In der Digitalbranche geht es weiter aufwärts

Dem tiefen Fall folgt die langsame Erholung: Zumindest in der Digitalbranche scheint es nach dem Corona-Schock kontinuierlich aufwärts zu gehen. Der Digitalindex von Bitkom (=Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) und Ifo (=Institut für Wirtschaftsforschung) legt im Juli den dritten Monat in Folge zu.

Im April erreichten der Digitalindex und der Index für die Geschäftserwartungen ihren historischen Tiefststand. Die Geschäftslage fiel auf ein 11-Jahres-Tief. Seitdem geht es Monat für Monat wieder bergauf. Das Geschäftsklima hat im Juli um 9,7 Punkte auf 11,2 Punkte zugelegt, die Geschäftslage kletterte um 4,7 Zähler auf 15,8 und die Geschäftserwartungen sind um volle 14,3 Punkte auf 6,7 gestiegen. Damit bewegen sich erstmals seit Februar 2020 alle drei Indizes im positiven Bereich. Betrachtet man jedoch die Werte vor Ausbruch der Krise, hat die deutsche Digitalbranche noch einiges aufzuholen, um die Corona-Folgen zu überwinden.

„Das Erreichte nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen“

Bisher zeigen die Werte eine V-förmige Entwicklung, also eine rasche Erholung nach dem tiefen Einbruch. Häufig wurde in den vergangenen Monaten eine U- oder L-Form befürchtet. Das U formt eine langsame Erholung, ein L bedeutet einen tiefen Absturz, dem eine stagnierende Wirtschaftsentwicklung folgt.

„Die Corona-Krise hat die Digitalbranche hart getroffen. Wenn es jetzt langsam wieder aufwärts geht, darf das nicht darüber hinwegtäuschen: Es wird noch Monate dauern, bis wir die Corona-Krise konjunkturell überwunden haben“,

sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Wir sollten jetzt alles daran setzen, unsere Wirtschaft, unsere Schulen, unser Gesundheitssystem und unsere Verwaltung konsequent zu digitalisieren, um sie robuster gegen solche globalen Krisen zu machen.“

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen mahnt Berg:

„Der verständliche Wunsch nach Normalität darf nicht dazu führen, dass wir das durch die Opfer der letzten Monate Erreichte leichtsinnig aufs Spiel setzen.“

Die Unternehmen der Digitalwirtschaft erwarten eine Normalisierung der Situation durchschnittlich in neun Monaten. Die Gesamtwirtschaft rechnet sogar mit elf Monaten. Aktuell greift noch rund jedes vierte Digitalunternehmen (28 Prozent) auf Kurzarbeit zurück – das sind deutlich weniger als in der Gesamtwirtschaft (42 Prozent).

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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