Münchner Unicorns

Europäische und amerikanische Startups werden gleich häufig zum Unicorn

Statistisch betrachtet erreichen Startups aus Europa und den USA mit gleicher Wahrscheinlichkeit eine Bewertung von einer Milliarde Dollar – so eine Untersuchung des Deutsche Börse Venture Networks und Dealroom. Aus Kapitalmangel in Europa müssen jedoch viele Unicorns Anteile an Investoren außerhalb Europas abgeben.

Ein ausreichendes Angebot an Wachstumskapital ist Voraussetzung für den schnellen Aufstieg von Startups zum Unicorn. Noch übersteigt in Europa jedoch die Nachfrage nach Kapital das Angebot. In der Folge sinkt insbesondere im deutschsprachigen Raum der Anteil inländischer Investoren in späteren Finanzierungsrunden. Während es in den frühen Phasen noch rund 67 Prozent des Kapitals von inländischen Geldgebern kommt, schrumpft der Anteil bei späteren Finanzierungsrunden auf etwa 12 Prozent. Europäische Innovationen werden so in relativ frühen Phasen der Unternehmensentwicklung nach außerhalb Europas verkauft. Zumindest sind im Krisenjahr die VC-Investitionen in Europa nicht geschrumpft und verharren bei 38 Milliarden Euro.

Mehr Kapital nicht nur für Unicorn-Startups

„Wir müssen es schaffen, weiteres Kapital in Deutschland zu mobilisieren, um die Finanzierungslücke in der Spätphase bis hin zu einem möglichen Börsengang zu schließen“,

sagt Peter Fricke, Leiter des Deutsche Börse Venture Networks. Das sei ein erster wichtiger Schritt, damit Wachstumsunternehmen die Chancen des heimischen Kapitalmarkts besser nutzen können.

„Um für vielversprechende Startups im eigenen Land attraktiv zu sein, muss sich der europäische Risikokapitalmarkt und dessen Rahmenbedingungen noch stärker auf die Bedürfnisse junger Wachstumsunternehmen einstellen. Nur so können wir das große Potential voll ausschöpfen und europäische Tech-Champions schaffen, die auch in Europa an die Börse gehen und einen starken, zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Europa sichern“,

so Fricke weiter.