Julian Kley und Vlad Lata (v.l.), Gründer von Avi Medical
Foto: Avi Medical

Avi Medical: Hausarzt-Startup sichert sich 50 Millionen Euro

Avi Medical erhält im Rahmen seiner Series-B-Runde 50 Millionen Euro. Der britische Investor Balderton Capital führt die Finanzierung an. Die Münchner wollen mit dem Geld ihr Netz an Hausarztpraxen massiv ausbauen.

Avi Medical betreibt derzeit acht moderne, technologieunterstützte Hausarztpraxen in München, Hamburg und Berlin. Mit dem neuen Kapital wollen die Münchner in den kommenden drei Jahren auf 100 Praxen wachsen. Ein Fokus der Expansion soll auf bisher unterversorgten ländlichen Regionen liegen. Das Unternehmen wurde Anfang 2020 vom Konux-Mitgründer Vlad Lata und dem Arzt Julian Kley gegründet.

Neben Balderton Capital beteiligen sich auch die Bestandsinvestoren Heal Capital aus Berlin, der New Yorker Investor Addition, Picus Capital, Vorwerk Ventures, Eurazeo und 3VC sowie der UiPath-Gründer Daniel Dines und der Forward-Health-Gründer Adrian Auon an der Finanzierungsrunde von Avi Medical. Insgesamt ist das Unternehmen nun mit über 80 Millionen Euro finanziert. James Wise, Partner bei Balderton Capital, sagt:

„Avi Medical verbessert nicht nur die Patienten- und Ärztezufriedenheit deutlich, sondern formt auch die primäre Gesundheitsversorgung der Zukunft, in der jeder Patient über einen persönlichen Gesundheitsplan verfügen wird, der auf seiner Krankengeschichte und seinen Bedürfnissen basiert. Ein Innovator in einem zu Recht stark regulierten Sektor zu werden, gehört sicherlich zu den schwierigsten Herausforderungen für einen Gründer. Das Avi-Team hat aber bereits bewiesen, dass es durchaus in der Lage ist, wirkungsvolle Services und Produkte in der wichtigsten Branche, unserem Gesundheitswesen, zu entwickeln.“

Avi Medical: „Freuen uns sehr, dass uns international renommierte Investoren auf unserem Weg begleiten“

Alleine in den ersten 12 Monaten wurden in den Münchner Praxen von Avi Medical über 20.000 PatientInnen versorgt. Das Unternehmen richtet sich sowohl an Kassen- als auch an PrivatpatientInnen.

An mehreren Punkten kommen dabei moderne KI-gestützte Technologien zum Einsatz. So erkennt die Software schon im Buchungsprozess den Grund des Besuchs, es werden digitale Patientenbögen genutzt und medizinische Daten automatisiert in die hauseigene Plattform übernommen. Dadurch sollen unter anderem die Ärzte von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und rund 20 Prozent mehr Zeit mit den PatientInnen verbringen als andere Hausärzte. Vorsorgetermine sollen künftig auch automatisch geplant werden. Vlad Lata, Mitgründer von Avi Medical, sagt:

„Avi Medical entstand aus unserer gemeinsamen Überzeugung, dass wir moderne Technologie besser dazu nutzen müssten, um die Beziehung zwischen Patient und Arzt neu zu gestalten und somit die Gesundheitsversorgung zu schaffen, die wir alle verdienen. Seit Beginn erleben wir eine unglaubliche Nachfrage nach diesem neuen Ansatz, und zwar sowohl bei Ärzten als auch Patienten. In den kommenden zwölf Monaten werden wir die Interaktion mit unserer Plattform noch effizienter machen und weiter verbessern. Wir freuen uns sehr, dass uns international renommierte Investoren auf unserem Weg begleiten.“

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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