Homeoffice: Große Mehrheit will Heimarbeit auch nach der Krise

Auch Monate nach Beginn der Coronakrise arbeitet ein guter Teil der deutschen Berufstätigen von Zuhause aus. Die große Mehrheit von ihnen ist mit der Arbeit im Homeoffice zufrieden und wünscht sich auch nach der Krise mehr Heimarbeit.

Die Verlagerung der Arbeit vom Büro ins Zuhause der Angestellten hält an. Arbeiteten vor Ausbruch der Pandemie noch 35 Prozent der vom Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) Befragten von Zuhause aus, waren es im Juni 39 Prozent. Zum Höhepunkt des Lockdowns im März lag der Wert bei 43 Prozent. Einen noch deutlicheren Unterschied zeigt der Anteil der Befragten, die mindestens mehrmals pro Woche von Zuhause aus arbeiten: Vor der Krise waren dies 23 Prozent, im Juni dann 32 Prozent. Der Hauptgrund dafür, dass MitarbeiterInnen nicht im Homeoffice arbeiten können, liegt in ihrer Tätigkeit: 80 Prozent jener, die noch nie von daheim gearbeitet haben, geben an, dass dies aufgrund ihrer Tätigkeit generell nicht möglich sei.

„Sollten die coronabedingte Forcierung von Homeoffice als Chance sehen“

Mit 85 Prozent ist die große Mehrheit der Homeoffice-NutzerInnen mit ihrer Situation zufrieden. Die geringste Zufriedenheit findet sich unter Befragten mit einem Kind unter 14 Jahren im Haushalt. Hier zeigen sich aber noch immer 78 Prozent der StudienteilnehmerInnen mit ihrer Situation im Homeoffice zufrieden.

Unter jenen ArbeitnehmerInnen, die Heimarbeit bei ihrer Tätigkeit grundsätzlich für möglich halten, wünschen sich 69 Prozent auch nach der Coronakrise mehr Homeoffice als zuvor.

„Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sollten die coronabedingte Forcierung von Homeoffice als Chance sehen. Nun gilt es über den langfristigen Einsatz flexibler Arbeitsformen zu verhandeln“,

sagt Roland Stürz, einer der Autoren der Studie. Dabei gelte es, die Vorzüge von Homeoffice mit den Vorteilen der Präsenzarbeit zu verknüpfen.

„Arbeiten wird flexibler werden“,

sagt bidt-Direktor Dietmar Harhoff und betont den damit verbundenen Innovationsschub in Unternehmen:

„Flexible Arbeitsmodelle werden nun zu einer verstärkten Digitalisierung von Prozessen, zur Verbesserung der Effizienz und damit zu Produktivitätssteigerungen führen.“

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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