Munich Startup
Helsing schließt weitere Finanzierung ab und wird zum nächsten Münchner Einhorn

Helsing schließt weitere Finanzierung ab und wird zum nächsten Münchner Einhorn

Credit: © Bradpcs / Pixabay

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Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Das Münchner Startup Helsing entwickelt KI-Lösungen zur Unterstützung militärischer Aufklärung. Nun konnte das Startup erfolgreich 209 Millionen Euro in seiner Series-B einsammeln. Damit wird das Startup zum nächsten Unicorn aus München.

20. September 2023

3 Min. Lesezeit

Helsing wurde im Jahr 2021 gegründet und positioniert sich selbst als eine neue Art von Verteidigungsunternehmen, das sich auf KI-basierte Fähigkeiten zum Schutz europäischer Demokratien fokussiert. Ziel des Startups ist es, bestehende Waffensysteme mit einer KI aufzurüsten, die die von Bordsensoren eingehenden Informationen analysiert. Dabei verpflichtet sich das Unternehmen zu Transparenz und Erklärbarkeit und setzt auf den „human in the loop”. Das bedeutet, dass die KI nicht selbst über militärische Ziele bestimmt, sondern Offiziere bei der Analyse der Lage unterstützt.

Erste Projekte konnten sich die Münchner bereits sichern. So wurde deren Lösung ausgewählt, um 15 Eurofighter der Luftwaffe zu modernisieren. Hierzu werden die Mehrzweckkampfflugzeuge zunächst mit Sensoren von Saab ausgestattet. Die KI-basierte Software von Helsing nutzt die Sensordaten dann, um den Kognitiven Elektronischen Kampf (EK) zu ermöglichen, vor allem in den Bereichen Aufklärung und Selbstschutz gegen gegnerische Flugabwehr. Und im August 2023 unterzeichnete Helsing zusammen mit ihren Konsortiumspartnern einen Vertrag, um die KI-Infrastruktur für das Future-Combat-Air-System-Programm (FCAS) zu liefern. Darüber hinaus ist Helsing in der Ukraine aktiv und stellt dort Fähigkeiten und Technologie für Fronteinsätze bereit. In diesem Zusammenhang ist Helsing-Personal kontinuierlich in der Ukraine stationiert.

KI essenziell „um demokratische Werte weiterhin verteidigen zu können“

Gundbert Scherf, Mitgründer von Helsing, erklärt:

„Wir haben Helsing gegründet, weil wir glauben, dass KI essenziell sein wird, um demokratische Werte weiterhin verteidigen zu können. Unsere jüngsten Verträge zeigen, dass diese Überzeugung von Regierungen und der Industrie geteilt wird. Diese Finanzierungsrunde ist eine weitere Bestätigung durch einen global führenden Investor sowie durch unseren Partner Saab.“

In der aktuell abgeschlossenen Series-B-Finanzierungsrunde konnte sich Hellsing insgesamt 209 Millionen Euro sichern. Lead Investor ist der US-Investor General Catalyst. Die schwedische Saab Gruppe beteiligt sich ebenfalls als strategischer Investor und vertieft damit die bestehende Partnerschaft. Helsing plant, das neue Kapital zu nutzen, um seine Unternehmen in Frankreich, Deutschland und Großbritannien weiter auszubauen und verstärkt in seine Kerntechnologien zu investieren.

Laut den Munich Startup Insights kommt Helsing auf eine Gesamtbewertung von 1,5 Milliarden Euro. Das Handelsblatt berichtet davon, dass die Bewertung bei der Runde sogar mit 1,7 Milliarden Euro ausfiel. Damit ist Helsing nicht nur das nächste Einhorn aus München, sondern auch das erste Verteidigungs-Startup aus Europa, das mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird.

„Diese Finanzierungsrunde ist ein Vertrauensbeweis für Europa“,

sagt Torsten Reil, Mitgründer von Helsing.

„Das Engagement von General Catalyst für globale und europäische Resilienz deckt sich mit unserer Mission, europäische Demokratien zu schützen.“

Helsing führend im Bereich der Verteidigungs-KI

Paul Kwan, Managing Partner bei General Catalyst, erklärt:

„Helsings beeindruckendes Team, die enge Zusammenarbeit mit Verteidigungsunternehmen und Regierungen sowie das tiefe Engagement für verantwortungsvolle Innovation sind in unserer Sicht einzigartig. Die Verteidigungsindustrie muss auf KI setzen und sie muss dies verantwortungsbewusst tun. GC hatte das Privileg, frühzeitig in einige der besten amerikanischen Verteidigungsunternehmen zu investieren und jetzt sind wir stolz darauf, das führende europäische Verteidigungs-Technologieunternehmen zu unterstützen.“

Und Micael Johansson, Präsident und CEO von Saab, ergänzt:

„Diese Investition basiert auf dem Fundament einer umfassenden Kooperationsvereinbarung zwischen unseren Unternehmen. Helsings Führungsrolle im Bereich der Verteidigungs-KI wird die Effizienz, die Systemfähigkeiten und die Leistung des bereits weltweit führenden Produktportfolios von Saab weiter verbessern.“

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