Diese 5 Dinge können Startups aus dem Podcast-Boom lernen

Immer mehr Menschen hören Podcasts. Und mit der Zahl der HörerInnen wächst auch die Zahl und die Qualität der produzierten Formate. Auch Munich Startup produziert seit kurzem einen eigenen Podcast. Startups können aus dem Boom einige interessante Schlüsse für ihr eigenes Handeln ableiten. Wir haben 5 Learnings zusammengefasst.

Podcasts boomen: Für den Online-Audio-Monitor werden bundesweit gut 7.500 Menschen dazu befragt, welche Online-Formate sie zumindest gelegentlich nutzen. Rund jeder sechste Deutsche hört demnach Podcasts. Im eigenen Umfeld sieht dieser Anteil ganz subjektiv noch einmal anders aus. Die Frage ‚Welche Podcasts hörst Du gerade?‘ hat Netflix-Serien, Kinofilme und Bücher als Smalltalk-Thema mit Freunden, beruflichen Kontakten und beim Frisör längst abgelöst. Was können Startups aus dem raketenhaften Aufstieg der Podcasts lernen?

1. Dein Produkt muss Spaß machen – oder nützlich sein

Der Wettbewerb der Podcast-Formate um die knappe Zeit ihrer Hörer ist unerbittlich: Die Nutzer haben nur ein begrenztes Zeit-Budget, um Podcasts zu hören, etwa beim Pendeln im Auto, der täglichen U-Bahn-Fahrt und dem wöchentlichen Wohnungsputz. Der Podcast-Produzent hat hierauf keinen Einfluss. Ein gewonnener Hörer bedeutet damit im Normalfall, dass ein anderes Audio-Format einen Hörer verloren hat. Konkurrenz ist ein Nullsummenspiel.

Ganz ähnlich geht es den allermeisten Startups: Das Marktvolumen ist endlich, die potenzielle Kundschaft verfügt über ein begrenztes Budget. Deshalb gilt für Podcasts ebenso wie für Startup-Produkte und -Dienstleistungen: Du musst besser, spaßiger, nützlicher sein als die Konkurrenz – und es auch bleiben. Sonst ist die Kundschaft so schnell weg, wie sie gekommen ist.

2. Don’t over-engineer your product

Gerade deutsche Tüftler neigen bisweilen dazu, ihrem Produkt immer neue Features und Funktionen zu verpassen. Neueste Technik kommt zum Einsatz, die das Produkt im Zweifelsfall nur unnötig verteuern. Am Ende dann die große Enttäuschung: Niemand möchte das Produkt.

Auch hier können wir vom Podcast-Boom lernen: In Zeiten komplexer Unterhaltungsformate, aufwändiger Serien und Videospielen mit Entwicklungsbudgets von hunderten Millionen Euro wirken Sprachaufzeichnungen geradezu archaisch. Das Standardsetting: Zwei Menschen unterhalten sich vor laufenden Mikrofonen. Schnitt und Produktion sind leicht zu erlernen – und die Leute lieben es!

3. Nutze den ‚Second-Mover-Advantage‘

Seit mehr als 15 Jahren gibt es Podcasts. Der Name leitet sich vom mittlerweile größtenteils vergessenen MP3-Player Ipod ab. Und wie lange laufen die erfolgreichsten deutschen Podcasts schon? Die Podcast-Charts von Spotify werden angeführt von Fest & Flauschig (seit Mai 2016), Gemischtes Hack (September 2017), Dick & Doof (August 2019) und Baywatch Berlin (November 2019).

Manchmal zählt eben nicht der zeitliche Vorsprung, sondern der ‚Second-Mover-Advantage‘: Lass die anderen herausfinden, was funktioniert und was nicht. Die teuren Anfängerfehler musst du nicht selbst machen. Lerne lieber aus dem Scheitern der anderen und mach es besser!

4. Die Chemie zwischen den Menschen zählt

Es macht einfach Spaß, bei guten Podcasts zuzuhören. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Funke von den SprecherInnen zum Publikum überspringt. Ob kumpelhaftes Sich-die-Bälle-zuspielen oder spannende Diskussionen – die Chemie zwischen den Menschen hinterm Mikrofon muss stimmen.

Dasselbe gilt für Startup-Teams. Selbst auf dem Papier perfekte cross-funktionale Teams können scheitern, wenn die Protagonisten in Stress-Situationen einfach nicht miteinander können. Deshalb gilt: Überlege Dir gut, mit wem Du die anstrengende und unvorhersehbare Startup-Reise beginnst. Das Tool AlignaTeam kann übrigens dabei helfen, unterschiedliche Vorstellungen innerhalb eines Gründerteams frühzeitig aufzudecken.

5. Sei kreativ bei der Monetarisierung

Viele PodcasterInnen tun sich schwer dabei, mit ihrer Arbeit auch Geld zu verdienen. Die Zahl der Follower und der Abrufe steigt ständig, doch die Hörer selbst bringen kein Geld in die Kasse. Da heißt es kreativ sein und die eigenen Trümpfe identifizieren. Wer zum Beispiel eine sehr spezielle Zielgruppe hat, könnte einen Sponsor finden, der genau dieses Publikum mit einer kurzen gesprochenen Werbung im Podcast ansprechen möchte. Es sind auch schon professionelle Podcast-Vermarkter wie Julep am Markt, die PodcasterInnen bei der Suche nach Werbepartnern unterstützen. Podcasts mit einer eher zahlungsfreudigen Zielgruppe können von ihren HörerInnen auf Plattformen wie Patreon Geld einsammeln und dafür Zusatzinhalte bieten. Wer sich bereits eine große Fangemeinde erarbeitet hat, kann den Kontakt zu Streaming-Anbietern suchen, die ein festes Gehalt im Gegenzug zu den exklusiven Rechten auf die produzierten Inhalte bieten.

Oft ist auch ein Mix verschiedener Monetarisierungsmodelle der richtige Weg. Für Startups gilt dies umso mehr: Seid kreativ, sucht neue Wege, um Geld zu verdienen und schaut auch nach links und rechts, was die Konkurrenz macht.


Hier könnt Ihr in den Munich Startup-Podcast reinhören.

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