© Andreas Heddergott - LH München

Deutschland digital? EFI Gutachten zeigt ungenutzte Potenziale

Viel — vielleicht zu viel — Wert legt die deutsche Politik auf die Verteidigung deutscher Stärken und vernachlässigt es dabei, Innovationen und Wagniskapital zu fördern. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Innovationsgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Der 2006 von der Bundesregierung gegründete Expertenrat berichtet jährlich über den Stand der deutschen Forschungs- und Innovationslandschaft.

Die Präsentation des EFI-Gutachtens in den Räumen der IHK für München und Oberbayern leitete Hauptgeschäftsführer Peter Driessen ein. Er beklagt einen mangelnden Zugang zu Venture Capital in Deutschland und adressiert die Politik:

„Wir brauchen dringend andere Bedingungen für Wagniskapital.“

Driessen setzt sich zudem ein für eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) durch Unternehmen und fordert eine Stärkung der elektronischen Verwaltung in Deutschland. Hoffnungsvolle E-Government-Pilotprojekte seien bereits auf kommunaler Ebene umgesetzt worden.

Zugleich hob Driessen die bestehende Innovationsstärke des Standorts München hervor: Etablierte Unternehmen entwickelten eine magnetische Anziehung auf innovative Gründungen; das bestehende Netz aus öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen sei exzellent.

Daten als Rohstoffe

Professor Dietmar Harhoff, Vorsitzender der Expertenkommission, schloss sich in seinem Vortrag der Forderung nach einer Stärkung des E-Government sowie einer steuerlichen Förderung von F&E-Ausgaben an. Die Richtung von Innovationen sei jedoch entscheidend: Digitalisierung werde in Deutschland häufig mit starkem Industriefokus gedacht.

efi_ihk
Professor Dietmar Harhoff, Ph.D. bei der Präsentation des EFI-Gutachtens in den Münchner Räumen der IHK.

Mit Verweis auf Uber und Airbnb forderte Harhoff, Innovationen auch im Bereich IoT nicht zu vernachlässigen und datengetriebene Geschäftsmodelle voranzubringen. Damit der Startup-Gedanke im Mittelstand stärker ankommt, schlägt Harhoff „Geschäftsmodell-Akademien“ vor, in denen Mittelständler aus Daten, die ihre Unternehmen erzeugen, neue Geschäftsmodelle ableiten können. Erst kürzlich forderte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Daten als Rohstoffe zu begreifen. Nun ist es an Politik und Mittelstand, innovative Geschäftsmodelle an den Start zu bringen.

Die vollständige Studie, Abbildungen, Grafiken sowie der Datensatz stehen zum Download bereit.

Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen