGlove-Stand auf der CES in Las Vegas.
Die Gründer Jonas Girardet und Paul Günther mit dem US-Team am ProGlove-Stand auf der CES in Las Vegas. © ProGlove

Schneller Weg durchs Labyrinth – Proglove in den USA

Ein Jahr USA – das Münchner Startup Proglove wagte im Rahmen des German Accelerator Tech Programms vor über 12 Monaten den Sprung über den großen Teich. Wir wollten im Gespräch mit COO Jonas Girardet wissen, welche Erfahrungen das junge Unternehmen auf seinem amerikanischen Weg sammeln konnte und wie es ihm seit dem Ende des German Accelerator Tech Programms im September ergangen ist.

Gebt uns bitte ein Update — wie ist Eure US-Expansion fortgeschritten seit wir zuletzt gesprochen haben?

Wir sind stolz, dass wir fast alle unserer Ziele für die ersten zwölf Monate in den USA erreicht haben. Vor allem unsere Markenbekanntheit hat in den Kernregionen signifikant zugelegt. Außerdem haben wir mit einem großen Rollout am US-Standort eines europäischen Kunden begonnen. Auch wollten wir die ersten Serien-Anwendungen für mehrere führende US-Marken etablieren. All das haben wir geschafft, und wir sind darüber sehr glücklich. Das, sowie das Engagement von Charlie Grieco als unserem neuen Vice President Sales North America, stimmen uns sehr optimistisch für die Zukunft unseres US-Geschäfts.

Gibt es etwas, das Ihr im Rückblick auf Eure bisherige Zeit in den USA anders machen würdet?

Um ehrlich zu sein gibt es viele Dinge, die man hätte anders machen können. Wir würden wahrscheinlich den Aufbau unseres Sales-Teams anders angehen, das heißt, statt Amerikaner in Deutschland einzuarbeiten und sie dann in die USA zu schicken würden wir wahrscheinlich einfach ein paar erfahrene Verkaufsmitarbeiter aus Deutschland in die USA versetzen.

Kulturelle Unterschiede und verschiedene Erwartungen

Habt Ihr das Gefühl, Ihr habt Euch an den US-Markt angepasst? Was war die wichtigste Veränderung für Euch?

Wir sind auf einem guten Weg, aber wir haben noch ein paar “Anpassungen” zu machen. Einige davon haben damit zu tun, wie unser deutsches Hauptquartier mit unserem US-Office zusammenarbeitet. Es geht hier vor allem um kulturelle Unterschiede und verschiedene Erwartungen, die wir nicht vorhersehen konnten. Auch die Erwartung, dass wir bestehende europäische Kunden einfach auf den amerikanischen Markt mitnehmen könnten, hat sich so nicht bewahrheitet.

Ihr habt Euer USA-Büro vor kurzem von New York nach Chicago verlegt. Warum habt Ihr diese Stadt ausgewählt?

Wir haben uns in den USA im ersten Schritt auf die Automobilbranche fokussiert. Damit war Chicago fast eine logische Wahl. Es war auf jeden Fall auch eine strategische Entscheidung. Denn es ergibt Sinn, näher an unseren Kunden zu sein.

Was sind die nächsten Schritte für Proglove?

Wir werden im nordamerikanischen Markt weiter expandieren müssen und auf jeden Fall über unseren gegenwärtigen Kundenstamm aus Automobil- und europäischen Firmen hinaus weiter wachsen müssen. Genauer gesagt schauen wir uns Branchen wie Logistik, Warehousing, Einzelhandel und E-Commerce näher an.

Keine grundlegende Strategieänderung

Ihr habt kürzlich eine Finanzierungsrunde über 5,5 Millionen Euro abgeschlossen. Wie beeinflusst das Eure Strategie?

Wir werden weiter in unser Produkt investieren, und in die Struktur die wir brauchen, um unsere Expansion voranzutreiben. Aber vor allem müssen wir clever an die anstehenden Investitionen herangehen und uns von unserem Geschäftssinn leiten lassen. In anderen Worten: Es wird in Sachen Strategie keine grundlegende Kursänderung geben.

Du hast in den letzten Monaten viel Zeit in den USA verbracht. Wie ist es dem Unternehmen in Deutschland ohne Dich ergangen?

Ich bin in der zweiten Hälfte des letzten Jahres nach Deutschland zurück, um mich auf die Produktentwicklung zu konzentrieren. Die größte Veränderung war der Start unseres neuen CEOs Andreas König, der viel Erfahrung mit schnell wachsenden Unternehmen wie unserem mitbringt.

German Accelerator zeigt schnellsten Weg durch Labyrinth

Wie war es für Dich, in New York zu leben?

An einem der spannendsten Ort der Welt zu leben ist zweifellos eine aufregende Erfahrung — es ist schwer, sich der Energie der Stadt, die niemals schläft, zu entziehen. 

Welchen Rat würdest Du einem Startup geben, das demnächst das German Accelerator Programm beginnt?

Das Programm ist darauf ausgerichtet, das Business zu beschleunigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man selbst nichts machen muss. Man bekommt den schnellsten Weg durchs Labyrinth gezeigt, aber auf dem Weg zum Ziel gibt es noch so einiges zu tun. Darauf sollten sich angehende Programmteilnehmer gut vorbereiten.

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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