Breitband-Internet: Deutschland hinkt hinterher

Die mangelnde Verfügbarkeit von Breitband-Anschlüssen bleibt ein Ärgernis für deutsche Unternehmen.  Zwei aktuelle Studien der KfW zeigen, dass  Deutschland beim schnellen Internet noch immer nur Mittelmaß ist.

Deutschen Unternehmen brennt der Zugang zu großen Internetbandbreiten unter den Nägeln. Das Deutsche Institut für Urbanistik hat im Auftrag der KfW Bankengruppe Unternehmen nach den wichtigsten Standortfaktoren gefragt. Die Firmen sollten außerdem ihre Zufriedenheit mit deren Zustand in Deutschland bewerten. Bei der Standortanbindung landet die Verfügbarkeit von kabelgebundenen Breitbandinfrastrukturen noch immer vor dem Mobilfunk an der Spitze der wichtigsten Faktoren.  Erst danach folgt die städtische Verkehrsanbindung.

Bei eben diesen wichtigsten Faktoren erhält der Wirtschaftsstandort Deutschland von den Befragten durchwachsene Zensuren:  Das Breitbandinternet wird mit der Schulnote 3,1 bewertet, das Mobilfunknetz mit 2,7 und die Verkehrsanbindung mit 2,4.

Unzureichender Breitband-Zugang als Standortnachteil

Die mäßigen Ergebnisse untermauert  eine weitere Studie des KfW-eigenen Instituts KfW Research: Unter den 35 OECD-Ländern sieht diese Untersuchung Deutschland bei der Wettbewerbsfähigkeit auf dem dritten Rang. Mit Blick auf die durchschnittliche Internetbandbreite landet Deutschland jedoch nur auf dem abgeschlagenen 19. Platz. Gerade im ländlichen Raum ist die Situation teils desolat: Nur 29,9% der Haushalte auf dem Land haben Zugang zu mehr als 50 Mbit/s.

Zu den Auswirkungen einer schlechten Breitbandversorgung heißt es in der Studie:

„Eine niedrige Bandbreite kann bereits heute für Unternehmen äußerst nachteilig wirken. Für Kommunen wird ein unzureichender Breitbandzugang damit zum Standortnachteil: Betriebe wandern ab oder siedeln sich gar nicht erst an.“

Dementsprechend empfehlen die Studienautoren:

„Alle Regionen und politischen Ebenen sollten deshalb weiterhin einen zügigen Ausbau des Breitbandnetzes anstreben.“

München befindet sich hier bereits auf einem guten Weg: Die Stadtwerke München und M-net arbeiten seit 2010 an einem flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes. Bis 2021 sollen 70 Prozent aller Münchner Haushalte über einen Zugang verfügen. Langfristig wollen die Stadtwerke und ihr Tocherterunternehmen das Stadtgebiet vollständig mit Glasfaser erschließen.

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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